Peking Yizhuang Halbmarathon für humanoide Roboter 2026
Am kommenden Sonntag startet der Halbmarathon für humanoide Roboter 2026 im Pekinger Wirtschafts- und Technologieentwicklungsgebiet (Yizhuang). Auf einer Pressekonferenz erläuterte das Organisationskomitee die detaillierten Wettbewerbsregeln, um Zuschauern die Feinheiten des Rennens näherzubringen. Da die teilnehmenden Roboter entweder im autonomen Navigationsmodus oder ferngesteuert an den Start gehen, werden die Ergebnisse der Ferngesteuerten-Gruppe mit dem Gewichtungsfaktor 1,2 multipliziert. Zusätzlich drohen Zeitstrafen während des Rennens. Das bedeutet: Der erste Roboter im Ziel muss nicht zwangsläufig der Sieger sein. Internetnutzer können zudem für den „Besten Gangart-Kontroll-Preis“ der Roboter abstimmen.
Weltweite Anmeldung möglich
Welche Roboter können an diesem Halbmarathon teilnehmen? Die Anmeldung steht Teams aus aller Welt offen – ob humanoide Roboter-Forschungseinrichtungen, Institute, Technologieunternehmen, Innovationsgruppen oder Einzelentwickler. Der Wettbewerb ist in eine Gruppe für autonome Navigation und eine für ferngesteuerte Roboter unterteilt. Beide Gruppen starten zeitgleich und werden gemeinsam gewertet. Die endgültige Punktzahl wird gemäß den Regeln und dem Gewichtungsfaktor berechnet. Die teilnehmenden Roboter müssen strikt drei Prinzipien erfüllen: „menschenähnlich“, „zweibeinig“ und „selbstangetrieben“. Die Körpergröße muss zwischen 75 und 180 Zentimetern liegen.
Im Vergleich zu den Vorjahren wurde der Schwierigkeitsgrad der Strecke erhöht. Die Gesamtstrecke beträgt 21,0975 Kilometer. Erstmals führt die Route durch einen ökologischen Abschnitt im Nanhaizi-Park. Die Strecke kombiniert über zehn Geländearten, darunter ebenes Gelände, Steigungen, Kurven und enge Passagen. Es gibt 12 Linkskurven und 10 Rechtskurven, darunter fast 90-Grad-Kurven, was eine große Herausforderung für die Wegplanung und das dynamische Gleichgewicht der Roboter darstellt. Entlang der Strecke wurden sieben standardisierte Versorgungsstationen eingerichtet, die unter anderem Batteriewechsel und Notfallmaßnahmen anbieten.
„Schiedsrichterfahrzeuge“ folgen den Robotern
Anders als bei einem menschlichen Marathon wird der Roboter-Marathon im Einzelstartverfahren durchgeführt. Der Start erfolgt gestaffelt im Einzelstart-Modus, wobei alle 30 Sekunden ein Roboter losgeschickt wird. Während im Vorjahr noch viele Mitarbeiter nebenherliefen, haben die Roboter in diesem Jahr keine „Tempomacher“ an ihrer Seite. Stattdessen folgt jedem Roboter nach dem Start ein Golfwagen mit Schiedsrichtern und Personal, der den Roboter begleitet, um seinen Teilnahmeprozess zu verfolgen und zu überwachen sowie auf verschiedene unerwartete Situationen zu reagieren.
Welche Situationen führen zu Zeitstrafen? Batteriewechsel an den Stationen werden unter Aufsicht der Schiedsrichter durchgeführt und ziehen keine Zeitstrafe nach sich, die dafür benötigte Zeit wird jedoch in die Gesamtrennzeit eingerechnet. Batteriewechsel außerhalb der Stationen sind nur in Notfällen wie einem plötzlichen Batterieausfall erlaubt; der erste Verstoß wird mit 5 Minuten bestraft, der zweite mit 10 Minuten – die Strafe erhöht sich also kumulativ. Der Austausch eines Roboters ist begrenzt und mit Strafen verbunden: maximal zweimal während des gesamten Rennens, wobei der erste Verstoß mit 15 Minuten und der zweite mit 20 Minuten geahndet wird. Für die Gruppe der autonomen Navigation ist ein menschlicher Eingriff auf vier Szenarien beschränkt: Startunterstützung, Hilfe beim Batteriewechsel an den Versorgungsstationen, Notfall-Ausweichmanöver beim Überholen und Notabschaltung bei einer Störung. Bei mehr als drei nicht genehmigten Eingriffen werden die Ergebnisse des Roboters automatisch nach den Regeln der Ferngesteuerten-Gruppe berechnet und mit dem Faktor 1,2 multipliziert.
Wie wird mit Stürzen oder Kollisionen während des Rennens umgegangen? Bei einem Sturz, einer Kollision oder einer Fehlfunktion des Roboters gilt das Prinzip der abgestuften Behandlung mit Priorität auf Sicherheit. Bei leichter Unwucht und Stillstand muss sich der Roboter eigenständig erholen; menschliche Hilfe ist streng verboten. Wenn der Roboter stürzt und stehen bleibt, muss ein Antrag gestellt werden, um ihn in einen sicheren Bereich zu bringen. Dort sind nur Aktionen wie Aufrichten, Neustarten, Reinigen und Kühlen erlaubt; Batteriewechsel, Reparaturen an Teilen oder Parameteränderungen sind untersagt. Bei schwerwiegenden strukturellen Schäden muss der Roboter sofort von der Strecke entfernt werden; ein Ersatzroboter kann eingesetzt werden, oder das Team kann aus dem Rennen aussteigen; Zerlegung oder Reparatur vor Ort sind verboten.
Preise in drei Kategorien: Geschwindigkeit und Technologie
Obwohl es sich um einen Roboter-Wettbewerb handelt, werden Aspekte wie Schiedsgericht und Zeitnahme sehr ernst genommen. Der Wettbewerb hat ein Schiedsrichterkomitee eingerichtet, das aus Schiedsrichter-Experten, technischen Vertretern, Schiedsrichtern vor Ort und begleitenden Schiedsrichtern besteht. Dies gewährleistet eine lückenlose Aufzeichnung, Transparenz und Offenheit während des gesamten Prozesses. Für die Zeitmessung wird ein RFID-Chip-System (Radio Frequency Identification) mit einer Genauigkeit von 0,1 Sekunden verwendet. An den Startpunkten, Segmentpunkten, im Ziel und an den Versorgungsstationen sind Messmatten installiert.