Mataram – Der Vorsitzende des Rates der Indonesischen Anwaltsbewegung forderte den Minister für Hadsch und Umrah auf, mit der Idee eines „Hadsch-Ticket-Kampfes“ vorsichtig zu sein, da dies Ungerechtigkeit und Unruhe stiften könne.
Bei der Amtseinführung und Vereidigung neuer Anwälte am Obersten Gerichtshof von West-Nusa-Tenggara mahnte der Vorsitzende die Regierung, keine leichtfertigen Vorschläge ohne reifliche Überlegung zu unterbreiten.
Der „Hadsch-Ticket-Kampf“ beziehe sich auf das Ringen um Hadsch-Tickets außerhalb des regulären Hadsch-Abreiseplans. Während die Wartezeit für die reguläre Hadsch bis zu 10 bis 20 Jahre betragen könne, basiere der „Hadsch-Ticket-Kampf“ auf dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.
Laut dem Vorsitzenden könne die Aussage oder Idee des Hadsch-Ministers nicht nur Unruhe stiften, sondern sei auch gefährlich und schaffe Ungerechtigkeit – aus zwei Gründen.
Erstens habe die Durchführung der Hadsch-Pilgerfahrt durch die Regierung oft zu erheblichen Problemen geführt und das Gerechtigkeitsempfinden der Pilgeranwärter verletzt. In der Vergangenheit seien mehrfach für die Hadsch zuständige Amtsträger, namentlich mehrere Religionsminister, in Korruptionsfälle verwickelt gewesen.
Zu den Ministern, die in Korruptionsfälle im Zusammenhang mit der Durchführung der Hadsch-Pilgerfahrt verwickelt waren, gehörten die Religionsminister Said Agil Husin Almunawar, Suryadharma Ali und Yaqut Cholil Qoumas, als die Pilgerfahrt noch vom indonesischen Religionsministerium verwaltet wurde.
Der Vorsitzende erklärte, dass die Durchführung der Hadsch- und Umrah-Pilgerfahrten oft schiefgelaufen sei, sogar tausende Menschen zu Opfern gemacht habe, und die Regierung es versäumt habe, Lösungen zu finden.
Ein Beispiel sei der Fall First Travel, von dem 63.000 Pilger betroffen waren, die nicht abreisen konnten. Die Regierung habe seit der Amtszeit der Religionsminister Lukman Hakim Syaifudin, Fachrul Razi, Yaqut Cholil Qoumas, Nazaruddin Umar bis hin zum derzeitigen Hadsch-Minister keine Lösung angeboten.
Sogar Vermögenswerte von First Travel, die aus dem Geld der Pilger stammten, seien an den Staat zurückgeflossen, und die Regierung habe geschwiegen. Alle diese Minister konnten nichts tun, waren mit anderen Worten machtlos.
Ein weiteres Beispiel sei Abu Tours, dessen Opferzahl ebenfalls in die Zehntausende gehe. Es habe für keinen dieser Fälle Lösungen gegeben, obwohl eine verfassungsrechtliche Verantwortung des Staates bestehe.
„Warum sage ich, dass der Staat eine verfassungsrechtliche Verantwortung für das Scheitern bzw. die Nichtabreise von 63.000 Umrah-Pilgern trägt? Weil die Regierung gerecht sein muss. First Travel war eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die von der Regierung eine Lizenz erhielt und eine Garantiekaution bei der Regierung für die Entsendung von Umrah-Pilgern hinterlegte“, so der Vorsitzende.
„Aber warum wäscht die Regierung ihre Hände in Unschuld, wenn Probleme auftauchen? Warum wird anders verfahren, zum Beispiel gegenüber PT Lapindo, deren Opfer von der Regierung entschädigt wurden? PT Bank Century und PT Jiwasraya wurden gerettet. Aber warum wurden die Opfer von PT First Travel nicht entschädigt?“, fügte er hinzu.
Zweitens könne die Idee des Hadsch-Ministers, einen „Hadsch-Ticket-Kampf“ einzuführen, Ungerechtigkeit und ungesunden Wettbewerb schaffen, weil dies zu einem Gerangel führe, bei dem diejenigen mit Geld und Beziehungen die Hadsch-Tickets bekämen. Genau wie beim Kampf um Konzertkarten, je nachdem, wer Geld und Beziehungen habe.
Der Vorsitzende, der auch als Anwalt für Tausende von Opfern der First-Travel-Umrah-Pilger tätig ist, forderte die Regierung weiterhin auf, sich auf die Verbesserung der Durchführung von Hadsch und Umrah in Bezug auf Vorschriften, Personal, Institutionen und die allgemeinen Dienstleistungen zu konzentrieren.
„Dies ist wichtig, damit Pilgern, die Hadsch oder Umrah durchführen, Sicherheit, Komfort und Gesundheitsschutz garantiert werden – vom Heimatland über die Reise ins Heilige Land bis zur Rückkehr nach Hause“, sagte er.
An anderer Stelle erinnerte er die Anwälte daran, stets ihr Mandat und ihre Integrität als Rechtswahrer zu wahren. Darüber hinaus betonte er die Bedeutung der Stärkung grundlegender Rechtskenntnisse, praktischer Kenntnisse, Kompetenz, Vernetzung und mentaler Stärke bei der Ausübung ihrer Pflichten als Anwälte.