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Zhu Rong (Zweiter von links) führt Studierende in einem Pilotstandort eines Stahlunternehmens durch den experimentellen Unterricht. |
Profil
Zhu Rong, geboren 1962 in Pingxiang, Provinz Jiangxi, ist Akademiker der Chinesischen Akademie für Ingenieurwissenschaften, Professor und Doktorvater an der Universität für Wissenschaft und Technologie Peking (USTB) sowie Direktor des Nationalen Schlüssellabors für grüne und kohlenstoffarme Stahlmetallurgie. Seit Langem widmet er sich der wissenschaftlichen Forschung, Lehre und dem Ingenieurwesen im Bereich der grünen und kohlenstoffarmen Stahlmetallurgie. Er gilt als einer der Pioniere des effizienten und sauberen Elektrolichtbogenofen-Schmelzens sowie der Nutzung von Kohlendioxid in der Stahlherstellung und trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung der kohlenstoffarmen Stahltechnologie in China bei.
Ein Schreibtisch, ein Stuhl und ein Regal voller Bücher. Im Gebäude der Fakultät für Metallurgie und Ökologische Verfahrenstechnik der USTB ist das Büro von Zhu Rong schlicht eingerichtet. Urkunden im Bücherregal – etwa zur „Grünen und sauberen Stahlherstellungstechnologie und -anwendung auf Basis der Nutzung von Kohlendioxid als Ressource“ oder zur „Entwicklung und Anwendung von grüner und effizienter Elektrolichtbogenofen-Stahlherstellungstechnologie und -ausrüstung“ – zeugen von den Meilensteinen seiner wissenschaftlichen Karriere.
Vom einfachen Ofenarbeiter im Jiangxi-Stahlwerk (heute Xinyu Iron and Steel Company) bis zum führenden Forscher auf dem Gebiet der grünen und kohlenstoffarmen Metallurgie in China – Zhu Rongs Weg ist stets in der Praxis verwurzelt. Seine Erfolge führt er oft darauf zurück, „auf der Welle der Zeit zu reiten“. Das Motto „Tugend pflegen, Weisheit für Innovation sammeln und sich der Praxis widmen“ prangt auffällig am Türrahmen seines Büros.
„Nur wenn man am Ofen verwurzelt ist, kann man Stahl wirklich verstehen“
„Die Praxis ist die Quelle wissenschaftlicher Forschung; Forschung, die von der Front losgelöst ist, gleicht einer Luftspiegelung.“ In Interviews betont Zhu Rong immer wieder die „Hingabe an die Praxis“ – eine Grundlage, die er durch seine Erfahrungen an der Front in seiner Jugend gelegt hat.
Zu Beginn der Reform- und Öffnungspolitik stützte sich die industrielle Wiederbelebung auf Stahl als Rückgrat. 1979 wurde Zhu Rong am Jiangxi-Metallurgie-College (heute Jiangxi-Universität für Wissenschaft und Technologie) angenommen, um Stahlmetallurgie zu studieren. „Die Lehre an der Schule war eng mit der Praxis verzahnt, was uns half, schnell zu wachsen“, sagt Zhu Rong. Während seines Studiums organisierte die Schule Praktika in Stahlwerken in Wuhan (Hubei), Ma’anshan (Anhui) und Shanghai. In diesen Praktika erlebte er hautnah die Fortschrittlichkeit ausländischer Walzstraßen für Siliziumstahl und festigte seinen Entschluss, dem Land durch Stahl zu dienen. Unter Anleitung seiner Mentoren entschied er sich zunächst für die Elektrolichtbogenofen-Stahlherstellung und legte damit den Grundstein für seinen späteren Weg zur grünen Stahlerzeugung.
Nach seinem Abschluss im Juli 1983 arbeitete Zhu Rong im Jiangxi-Stahlwerk. Freiwillig begann er mit der grundlegendsten Ofenarbeit: Beschicken, Temperatur messen, Temperatur regeln, Schmelzparameter aufzeichnen und Arbeitsabläufe studieren. Die Temperatur des flüssigen Stahls erreichte 1.700 Grad Celsius, und die Ofenhalle war unerträglich heiß, doch er beklagte sich nie. „Nur wenn man am Ofen verwurzelt ist, kann man Stahl wirklich verstehen.“
Ob während seiner Arbeit im Stahlwerk, später bei seinem weiterführenden Studium an der USTB oder schließlich als Dozent – Zhu Rong kümmerte sich stets um die Arbeit an der Ofenfront. Die Schwachstellen in der Produktion standen im Fokus seiner Aufmerksamkeit:
Für die Stahlherstellung mussten Arbeiter mit Kohlenschaufeln Kalk und andere Zuschlagstoffe in die Ofentür geben – Verbrennungen waren an der Tagesordnung. Auch Zhu Rongs Hände wurden verbrannt, und die Narben sind noch deutlich sichtbar. Um dieses Problem zu lösen, entwickelte er einen Manipulator für die Ofentür, der eine automatische Beschickung ermöglichte, wodurch Sicherheitsrisiken für die Arbeiter an der Front reduziert wurden. Diese Technologie wurde in vielen Unternehmen eingeführt.
Seine Forschung zur „Kombinierten Blastechnologie für die Elektrolichtbogenofen-Stahlherstellung“ wurde vom World Metals Guide als eine der „Top Ten technologischen Neuigkeiten der weltweiten Stahlindustrie im Jahr 2015“ ausgezeichnet. Heute deckt diese Technologie mehr als 30 Prozent der chinesischen Elektroofen-Stahlkapazität ab und wurde industriell in Hunderten von Unternehmen im In- und Ausland angewendet.
„Einerseits ist beim Schmelzen von Schrott im Elektrolichtbogenofen das Einblasen von Sauerstoff nötig, aber die Sauerstoffgeschwindigkeit nimmt ab, was die Effizienz verringert. Inspiriert von der Luftfahrt-Widerstandsreduzierung haben wir innovativ die ‚Kohärente-Düsen-Technologie‘ entwickelt, bei der Erdgas verwendet wird, um den Sauerstoff zu umhüllen und …“