Die U-Bahn-Linie 22 in Peking soll noch in diesem Jahr eröffnet werden, und die Bewohner der Region freuen sich bereits auf die neue Expressverbindung über Provinzgrenzen hinweg. Kürzlich wurde auf dem Jahresforum des Zhongguancun Forum 2026 ein Modell des neuen Zuges vorgestellt.

Als Leuchtturmprojekt für den „schienengebundenen Ausbau der Region Peking-Tianjin-Hebei“ verläuft die Linie 22 von Dongdaqiao im Bezirk Chaoyang im Westen bis zur neuen Stadt Pinggu im Osten. Sie verbindet wichtige Funktionsbereiche wie das zentrale Geschäftsviertel (CBD) Pekings, das Verwaltungszentrum der Stadt, Yanjiao in Hebei und die neue Stadt Pinggu. Den Verkehrsbehörden zufolge soll der Abschnitt von der Station Hongmiao bis zur Station Pinggu in diesem Jahr in Betrieb gehen. Er ist etwa 79,1 Kilometer lang und umfasst 20 Stationen.

Ein Designer präsentierte vor Ort das Zugmodell für die Linie 22.

„Die Linie 22 setzt auf Regionalzüge des Typs D in Acht-Wagen-Zügen. Das Design vereint nicht nur die Geschwindigkeit des Hochgeschwindigkeitsverkehrs mit der stadtnahen Erreichbarkeit der U-Bahn, sondern erzielt auch bedeutende Durchbrüche bei Intelligenz, Systemintegration und Instandhaltung über den gesamten Lebenszyklus“, erläuterte ein Fahrzeugsystem-Designer.

Vor dem Hintergrund der koordinierten Entwicklung der Region Peking-Tianjin-Hebei wächst der Bedarf an pendlerfreundlichen Verbindungen über Stadt- und Provinzgrenzen hinweg. Herkömmliche U-Bahn-Züge mit Geschwindigkeiten von meist 80 bis 100 km/h können den Bedarf an schnellen Pendelverbindungen über längere Distanzen nur schwer decken. Die Linie 22 erreicht hingegen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und wird die Reisezeiten über die Region hinweg erheblich verkürzen.

Berechnungen zufolge dauert die Fahrt von Yanjiao in Hebei ins zentrale Geschäftsviertel Pekings mit dem Auto 1,5 bis 2 Stunden. Mit dem Express-Service der Linie 22 wird sie nur etwa 35 Minuten in Anspruch nehmen. „Diese schnelle Pendlerverbindung wird die Verlagerung von Industrie aus Peking nach Hebei und die regionale industrielle Koordination fördern“, so der Designer.

Bei der Fahrzeuggestaltung wurden die Bedürfnisse der Pendler umfassend berücksichtigt, um eine intelligente, sichere und komfortable Reisuumgebung zu schaffen. Die Wagen verfügen über eine „2+2“-Quersitzanordnung, in den Stehbereichen gibt es vertikale Haltegriffe und an den Rückenlehnen Armstützen. Die Sitze sind mit verstellbaren Armlehnen ausgestattet, um die Ermüdung der Fahrgäste auf längeren Fahrten zu verringern.

Der gesamte Zug ist mit einem intelligenten Klimatisierungssystem ausgestattet, das sich automatisch an die Fahrgastzahl und die Außentemperatur anpasst. Ein umfassendes Fahrgastinformationssystem (PIS) ist durchgängig installiert, jeder Wagen verfügt über 8 ultrahochauflösende LCD-Bildschirme. Die Fahrgäste können sich dort in Echtzeit über Fahrbetrieb, Stationen und Umsteigemöglichkeiten informieren und so ihre Route besser planen.

Die Züge der Linie 22 nutzen die höchste Stufe der vollautomatischen Fahrzeugsteuerung. Sie sind zu automatischen Abläufen fähig, darunter Aktivierung, Selbstprüfung, Ausfahrt aus dem Depot, Fahrt auf der Strecke, präzises Anhalten an den Stationen, automatische Türsteuerung, automatische Wendefahrt und Ruhemodus.

Der Designer erläuterte, dass das vollautomatische Betriebssystem über fortschrittliche Fähigkeiten zur Fehlerdiagnose und Notfallbehandlung verfügt. Bei einem Fehler kann das System diesen automatisch erkennen und seinen Typ beurteilen, um umgehend Notfallmaßnahmen einzuleiten. Fehlerinformationen werden in Echtzeit an die Betriebsleitstelle übermittelt, was dem Personal eine zeitnahe Reparatur ermöglicht und die Zeit bis zur Wiederaufnahme des Betriebs verkürzt. „Der vollautomatische Betriebsmodus bedeutet, dass Fahrgäste sich keine Sorgen über Sicherheitsprobleme aufgrund von Fahrfehlern machen müssen und ihre Reise entspannter oder produktiver verbringen können.“

Die Züge für die Pekinger U-Bahn-Linie 22 werden in der intelligenten Fertigungsstätte Jingche in Baoding, Hebei, produziert und getestet. Fahrzeugdesigner aus Peking reisten mehrfach nach Hebei, um die fortschrittlichen Pekinger Entwürfe in brandneue Regionalzüge umzusetzen, die dann in Dienst gestellt werden. Dieses Kooperationsmodell „Forschung & Entwicklung in Peking, Fertigung in Hebei“ hat die koordinierte Entwicklung der Region Peking-Tianjin-Hebei beschleunigt.