Am zweiten Tag der fünften Ausgabe des Saudi Media Forum fand eine Dialogrunde mit dem Titel „Einflussdiplomatie… Medien und Imagebildung“ statt. Dabei wurde die Rolle der Medien bei der Prägung von Wahrnehmungen und der Stärkung der Soft Power von Nationen erörtert. An der Sitzung nahmen mehrere im Königreich akkreditierte Botschafter teil.
Es wurde festgestellt, dass sich die Diplomatie erheblich weiterentwickelt hat – vom traditionellen Rahmen hin zur öffentlichen Diplomatie. Dabei bestätigte sich, dass „Soft Power“ zu einem zentralen Instrument für Nationen geworden ist, um sich zu präsentieren und ihre politischen sowie wirtschaftlichen Interessen zu verfolgen.
Erläutert wurde, dass Saudi-Arabien ein herausragendes Modell in der Einflussdiplomatie darstellt, insbesondere durch die Ausrichtung internationaler Foren und Investitionen in Kultur und Sport – vor allem im Fußball. Dies habe dazu beigetragen, die saudische Präsenz weltweit auszudehnen. Betont wurde, dass der Erfolg von Medien- und diplomatischem Diskurs von Ehrlichkeit und Vertrauensaufbau abhänge. Da digitale Medien Falschdarstellungen heute schneller entlarven könnten, sei nur eine ehrliche Erzählung in der Lage, nachhaltig zu wirken und eine dauerhafte Beziehung zur öffentlichen Meinung aufzubauen.
Es wurde bekräftigt, dass die Beziehung zwischen Medien und Diplomatie historisch gewachsen und im Zeitalter moderner Kommunikation und sozialer Medien komplexer und einflussreicher geworden sei. Medien seien nie bloß Übermittler, sondern stets aktive und einflussreiche Akteure gewesen. Politisches Handeln könne daher nicht von der Steuerung der Medienpräsenz getrennt werden.
Hervorgehoben wurde, dass die Prägung von Wahrnehmungen und die Gestaltung eines Images den Kern öffentlicher und kultureller Diplomatie ausmachten. Die richtige Botschaft für das richtige Publikum sei der Schlüssel zum Einfluss. Kunst und nationale Küche zählten dabei zu den wirksamen Instrumenten der Soft Power.
Abschließend wurde klargestellt, dass gegenseitiger Respekt und Dialog eine Grundsäule diplomatischer Arbeit bilden. Die beiden größten Herausforderungen für die Diplomatie heute seien die Verbreitung von Fehlinformationen und das hohe Tempo moderner Medien – im Gegensatz zur diplomatischen Arbeitsweise, die auf Gradualität und dem Aufbau langfristiger Beziehungen basiere.