Changpings Huilongguan und Tiantongyuan sind die riesigen Wohngebiete Pekings. Lange Zeit waren sie nur dicht besiedelte Koordinaten auf der Karte – doch wegen fehlender öffentlicher Einrichtungen und dem Ungleichgewicht zwischen Wohnen und Arbeiten bekamen sie den Stempel „Schlafstädte“.
Der Wandel begann 2018. Mit der Umsetzung von Pekings zwei „Huitian“-Aktionsplänen flossen 43,7 Milliarden Yuan in 246 konkrete Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität und säten Leben in die einstige „Betonwüste“. Heute zeigt sich „Huitian“ verwandelt: Der eintönige Arbeitsweg ist nun durch Parks, Schulen und Geschäftsviertel direkt vor der Haustür aufgewertet – ein reichhaltiger Lebensraum ist entstanden. Aus der ehemaligen „Schlafstadt“ wird eine „Stadt der Lebendigkeit“.
Morgen
Die Changping-Schule der Hochschule, die der Renmin-Universität Chinas angegliedert ist
Um 7:40 Uhr morgens steht Schulleiter Qin wie gewohnt am Straßenrand und begrüßt die Schüler.
Er erinnert sich genau: Als er vor sieben Jahren ankam, war der Boden unter seinen Füßen eine holprige provisorische Straße – matschig bei Regen, staubig bei Sonne.
Heute, neben der breiten und glatten Straße, dehnen und turnen ältere Menschen in einem kleinen Park.
„Ich habe den Bau dieser Schule miterlebt“, sagt Frau Zou, eine Mutter, deren Familie direkt neben der Schule wohnt. Vor sieben Jahren herrschte im „Huitian“-Gebiet ein eklatanter Mangel an hochwertigen Bildungsangeboten. Eltern mussten täglich quer durch den Bezirk fahren, um ihren Kindern eine gute Schule zu ermöglichen.
Heute bietet die Changping-Schule nicht nur eine durchgängige Bildung von der Grundschule bis zur Oberstufe, sondern hat sich auch zu einer Bildungsgruppe entwickelt, die ihre Qualitätsressourcen in andere Teile Changpings ausstrahlt. „Die Lehrer hier sind hochqualifiziert, das Durchschnittsalter liegt unter 29. Sie bringen nicht nur Wissen mit, sondern auch eine positive, energetische Ausstrahlung“, sagt Frau Zou lächelnd. „Die Kinder kommen jeden Tag aus der Schule und erzählen begeistert von den lustigen Dingen, die passiert sind.“
Vom „Bezirkspendeln“ zum „direkt vor der Haustür“: Das Schultor hallt morgens nicht mehr von hektischen Autohupen wider, sondern nur von den leichten Schritten der Schüler.
Mittag
Longze-Nachbarschaftszentrum
„Wann öffnet es?“ „Was gibt es heute Gutes auf der Speisekarte?“
Schon vor der Essenszeit hat sich vor der Gemeinschaftskantine im Longze-Nachbarschaftszentrum im „Huitian“-Gebiet Changpings eine Schlange gebildet.
„Gleich, ihr könnt schon mal reingehen und euch umsehen!“

„Früher haben wir zum Mittagessen entweder bestellt oder uns in einem alten Einkaufszentrum ein paar Kilometer entfernt durchgeschlagen“, sagt Oma Zhang. „Jetzt ist die Kantine direkt unten. Nach dem Essen kann ich noch in die Bibliothek oben gehen und ein paar Seiten lesen.“
Im Nachbarschaftszentrum ist das selbstgemachte Brot aus der Bäckerei in Sekundenschnelle ausverkauft. Der Friseur verlangt zehn Yuan pro Haarschnitt, für Über-80-Jährige fünf. Im zweiten Stock gibt es einen Lernraum, ein Büchercafé und einen Kinderbereich. Junge Leute entspannen hier, ältere Menschen singen, Kinder spielen.

Wer hätte gedacht, dass dieser moderne Raum vor einigen Jahren noch ein verstaubter, verlassener Kohlelagerraum war? Jetzt wurde er in einen generationenfreundlichen „Wohnzimmer“ für die Bewohner verwandelt.
Herr Li, der seit über zwanzig Jahren in Longzeyuan lebt, hat den Wandel der Gemeinschaft hautnah miterlebt. Er kommt mehrmals pro Woche ins Nachbarschaftszentrum, isst, liest und nimmt mittwochs und donnerstags morgens am Chor teil. „Früher, wenn ich nichts zu tun hatte, konnte ich nur zu Hause fernsehen. Jetzt ist mein Tagesplan voll.“

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