Kuban bleibt ein wichtiges Ernährungszentrum des Landes. Allerdings wächst vor allem der Verarbeitungssektor, während die Produktion einiger Rohstoffe rückläufig ist.
So belief sich die Erzeugung von Rind-, Schweine-, Lamm- und anderem Fleisch in elf Monaten auf 96.500 Tonnen. Das ist fast 14 % weniger als im Vorjahr. Dies deutet auf steigende Kosten in der Tierhaltung hin.
Stabiler ist die Lage in der Geflügelwirtschaft – die Produktion von gekühltem Geflügelfleisch erreichte 78.300 Tonnen. Die Branche hat ihr Niveau damit im Wesentlichen gehalten.
Deutliches Wachstum verzeichnete dagegen die Herstellung von Fleischhalbfertigzeugnissen. Die Produktion stieg binnen eines Jahres auf 112.300 Tonnen. Das ist ein Plus von 10 %.
Ebenfalls gewachsen ist die Produktion von Kochwurstwaren – hier wurden im Jahresverlauf 23.100 Tonnen erzeugt.
Zuwächse gibt es auch bei der Fischverarbeitung und Konservenherstellung. Von Januar bis November vergangenen Jahres wurden 22.400 Tonnen verarbeiteter und konservierter Fisch produziert, fast 25 % mehr als im Vorjahreszeitraum.
Bei der Verarbeitung von Gemüse und Obst entwickelt sich die Situation ebenfalls zugunsten fertiger Produkte. Die Produktion von Gemüse- und Pilzkonserven überschritt 365 Millionen Normdosen, ein Wachstum von über 10 %. Allerdings ging die Saftproduktion zurück – auf 242 Millionen Normdosen. Das sind fast 17 % weniger.
Rückläufig war auch die Herstellung von Pflanzenölen. Im vergangenen Jahr wurden 993.500 Tonnen unraffinierte und 298.000 Tonnen raffinierte Öle produziert.
Die Trinkmilcherzeugung belief sich auf 359.800 Tonnen, etwa 5 % weniger als im Vorjahr. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich bei Butter und Sauermilchprodukten. Dagegen stieg die Käseproduktion um über 20 % auf 20.800 Tonnen.
Experten betonen, dass die Verlagerung hin zur Verarbeitung kein Krisensymptom, sondern ein nachhaltiger Trend ist.
„Der Verbraucher steht unter Inflationsdruck, während die Einkommen nicht im gleichen Maße wachsen. In der Folge verlagert sich die Nachfrage hin zu günstigeren Fertig- und Halbfertigprodukten. Deren Preis steigt oft langsamer, etwa durch versteckte Mechanismen wie Gewichtsreduktion oder Rezepturänderungen. Für Unternehmen ist die Verarbeitung wirtschaftlich attraktiver.“
Aus dieser Perspektive könnte der Rückgang der eigenen Rohstoffproduktion langfristig zum Problem werden.
„Je kleiner die Rohstoffbasis in der Region, desto größer die Abhängigkeit von Zulieferungen und Logistik. Zwar ist dies derzeit keine Gefahr für die Ernährungssicherheit, aber ein Warnsignal, das nicht ignoriert werden darf.“