Jeder technologische Wandel löst Anpassungen in der Industriestruktur aus und verändert regionale Wirtschaftsmuster.

Die Automobilindustrie bildet dabei keine Ausnahme.

Neuesten Informationen zufolge erreichte die Automobilindustrie Chongqings im Jahr 2025 einen neuen Höchststand. Die jährliche Fahrzeugproduktion stieg um 9,7 % auf 2,788 Millionen Einheiten und festigte damit ihre Position als führende Stadt und drittplatzierte Provinz in China.

Das bedeutet, dass Chongqing nach neun Jahren Shenzhen überholen und den Titel „Chinas führende Automobilstadt“ zurückerobern wird.

Im Wettbewerb der Städte gibt es nur Vorwärtskommen oder Rückstand. Vor dem Hintergrund, dass Elektroautos mittlerweile über 50 % der Inlandsverkäufe ausmachen und Chinas Exporte weltweit führend sind, stellt sich die Frage: Kann Chongqing die Spitzenposition halten? In welche Phase tritt der Wettbewerb der Top-Städte ein?

Obwohl andere große Automobilstandorte ihre endgültigen Daten für 2025 noch nicht vollständig veröffentlicht haben, kann die proaktive Ankündigung Chongqings als frühes Indiz gewertet werden.

Lokale Medien stellten klar, dass die Rückkehr Chongqings an die Spitze erwartet worden war. Basierend auf den von Januar bis November 2025 veröffentlichten Statistiken und Branchentrends verschiedener Städte hatte Chongqing die Jahreskrone bereits sicher.

Tatsächlich ist die bergige Metropole die Spitzenposition nicht fremd.

In den Jahren 2014 bis 2016 belegte Chongqing drei Jahre in Folge den ersten Platz bei der Fahrzeugproduktion chinesischer Städte.

Die treibende Kraft waren damals jedoch boomende Verbrennerfahrzeuge, mit lokalen Marken wie Changan und Lifan auf ihrem Höhepunkt.

Mit dem Wandel der Branche hin zu Elektrifizierung und intelligenter Vernetzung sahen sich traditionelle Produktionsstandorte allgemein der Herausforderung eines „Spurwechsels“ gegenüber. Auch Chongqing durchlief Transformationsschmerzen; die Fahrzeugproduktion ging jährlich zurück und fiel 2019 auf nur 1,383 Millionen Einheiten.

Da die in den letzten Jahren vorangetriebene Elektrifizierung nun Früchte trägt, holte Chongqing allmählich auf. Die starke Rückkehr der Automobilindustrie spiegelt ein umfassendes Upgrade seines Industrieclusters wider.

Es heißt, Chongqing habe nun ein Fahrzeugsystem unter Führung zweier großer Player mit über zehn Fahrzeugherstellern etabliert und einen Zulieferercluster für Elektro- und intelligente Fahrzeuge aufgebaut, der 3 Hauptsysteme, 12 Baugruppen und 56 Komponenten abdeckt.

In einer hochmodernen Fabrik rotieren und bewegen sich Roboterarme mit Millimetergenauigkeit. Ein Elektrofahrzeug entsteht aus einem Stahlblech in nur 4 Schritten zum fertigen Fahrzeug, das vom Band rollt – und das in nur 3 Minuten.

Im Jahr 2025 erreichte die Produktion von Elektrofahrzeugen in Chongqing 1,296 Millionen Einheiten, was 46,5 % der gesamten Fahrzeugproduktion der Stadt entspricht – ein Anteil, der sich der Hälfte nähert. Zudem wurde ein rasantes Wachstum von 36 % beibehalten, und die Clustergröße überschritt 800 Milliarden Yuan.

Wo lag der Wendepunkt?

Betrachtet man den Transformationspfad genauer, war Chongqings Erfolg in dieser Anpassungsrunde kein Zufall.

In den letzten Jahren wurden eine Reihe politischer Maßnahmen zur Unterstützung des Wandels der Automobilindustrie formuliert, um Unternehmen zu mehr F&E-Investitionen zu ermutigen und die Entwicklung der Branche in Richtung höherwertiger, intelligenter und grüner Technologien voranzutreiben.

Es ist erwähnenswert, dass die Anpassung der statistischen Methodik für die Fahrzeugproduktion ebenfalls ein wichtiger Faktor für die Veränderung der Rangfolge war.

Ab 2025 wurde die statistische Methode von der lange verwendeten „Erfassung nach Unternehmenshauptsitz“ auf „Erfassung nach Produktionsstandort“ umgestellt.

Diese Änderung wirkte sich erheblich auf Städte wie Shenzhen aus, in denen große Automobilunternehmen ansässig sind. Fahrzeuge, die beispielsweise von BYD an anderen Standorten produziert werden, werden nicht mehr in den Produktionsdaten des Hauptsitzstandorts gezählt.

Während die Anpassung der statistischen Methode eine wichtige externe Kraft bei der Neugestaltung des Wettbewerbs unter den Städten war, ist der entscheidendere Faktor die Auswirkung des Übergangs der Automobilindustrie ins Elektrozeitalter auf die Industriestruktur.

Im Bereich der Elektrofahrzeuge konkurriert Chongqing mit Städten wie Shanghai und Shenzhen. Shanghai profitiert von der starken Präsenz der Tesla Gigafactory und von SAIC Motor; Shenzhen ist der Hauptsitz von BYD mit einer vollständigen Lieferkette für Elektrofahrzeuge; Chongqings Vorteile liegen in seiner soliden industriellen Basis, reichlich Raumressourcen und starker politischer Unterstützung.

Der Wettbewerb um Chinas führende Automobilstadt war jedoch noch nie ein einfaches Rennen um Produktionszahlen; es ist ein umfassender Wettbewerb der Industriesysteme, Innovationsfähigkeiten und Clustereffekte.

Wenn die Nacht hereinbricht, erstrahlen die Automobilfabriken Chongqings weiterhin in hellem Licht.