Musk äußerte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, dass die vollwertige Version des „Full Self-Driving“ (FSD) bereits im Februar in China eingeführt werden könnte. Dies, kombiniert mit der offiziellen Bestätigung von Tesla, dass FSD ab dem 14. Februar nicht mehr einmalig gekauft, sondern nur noch im Abonnement erhältlich sein wird, wirft Fragen auf: Wie glaubwürdig ist diese Meldung? Und falls die aktuell abgespeckte FSD-Version, die noch Fehler wie das Überfahren roter Ampeln begehen kann, tatsächlich durch die vollwertige Version ersetzt wird – würde das einen ähnlich großen Wirbel verursachen wie die ursprüngliche Lokalisierung?

Zunächst zur Faktenlage: Laut einem Bericht vom 23. Januar präzisierte Musk am 22. Januar Ortszeit, dass die beaufsichtigte FSD-Version voraussichtlich nächsten Monat in Europa genehmigt wird, wobei der Genehmigungsprozess in China einem ähnlichen Zeitplan folgen soll. Das kommt nicht überraschend; bereits im November sagte er eine Genehmigung in China für Februar oder März dieses Jahres voraus, nun konkretisiert sich der Zeitplan. Die Wahrscheinlichkeit für das Erscheinen der Vollversion in China ist nicht gering, wobei zwei Hürden zu nehmen sind: In puncto Politik hat Teslas Rechenzentrum in Shanghai eine vollständige lokale Datenspeicherung erreicht und erfüllt damit Compliance-Anforderungen. Bei den Chips ebneten laut Berichten gelockerte US-Beschränkungen im Januar den Weg für Nvidia-H200-Exporte nach China, was die Algorithmen-Iteration unterstützt. Technisch muss FSD an chinesische Gegebenheiten wie Drängler und provisorische Verkehrsschilder angepasst werden. Es wird darauf hingewiesen, dass FSD monatlich zwei- bis dreimal aktualisiert wird und mit lokalen Daten optimiert werden kann – die Hoffnung auf eine Einführung im ersten Quartal ist groß.

Dieser Druck betrifft bereits einheimische Automobilhersteller. Das Abonnementmodell bietet Fahrzeughaltern mehr Flexibilität: Der ursprüngliche Einmalkauf lag bei 64.000 Yuan, die monatliche Gebühr dürfte voraussichtlich zwischen 499 und 699 Yuan liegen. Für einen Test ist das Abonnement kostengünstiger; bei einer Nutzungsdauer von über acht Jahren war der Einmalkauf günstiger. Dieses Modell stellt auch eine Herausforderung für die heimischen Hersteller dar. Im aktuellen Markt für intelligentes Fahren hält, vereinheitlichten technischen Standards zufolge, Huaweis „Qiankun“ Smart Driving einen Marktanteil von 53,7 %, während Xpeng und BYD mit kostengünstigen Einmalkäufen oder Serienausstattungen Marktanteile gewinnen. Teslas Abomodell wird das bestehende Gleichgewicht stören. Kurzfristig werden es heimische Hersteller schwer haben, ein reines Abomodell zu etablieren, und werden voraussichtlich parallele Kauf- und Abo-Modelle beibehalten, während sie die technologische Iteration beschleunigen. He Xiaopeng hat bereits eine Wette abgegeben, um mit FSD zu konkurrieren, was auf eine umfassende Verschärfung des Wettbewerbs in der Branche hindeutet.

Zusammenfassend ist das Eintreffen der vollwertigen Version in China sehr wahrscheinlich. Das Abonnementmodell wird einen Branchenwandel erzwingen. Das heimische intelligente Fahren benötigt Durchbrüche sowohl bei der Lokalisierung als auch beim Geschäftsmodell. Der Wettbewerb in diesem Sektor wird sich weiter verschärfen.