FPT baut erstmals nach Jahren des Wachstums Personal ab
Die FPT Corporation hat ihren geprüften Jahresabschluss für 2025 veröffentlicht. Ein auffälliges Detail ist die Veränderung der Belegschaft nach vielen Jahren kontinuierlichen Wachstums.
Laut Konzernbericht beschäftigte FPT Ende 2025 genau 54.110 Mitarbeiter – ein Rückgang um knapp 540 Personen im Vergleich zu 54.646 Ende 2024.
Es ist ein seltener Fall, dass dieser führende Technologiekonzern nach fast einem Jahrzehnt ununterbrochener Expansion einen Personalabbau verzeichnet.
Zuvor war die Belegschaft von FPT stetig gewachsen: von 25.322 (2017) über 27.843 (2018), 28.781 (2019) und 30.651 (2020) auf 37.180 (2021). Der Aufwärtstrend setzte sich fort: 42.408 (2022), 48.162 (2023) und schließlich 54.646 Ende 2024.
Der Personalrückgang im vergangenen Jahr löste Gerüchte aus, FPT gerate im Outsourcing-Geschäft durch KI unter Druck. Ein FPT-Manager musste auf einer persönlichen Seite klarstellen: Das Gerücht „FPT entlässt 26.000 Mitarbeiter in 15 Monaten“ sei frei erfunden. Viele Plattformen, die diese Falschmeldung verbreitet hatten, entfernten sie später.
Wie begegnet FPT dem KI-Druck?
Im kürzlich veröffentlichten Jahresbericht thematisierte der Vorstandsvorsitzende von FPT KI in seiner Botschaft an die Aktionäre.
Seiner Ansicht nach durchlebt die Welt tiefgreifende Umwälzungen und beispiellose Herausforderungen: Kriege, Energieengpässe, Inflation, Lieferkettenstörungen, fallende Börsenindizes. Unternehmen, Organisationen und Staaten müssten sich an einen harten „neuen Normalzustand“ gewöhnen, in dem Stabilität nicht mehr selbstverständlich sei. Genau dieser Zustand wecke aber auch neue Kräfte.
Wir stünden vor einem „Technologie-Tsunami“, in dessen Zentrum die KI stehe.
„KI entwickelt sich wie ein Sturm“, so der Vorsitzende. Diese Technologie verändere nicht nur Leben, Arbeit und Kommunikation, sondern auch die Art, wie Unternehmen wirtschaften, Organisationen geführt werden und Nationen konkurrieren.
Um im KI-Zeitalter nicht zurückzufallen, müssten Unternehmen drei Überlebensfragen lösen: Zeit, Kosten und Arbeitsproduktivität.
Er zeigte sich zuversichtlich, dass FPT über Wettbewerbsvorteile verfüge, die nicht viele Unternehmen hätten. An erster Stelle stehe die große Technologiebelegschaft. „Mit Zehntausenden Ingenieuren weltweit ist dies die entscheidende Ressource, um für globale Kunden groß angelegte, mehrjährige Technologietransformationsprogramme umzusetzen.“
Im neuen Technologiezeitalter zähle aber nicht nur die Menge, sondern auch Exzellenz. Mit über 54.000 Mitarbeitern in mehr als 30 Ländern, darunter über 4.000 internationale Experten aus 82 Nationen, baue FPT nach eigenen Angaben „schrittweise ein globales, diverses Technologieteam auf, das komplexe Probleme in großem Maßstab lösen kann.“
Der Vorstandsvorsitzende gab weitere Einblicke in die KI-Entwicklungsstrategie – ein Thema, das bei vielen Aktionären zuletzt für Besorgnis und Skepsis gesorgt hatte.