Über die 32,5 Kilometer lange Donghai-Brücke von Shanghais Lingang kommend, taucht dort, wo sich Himmel und Meer treffen, der imposante Tiefwasserhafen Yangshan auf. Dieser moderne Hafen, Zeuge historischer Verbindungen, ist zu einem weltweit führenden Schifffahrtsdrehkreuz geworden.

Der Hafenbau war schon lange Teil der nationalen Vision. Vor über einem Jahrhundert wurde ein Entwurf für einen großen Osthafen rund um Shanghai und die Hangzhou-Bucht skizziert – „gelegen zwischen Zhapu Point und Ganpu Point, etwa 15 Meilen voneinander entfernt“ – der den Bau eines Seedamms vorsah, um den größten Hochseeschiffen freie Ein- und Ausfahrt zu ermöglichen und so einen weltweit offenen Spitzenhafen zu schaffen.

Der heutige Tiefwasserhafen Yangshan liegt nördlich der Qiqu-Inseln in Shengsi, Zhejiang. Zwar nicht direkt an der ursprünglich geplanten Zhapu-Küste, zielt er genau auf das vorgesehene, hochwertige Tiefwassergebiet vor der Hangzhou-Bucht ab und umgeht so die Verschlammungsprobleme der Yangtze-Mündung.

Als weltweit größter inselbasierter Tiefwasser-Kunsthafen ist Yangshan auch der erste offshore Containerterminal, der auf abgelegenen Inseln errichtet wurde. Von Phase I bis IV wurden insgesamt 23 Tiefwasser-Containerliegeplätze gebaut, die für die modernsten Ultra-Großcontainerschiffe bei voller Beladung und bei jedem Wetter zugänglich sind.

Vor einem Jahrhundert entwarf die Vision eines Weltklasse-Hafens den Traum eines nationalen Durchbruchs; ein Jahrhundert später definiert der große Osthafen die Zukunft der Häfen neu.

Auf der Westseite des Hafengebiets gelegen, ist das automatisierte Terminal Yangshan Phase IV heute eines der größten und technisch fortschrittlichsten vollautomatischen Einzelterminals der Welt.

Das automatisierte Terminal der Phase IV des Tiefwasserhafens Shanghai Yangshan
Das automatisierte Terminal der Phase IV des Tiefwasserhafens Shanghai Yangshan.

Das Terminal arbeitet nahezu „menschenleer“. Kaikräne, Portalhubwagen und führerlose Transportfahrzeuge (AGVs) arbeiten präzise aufeinander abgestimmt. Angetrieben wird dies alles durch das vollständig eigenentwickelte „chinesische Gehirn“ und den „chinesischen Kern“ – das intelligente Terminal-Betriebssystem (ITOS) für vollautomatische Terminals.

Die Fertigstellung von Yangshan Phase IV setzte einen weltweiten Maßstab für ultra-groß dimensionierte automatisierte Terminals und trieb die Branche in eine neue Phase von „Ultra-Größe und hoher Effizienz“. Es markiert einen umfassenden Durchbruch bei Kerntechnologien und dem Export von Standards und hebt die Rolle vom Ausrüster zum Exporteur integrierter Smart-Port-Lösungen. Es führt einen neuen Trend der tiefen Integration von „Grün und Intelligent“ an und liefert ein Vorbild für die emissionsfreie, kohlenstoffarme Entwicklung von Häfen weltweit.

Über mehr als zwei Jahrzehnte war Yangshan auch „Zeuge“ der Geschichte der Beziehungen zwischen beiden Seiten der Taiwanstraße. 2008 fand hier die Eröffnungszeremonie für den direkten Schiffsverkehr von Shanghai aus statt, bei der Schiffe direkt nach Taiwan in See stachen.

Der Hafen unterhält enge Geschäftsbeziehungen zu großen Reedereien. Zudem haben zahlreiche politische Persönlichkeiten den Standort besucht.

Die Gezeiten eines Jahrhunderts sind nicht verebbt; mit auffrischendem Wind werden erneut die Segel gehisst. Derzeit wird der Containerterminal und die zugehörigen Projekte für den Nordbetriebsbereich von Xiaoyangshan im Tiefwasserhafen Yangshan beschleunigt in Phasen gebaut. Geplant sind 7 neue 70.000-Tonnen-Liegeplätze und 15 neue 20.000-Tonnen-Liegeplätze. Mit einer offenen und inklusiven Haltung und dem Selbstvertrauen eigenständiger Innovation steuert Yangshan hinaus in das noch weitere Tiefblau.