EIN KÜHNER SCHRITT des Finanzministers, das Haushaltsdefizit bis an die 3-Prozent-Marke auszuweiten, weckt Bedenken hinsichtlich der künftigen Widerstandsfähigkeit der indonesischen Wirtschaft. Der Minister selbst betrachtet diese Politik offenbar als taktische Maßnahme, um eine Krise wie die von 1997–1998 zu verhindern. Diese Entscheidung ist nicht grundlos, denn eine Defizitausweitung könnte das Wirtschaftsrad angesichts globaler Verlangsamungsdrucke potenziell langsam wieder in Schwung bringen.
Das Haushaltsdefizit hat sich proportional auf 2,92 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausgeweitet und nähert sich damit der gesetzlichen Obergrenze von 3 Prozent. Vor diesem Hintergrund sind die hohen Ausgaben für Großprogramme wie das Programm für kostenlose nahrhafte Mahlzeiten (MBG) natürlich ein steter Anlass für Debatten.
Der Grund: Die hohen Ausgaben in diesem Bereich werden nicht durch entsprechende Steuermehreinnahmen im Haushalt aufgefangen. Die logische Konsequenz einer Defizitfinanzierung durch Schulden ist, dass die Sorgen um eine Verbesserung der Wirtschaftsqualität groß bleiben. Auch wenn das Schuldenstandsverhältnis des Staates zum BIP auf dem Papier mit 41 Prozent noch relativ sicher und von der gesetzlichen Schwelle von 60 Prozent weit entfernt ist.
Doch auch diese hohe Verschuldung birgt ein großes Potenzial, das Wirtschaftswachstum langfristig zu bremsen. Dies zeigt sich am Rückgang des Investitionswachstums, der Steuereinnahmen und den Risiken für die angetriebenen Unternehmen.
Eine hohe Schuldenanhäufung stellt eindeutig ein Risiko für Indonesiens langfristige wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten dar. Wenn dieses Risiko also wie ein Schatten über der Zukunft hängt, was muss die Regierung dann tun, um ein organisches Wirtschaftswachstum anzukurbeln?
Abgewogene Politik
Besitzt die aktuelle Haushaltspolitik der Zentralregierung ein signifikantes Potenzial, ein höheres Wirtschaftswachstum zu generieren?
Diese Frage verdient eine erneute Prüfung, denn eine Defizitausweitung birgt eindeutig ungewöhnliche Risiken. Dazu gehören Sorgen um ein hohes und steigendes Schuldenstandsverhältnis zum BIP sowie eine wachsende Schuldenlast, die den fiskalischen Spielraum immer enger werden lässt.
Dieses große Defizit wird oft durch Auslandsverschuldung finanziert, was den Devisenbedarf erhöht. Auf dieser Seite gerät die Rupiah häufig unter starken Druck, insbesondere wenn Investoren im In- und Ausland an der fiskalischen Gesundheit des Landes zu zweifeln beginnen – diese Unsicherheit würde sich dann nur noch verstärken.
Eine nicht zu übersehende Gefahr ist das erhebliche Inflationsrisiko. Vor allem wenn das Defizit durch exzessive Gelddruckerei und erhöhte Subventionen finanziert wird, steigen die Preise stark an. Letztlich zwingt dies die Regierung, große Mittel auf den Finanzmärkten aufzunehmen, wodurch die Mittel für den Privatsektor knapper werden und produktive Investitionen zurückgehen.
Empirischen Daten zufolge lag die Inflation 1997 bei 6,23 % (gegenüber dem Vorjahr, jährlich) gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI).
Diese Daten zeigen, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen im gesamten Jahr 1997 aufgrund von Preisdruck und der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise weiter stiegen.
1998 erreichte die Währungskrise ihren Höhepunkt. Es muss betont werden, dass diese Situation nicht nur Indonesien, sondern die gesamte asiatische Region betraf. Das bedeutet: Selbst wenn die inländischen Bedingungen günstig sind, könnte die schlimmste Situation Indonesien treffen, wenn die externen Bedingungen ungünstig sind.
Wir dürfen nicht vergessen, wie die indonesische Inflation von 1997–1998 zur kritischsten Phase in der Wirtschaftsgeschichte des Landes wurde. Die indonesische Wirtschaftskrise war eine Folge der asiatischen Währungskrise, die im Juli 1997 mit einer Währungskrise in Thailand begann und sich in ganz Asien ausbreitete.
Indonesien wurde aufgrund mehrerer negativer inländischer Faktoren sehr anfällig: ein sehr hoher privater Auslandsverschuldung, ein extrem fragiles Bankensystem und ein Wechselkurs der Rupiah, der unter einem gemanagten Float-System gehalten wurde, was die wirtschaftliche Lage unkontrollierbar erscheinen ließ.
Im August 1997 ließ die damalige indonesische Regierung die Rupiah sogar in den freien Markt floaten; diese Politik verursachte eine extreme Abwertung.
Im Jahresbericht 1998 wurde das Problem der sehr starken Abwertung des Rupiah-Kurses als Hauptfaktor für die explodierende Inflation 1998 genannt. Dem Bericht zufolge lag die Inflation 1997 bei etwa 11,1 %, bei einem Rupiah-Kurs von etwa 4.650 Rp/USD.
Im Jahr 1998 lag der Inflationsdruck in Indonesien dagegen bei etwa 77,6 %, mit einem Rupiah-Kurs von etwa 16.800 Rp/USD im Januar 1998.