Im Internet werden heimlich gefilmte Aufnahmen von Kindern gehandelt, und es gibt Aufrufe, solche Videos online zu stellen. Erst im vergangenen Jahr wurde eine Gruppe von Lehrern festgenommen, die heimlich gefilmte Bilder eines jungen Mädchens geteilt hatten – auch sie waren über soziale Medien miteinander verbunden. In den letzten Jahren nehmen Fälle zu, in denen sich Tätergruppen über besonders anonyme Apps organisieren, um den Behörden zu entgehen.

„Lasst uns eine Gruppe nur für aktuelle Schüler gründen!“

Als ein solcher Beitrag auf einer Social-Media-Plattform erschien, folgten zahlreiche Antworten wie „Ich will dabei sein!“. „Aktuelle Schüler“ bezieht sich auf derzeit eingeschriebene Schülerinnen und Schüler, der Begriff „Gruppe“ ist selbsterklärend. Der Beitrag wird so verstanden: „Ich möchte eine Gruppe gründen, in der heimlich gefilmte Aufnahmen von aktuellen Schülern geteilt werden.“

„Bis vor ein paar Jahren war es üblich, jedes heimlich gefilmte Bild oder Video einzeln zu verkaufen. In letzter Zeit hat jedoch der Verkauf von Beitrittsrechten zu solchen Gruppen zugenommen.“

Darauf weist der Vertreter einer privaten Initiative hin, die das Internet überwacht. Die Gruppe begann ihre Arbeit vor sechs Jahren und meldet heimlich gefilmte Aufnahmen, die sie auf Social Media und in Online-Foren findet, der Polizei und den Schulen.

Mitglieder kennen sich nicht persönlich

Laut dem Vertreter gibt es zwei Arten von Gruppen: den „Abonnement-Typ“, bei dem Mitglieder regelmäßig eine Gebühr an den Organisator zahlen, um ständig neue Bilder und Videos zu erhalten, und den „Kreis-Typ“, bei dem die Mitglieder selbst gefilmte Aufnahmen miteinander teilen. Im Kreistyp müssen die Teilnehmer regelmäßig eigene Aufnahmen beisteuern. Wer seltener postet, riskiert den Ausschluss aus der Gruppe. Wer dagegen extremere Inhalte liefert, kann innerhalb der Gruppe bevorzugt behandelt werden.

„Unter den Beteiligten bestärken sie sich gegenseitig in ihren Taten …“