Indonesischer Arbeitgeberverband APINDO fordert Umschulungsfonds statt reiner Mindestlohnerhöhungen
Der indonesische Arbeitgeberverband APINDO ist der Ansicht, dass eine Verbesserung des Lebensstandards der Arbeitnehmer nicht allein durch Mindestlohnerhöhungen erreicht werden könne, sondern durch Qualifizierungsmaßnahmen unterstützt werden müsse.
Diese Aussage wurde während eines Treffens mit der IX. Kommission des Repräsentantenhauses im Rahmen der Beratungen zum Arbeitsgesetzentwurf getroffen.
„Wir können das Wohl der Arbeitnehmer nicht vom Mindestlohn abhängig machen. Arbeitnehmerwohl entsteht, wenn Menschen den Arbeitsplatz wechseln – von schlechter bezahlten zu besser bezahlten Tätigkeiten. Die Frage ist: Haben wir die finanziellen Mittel dafür? Wenn der Staat über LPDP-Mittel in Höhe von über 100 Billionen Rupiah verfügt, warum gibt es dann keine Finanzierung für die Arbeitnehmer?“, so der Verband.
Laut APINDO gibt es derzeit kein spezielles staatliches Finanzierungsprogramm, das auf die Verbesserung der Kompetenzen bereits beschäftigter Arbeitnehmer abzielt.
Dieser Zustand wird als Hindernis für Arbeitnehmer angesehen, um in besser bezahlte Positionen aufzusteigen.
APINDO schlägt vor, dass die Regierung ein spezielles Budget für die berufliche Weiterbildung bereitstellt.
„Wir von APINDO schlagen vor, dass Mittel für die Schulung von Arbeitnehmern bereitgestellt werden müssen – insbesondere für diejenigen, die bereits im Berufsleben stehen. Sie sollen nicht von ihrem Arbeitseintritt bis zur Rente dieselbe Tätigkeit ausüben, ohne jede Veränderung“, hieß es in der Stellungnahme.
Darüber hinaus wies APINDO auf die regionalen Unterschiede bei den Mindestlöhnen hin, die ihrer Ansicht nach die Arbeitsmigration in Gebiete mit höheren Löhnen fördern könnten.
„Deshalb hoffen wir auf ein Zonensystem in der Zukunft. Große Städte wären dann Zone A mit Löhnen zwischen bestimmten Beträgen, gefolgt von Zone B, Zone C und Zone D.“

Indonesischer Arbeitgeberverband (APINDO)
Der indonesische Arbeitgeberverband (APINDO) ist ein 1952 gegründeter nationaler Verband, der die Interessen von Unternehmen und Arbeitgebern in Indonesien vertritt. Er spielt eine zentrale Rolle im nationalen Dreiparteiendialog mit der Regierung und den Gewerkschaften, insbesondere bei der Gestaltung von Arbeitspolitik, Arbeitsbeziehungen und wirtschaftlichen Entwicklungsstrategien.
IX. Kommission des Repräsentantenhauses
Die IX. Kommission des indonesischen Repräsentantenhauses ist ein ständiger parlamentarischer Ausschuss, der für die Aufsicht über Regierungsangelegenheiten in den Bereichen Bevölkerung, Gesundheit, Arbeit und Transmigration zuständig ist. Sie wurde im Rahmen des parlamentarischen Ausschusssystems eingerichtet, um Gesetze zu prüfen und zu entwerfen, Aufsicht auszuüben und Anhörungen in ihren spezifischen Politikbereichen durchzuführen.
Arbeitsgesetzentwurf
Der Arbeitsgesetzentwurf (Labor Bill) ist ein geplantes Gesetzesvorhaben in Indonesien, das die Rechte von Arbeitnehmern neu regeln soll. Der Entwurf befindet sich derzeit in der parlamentarischen Beratung und wird kontrovers diskutiert, insbesondere zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften.
LPDP-Mittel
LPDP (Lembaga Pengelola Dana Pendidikan) ist eine 2012 gegründete indonesische Regierungsinstitution, die einen Stiftungsfonds für die Finanzierung nationaler und internationaler Stipendien verwaltet. Ihre Hauptaufgabe ist die Entwicklung der humanitären Ressourcen des Landes durch die Förderung von Hochschulbildung für künftige Führungskräfte und Fachkräfte.