Die Feiertage zum Eid sind vorbei, doch die neuen Probleme, denen sich die Regierung nach dem Ramadan stellen muss, zeichnen sich erst ab. Eines davon ist die Urbanisierung. Der verlockende Glanz der Stadt zieht die Dorfbewohner in seinen Bann und weckt in ihnen den Wunsch, dieses Leben selbst zu erfahren. Viele Verwandte, die in der Stadt Erfolg hatten, geben ihnen die Hoffnung, nachzuziehen. In der Folge ist die Zahl der Menschen, die in die Städte zurückkehren, erneut viel größer als diejenige, die zuvor in ihre Heimatorte gereist war. Dies deutet auf eine deutliche Beschleunigung des Urbanisierungstempos hin.
Laut dem stellvertretenden Bevölkerungsbeauftragten ist das Phänomen des immer stärkeren Rückstroms Jahr für Jahr nicht mehr nur eine Tradition der Heimkehr zu den Feiertagen. Der Rückstrom hat nun eine komplexere Form angenommen. Dies spiegelt strukturelle Ungleichheit wider und vertieft gleichzeitig die Kluft zwischen den Regionen Dorf und Stadt. Der demografische Bonus ist ebenfalls rapide angestiegen, was sich auf die soziale und wirtschaftliche Ungleichheit in der städtischen Gesellschaft auswirkt.
Urbanisierung ist ein greifbarer Beweis für die hohe wirtschaftliche Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft. Die wirtschaftliche Kluft zwischen Stadt und Land veranlasst die Dorfbewohner, ihren Lebensstandard durch einen Umzug verbessern zu wollen. In der Folge verlieren die Dörfer viele junge Arbeitskräfte, die eigentlich das Rückgrat der Entwicklung und Nachhaltigkeit ihrer Regionen sein sollten. Gleichzeitig geraten die Städte demografisch unter Druck aufgrund der großen Zahl Zuziehender.
Kapitalismus als Ursprung des Urbanisierungsphänomens
Die große Disparität im Wirtschaftsbereich ist die Hauptgrundlage für das Auftreten von Urbanisierung. Dorfbewohner setzen große Hoffnungen auf ein Leben in der Stadt, weil das Wirtschaftswachstum dort viel höher ist als auf dem Land. Diese wirtschaftliche Ungleichheit ist untrennbar mit der Politik verbunden, die eine Regierung verfolgt. Indonesien basiert grundsätzlich auf einem kapitalistischen Wirtschaftssystem – einem System, das auf der Grundlage von inhärent begrenztem menschlichem Denken wächst und gedeiht.
Die kapitalistische Wirtschaft in Indonesien operiert innerhalb eines gemischten Systems. Dies zeigt sich in der Dominanz des privaten und ausländischen Sektors bei der Ausbeutung von natürlichen Ressourcen, beispielsweise bei Freeport. Die Verbreitung des modernen Einzelhandels, die Privatisierung staatseigener Unternehmen und Marktmechanismen bei der Preisgestaltung sind ebenfalls Teil des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Obwohl Indonesien beansprucht, auf der Pancasila zu basieren, sind kapitalistische Praktiken im Feld durch wirtschaftliche Liberalisierung und übermäßige Investitionen sehr deutlich.
Neben dem kapitalistischen Wirtschaftssystem, das die wirtschaftliche Kluft schafft, tragen auch jakarta- oder stadtzentrierte Budgetzuweisungen zu den Auslösern der Landflucht bei, weil Dörfer vernachlässigt werden. Obwohl Wirtschaftsprogramme für Dörfer von der Regierung entwickelt und umgesetzt wurden, um das Wachstum anzukurbeln. Tatsächlich dienen Programme wie Dorfgenossenschaften (Kopdes) und dörfliche Unternehmen (BUMDes) oft nur der Imagepflege und werden nicht wirklich so umgesetzt, wie es nötig wäre, um die Dörfer voranzubringen.
Im Gegenteil, die für Dorfentwicklungsprogramme bereitgestellten Mittel werden oft zur Quelle kollektiver Korruption. Sie werden als „Projektfestmahl“ genutzt, von dem nur eine Handvoll bestimmter Parteien profitiert. Dies ist auch untrennbar mit der korrupten Mentalität verbunden, die bereits bei den meisten Amtsträgern tief verwurzelt ist. Sie vergessen, dass sie vereidigt wurden, um dem Volk zu dienen; sie vergessen, dass sie vom Volk gewählt wurden, um die Regionen, die sie aufbauen, zu Wohlstand zu führen. Verführt von weltlichem Material und Gelegenheiten, die sie ihre Pflicht als Diener der Gemeinschaft vergessen lassen.
Die Sicht des Islam auf Urbanisierung
Der Islam garantiert mit all seinen Regelungen jedes Bedürfnis der Gemeinschaft, egal ob sie in Dörfern oder Städten lebt. Da dies eine Verpflichtung für die Regierung als Diener der Gemeinschaft ist, hat die Gemeinschaft das Recht, alle für ihr Leben notwendigen Einrichtungen zu erhalten. Folglich kann durch die islamische Wirtschaftspolitik eine gerechte Entwicklung in jeder Dorf- und Stadtregion verwirklicht werden.
Der Agrarsektor als Haupteinkommensquelle der Dorfbewohner wird hoch entwickelt. Nicht nur in Bezug auf Kapital wird Unterstützung geleistet, sondern alle Bedürfnisse wie Geräte, Dünger, Saatgut und sogar Pestizide werden von der Regierung für die wirtschaftliche Entwicklung im Dorf erleichtert. Nicht halbherzig, die Regierung wird sogar Agrarspezialisten entsenden und fortschrittliche Technologien einsetzen, damit die Ergebnisse aus dem Agrarsektor einen Überschuss erzielen und den allgemeinen Nahrungsmittelbedarf decken können.
Neben den Produktionsfaktoren wird auch darauf geachtet, dass die Verteilungsfaktoren so optimal wie möglich funktionieren. Strikte Aufsicht wird eingesetzt, um Zwischenhändler zu vermeiden, die die Produktionsergebnisse der Bauern ausbeuten. So kann die Verteilung der Ernteerzeugnisse aus dem Agrarsektor entsprechend den Bedürfnissen der breiten Öffentlichkeit, auch in die Stadt, geleitet werden. Von hier aus wird ein Gleichgewicht zwischen Dorf und Stadt sichtbar, die sich gegenseitig in ihren Bedürfnissen ergänzen.
So wird es keine extreme Form der Urbanisierung mehr aus der Notwendigkeit heraus geben, den Lebensbedarf zu decken, weil alles bereits vom Staat sowohl im Dorf als auch in der Stadt erfüllt wird. Dies wird schwer zu erreichen sein unter einem anderen System als dem Islam, das Gerechtigkeit und Wohlstand für alle Menschen garantiert.