In einem beispiellosen regulatorischen Schritt haben die saudi-arabischen Behörden beschlossen, dem Ministerium für Personal und Soziales die Befugnis zu übertragen, die finanzielle Gebühr für die Beschäftigung von Angehörigen (männlichen und weiblichen Begleitpersonen) ausländischer Arbeitnehmer in Privatsektor-Unternehmen festzulegen. Dies ist Teil einer Regierungsinitiative, die darauf abzielt, diese Personengruppe systematisch als legale Alternative zur Rekrutierung aus dem Ausland in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Die Entscheidung und die zuständigen Behörden

Der Ministerrat hat eine neue Regelung genehmigt, die auf eine Ausweitung der Beteiligung von Angehörigen (Begleitpersonen) in einer Reihe von Wirtschaftsaktivitäten und Berufen abzielt, koordiniert mit den relevanten Regierungsstellen. Die finanzielle Gebühr für ihre Beschäftigung wird in Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Personal und Soziales sowie dem Finanzministerium unter Beteiligung des Zentrums für die Entwicklung nicht-ölbasierter Einnahmen festgelegt. Die Gebühr soll der Abgabe entsprechen, die auf ausländische Arbeitskräfte im Privatsektor erhoben wird, um finanzielle Fairness zu erreichen und die regulatorischen Rahmenbedingungen zu vereinheitlichen.

Vorgaben für die Beschäftigung von Angehörigen (Begleitpersonen)

Die Entscheidung erlaubt die Beschäftigung von Angehörigen in Berufen und Fachrichtungen, die ihrer Ausbildung und praktischen Qualifikation entsprechen, unter Einhaltung folgender Vorgaben:

  • Einhaltung der beruflichen Praxisvorschriften und Bestehen anerkannter beruflicher Eignungstests.
  • Beschränkung der Beschäftigung auf den Ehepartner oder den männlichen gesetzlichen Begleiter (Mahram) bei weiblichen Arbeitnehmerinnen.
  • Überprüfung, dass keine saudischen Fachkräfte für die Stellen verfügbar sind, gemäß den genehmigten Listen des Ministeriums für Personal und Soziales.
  • Die Beschäftigung muss eine direkte Alternative zur externen Rekrutierung sein, und die Tätigkeit des Unternehmens muss mit den Vorgaben des „Nitaqat“-Programms übereinstimmen.

Umsetzungsdatum und erwartete Auswirkungen

Die Entscheidung ist offiziell in Kraft getreten. Es wird erwartet, dass sie zu Folgendem beitragen wird:

  • Verbesserung der Lebensbedingungen ausländischer Arbeitnehmer.
  • Bereitstellung regulärer Beschäftigungsmöglichkeiten für ihre Angehörigen (Begleitpersonen).
  • Stärkung der Effizienz und Nachhaltigkeit des saudischen Arbeitsmarktes im Einklang mit den wirtschaftlichen Entwicklungszielen und der Vision des Königreichs.

Ministerrat

Der Ministerrat ist das wichtigste Exekutivorgan der Regierung in Saudi-Arabien. Er setzt sich aus hochrangigen Ministern unter dem Vorsitz des Königs zusammen und ist für die Umsetzung von Gesetzen, die Festlegung der Politik und die Verwaltung der Staatsgeschäfte verantwortlich.

Ministerium für Personal und Soziales

Das Ministerium für Personal und Soziales (MHRSD) ist eine Schlüsselbehörde in Saudi-Arabien, die 2020 durch die Fusion des Arbeitsministeriums und des Entwicklungsfonds für Humanressourcen entstand. Seine Hauptaufgaben sind die Regulierung des Arbeitsmarktes, die Entwicklung der einheimischen Arbeitskraft sowie die Überwachung von Sozialhilfe- und Familienschutzprogrammen im Einklang mit den Zielen der saudischen Vision 2030.

Finanzministerium

Das Finanzministerium Saudi-Arabiens ist für die Steuerpolitik, die Haushaltsplanung, die Verwaltung der öffentlichen Finanzen und die wirtschaftliche Entwicklungspolitik des Königreichs zuständig. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der finanziellen Aspekte der Vision 2030.

Zentrum für die Entwicklung nicht-ölbasierter Einnahmen

Das Zentrum für die Entwicklung nicht-ölbasierter Einnahmen ist eine Institution, die im Rahmen der Vision 2030 geschaffen wurde, um die nationale Wirtschaft durch die Förderung neuer Sektoren wie Tourismus, Unterhaltung, Technologie und KMU von der historischen Abhängigkeit vom Öl zu diversifizieren.

Nitaqat-Programm

Das Nitaqat-Programm ist eine 2011 eingeführte Arbeitsmarktpolitik Saudi-Arabiens, die darauf abzielt, die Beschäftigung saudischer Staatsangehöriger im Privatsektor zu erhöhen. Unternehmen werden anhand ihres Anteils saudischer Mitarbeiter in Kategorien eingeteilt, mit Anreizen für die Einhaltung und Sanktionen bei Nichteinhaltung der Quoten.

Saudi Vision 2030

Die „Saudi Vision 2030“ ist ein strategischer nationaler Rahmenplan, der 2016 gestartet wurde, um die Wirtschaft Saudi-Arabiens zu diversifizieren und seine öffentlichen Sektoren zu entwickeln. Das Ziel ist es, die Abhängigkeit des Landes vom Öl durch Investitionen in neue Industrien, die Förderung kultureller und unterhaltungsbezogener Projekte sowie die Verbesserung des sozialen Lebens zu verringern.