5G-A, kurz für 5G-Advanced, ist eine erweiterte Version des 5G-Standards und bildet eine Zwischenstufe auf dem Weg zu 6G. Mit höheren Geschwindigkeiten, größerer Stabilität und erweiterten Fähigkeiten hat sich 5G-A bereits in Bereichen wie dem Aufbau smarter Städte und dem vernetzten Fahren bewährt.

Lagerhaus Nr. 2 des Jingzhou Henglong Werks im Bezirk Shashi umfasst 2.700 Quadratmeter und kann über 50.000 Kartons mit Lenkungskomponenten lagern. Diese Teile werden später in Lenksysteme für bekannte Automarken wie Ford, Volvo, Dongfeng und FAW verbaut.

In diesem großen Lager erledigen nur vier „Roboter-Mitarbeiter“ – fahrerlose Transportfahrzeuge (AGVs) – alle Transportaufgaben. Ihre menschlichen Kollegen überwachen und managen lediglich den Ablauf.

Wenn zwei Fahrzeuge sich begegnen, weichen sie automatisch aus; sie lokalisieren Regale präzise und erledigen Pick-and-Place-Aufgaben eigenständig; sie heben mühelos hundert Kilogramm schwere Kisten auf vier Meter Höhe. Warum sind diese kleinen Fahrzeuge so intelligent?

Früher navigierten AGVs mit Sensoren wie Lidar und Kameras entlang fest verlegter Magnetstreifen oder QR-Codes. Sie konnten nur festgelegte Routen folgen. Die Einrichtung war aufwendig und Routenänderungen kompliziert.

Heute dient 5G-A als „Cloud-Superhirn“ der AGVs. Die Fahrzeuge streamen HD-Videos in Echtzeit in die Cloud. Das Cloud-Hirn berechnet die optimale Route und sendet die Anweisungen innerhalb von Millisekunden zurück. Bei einem Hindernis plant das 5G-A-Netz in unter 20 Millisekunden eine neue Route. So stockt der Transport nie und selbst bei mehreren Fahrzeugen kommt es zu keinen Kollisionen.

„Diese vier Fahrzeuge sparen jährlich über eine Million Yuan an Kosten“, erklärt ein Technikleiter der Planungs- und Logistikabteilung. Die AGVs liefern Material bedarfsgenau und rund um die Uhr aus, unabhängig von Arbeitszeiten oder Mitarbeiterfähigkeiten. Die Lagereffizienz stieg im Vergleich zur Vorzeit um über 40%.

AGVs transportieren Waren hin und her. Aber woher wissen sie, wo sich welche Ware befindet? Auf den Kartons im Lager befindet sich ein Etikett, etwas größer als ein Pflaster. Unter dem Aufkleber verbirgt sich sein Geheimnis: eine Antenne und ein Chip.

Diese Etiketten, die nur wenige Zehnercent kosten, sind die „Nervenenden“ des Smart Warehouse. Sie nutzen die neueste passive IoT-Technologie. „Passives IoT bedeutet ’stromloses‘ Internet der Dinge; sie arbeiten komplett mit ‚geliehener‘ Energie“, erläutert ein stellvertretender Teamleiter einer 5G-IoT-Projektgruppe.

Im Lager sind zahlreiche 5G-A-Basisstationen – etwa so groß wie eine Keksdose – installiert. Betreten die passiven Tags deren elektromagnetisches Feld, fangen ihre Antennen die Wellen ein. Der Chip wandelt diese Energie in Strom um. Aktiviert sendet das Tag sofort seine Standortdaten an die Lagerverwaltungsplattform. Selbst bei tausenden gleichzeitig aktiven Tags verhindern Anti-Kollisions-Algorithmen Chaos.

Dank dieser Technologie werden tausende Paletten, Kartons und Werkzeuge in der Fabrik zu wahrnehmbaren, verfolgbaren und interaktiven Knotenpunkten. Die so gekennzeichneten Waren ermöglichen automatische Inventur und präzise Ortung. In Kombination mit dem effizienten Datentransport des 5G-A-Netzes entsteht ein vollständig digitalisierter Prozess.