1. Einleitung: Das sich wandelnde Ishikawacho und die beständige Präsenz des ‚Kissaten Model‘

Yokohama, Ishikawacho.
In diesem Viertel, wo der geschäftige Glamour der Motomachi-Einkaufsstraße auf die etwas bodenständige, gelebte Atmosphäre Richtung Kotobukicho trifft, gibt es einen Ort, der seit 62 Jahren leise, aber mit spürbarer Wärme die Zeit überdauert hat.
Es ist das ‚Kissaten Model‘.
Die Trennwände sind aus echtem Backstein, die tischchen mit Sonnenblumenmuster wurden direkt aus Italien importiert, und der Duft von Kaffee durchzieht die Luft.
Die Luft, die einen im Moment des Öffnens der schweren Tür berührt, lässt sich nicht einfach mit dem Begriff „Showa-Retro“ beschreiben; es ist eine Luft, die von langen Jahren durchdrungen ist.
Während draußen vor dem Fenster Abriss und Neubau das Stadtbild rasant verändern, hat dieses Geschäft allein eine Universalität namens „Alltag“ bewahrt.
Was die Betreiber all die Zeit beschützt haben, ist keine Anhänglichkeit an vergangene Lebendigkeit, sondern der Stolz darauf, Selbstverständliches selbstverständlich weiterzuführen.
Dieser schmucklose Alltag begann seltsam mit den Werten der heutigen Jugend zu resonieren und wird nun als neuer kultureller Knotenpunkt neu definiert.
Doch bevor diese ruhige Gelassenheit erreicht wurde, gab es einen stillen, doch tiefen Abgrund der Verzweiflung, der das Café an den Rand der Schließung brachte.
2. Jenseits der Überlebenskrise: Der Tod der Mutter, die Pandemie und eine Entscheidung
Für das ‚Kissaten Model‘ war die Zeit von 2019 bis 2020 der bedeutendste Wendepunkt seit seiner Gründung.
„Wir haben oft darüber gesprochen, ob wir nicht einfach aufgeben sollten.“
Die Person, die dies sagte und die Erzählung begann, war jemand, der bereitwillig ihre Erfahrungen teilte.

Der Hintergrund der Krise: Der Verlust der Mutter als Stütze
Im Jahr 2019 starb die frühere Besitzerin, die Mutter, die das Symbol des Ladens war, im Alter von 94 Jahren.
Für diejenigen, die das Café führten, war die Abwesenheit der Mutter nicht nur ein Personalmangel.
„Gab es einen Sinn darin, den Laden weiterzuführen, den wir betrieben, weil es unsere Mutter tat, nachdem sie nicht mehr da war?“
Das Gefühl von Verlust und Leere war tief, und sie waren ernsthaft entschlossen, das Geschäft zu schließen.
Der zusätzliche Schlag durch die Pandemie und die Resignation
Dann kam die Welle der Pandemie durch ein unbekanntes Virus.
Aus Angst vor den Nachrichten vom Kreuzfahrtschiff Diamond Princess waren sie gezwungen, für drei Monate zu schließen.
Selbst nach der Wiedereröffnung blieben die Gäste aus, und es gab Tage, an denen sie die Öffnungszeiten von 17 Uhr auf 15 Uhr verkürzen mussten.
Ehemalige Stammgäste verschwanden ebenfalls, und die Worte „Vielleicht sollten wir einfach aufgeben“ wurden zwischen den drei Geschwistern im leeren Laden viele Male ausgetauscht.
Die Galerie im zweiten Stock, in der Gemälde ausgestellt waren, wurde ebenfalls in Erwartung der Schließung geräumt.

Ein Gemälde im Inneren des Cafés.
Das ‚Ad Street‘-Programm, das am letzten Strohhalm festhielt
Im Jahr 2020, als eine Atmosphäre der „Resignation“ den Laden erfüllte, kam ein Wendepunkt.
Es war eine Anfrage für einen Auftritt in der TV-Sendung „Ad Street“ – zum ersten Mal seit zehn Jahren.
Zunächst dachten sie: „Da wir sowieso aufhören wollen“, und versuchten abzulehnen.
Doch die Antwort war: „Das ist in Ordnung“, und sie nahmen das Interview an.
Diese zufällige mediale Aufmerksamkeit wurde zu einer dramatischen „Verbindung“, die das Café erneut mit der Gesellschaft verknüpfte.
Die Ausstrahlung löste eine unerwartete Wiederbelebung aus.
3. Die Geburt eines Zufluchtsorts