Streit um muslimische Gebetsstätte im Sanjay Gandhi Nationalpark
In Mumbai hat die Entfernung einer vermeintlich illegalen Gebetsstätte im Sanjay Gandhi Nationalpark durch die Forstbehörde einen neuen Konflikt ausgelöst. Die örtliche muslimische Gemeinschaft erhebt schwere Vorwürfe, die Lage gilt als angespannt. Die Muslime betonen, dass es sich bei dem Bauwerk nicht um eine neue Errichtung handle, sondern um eine über 40 Jahre alte Gedenkstätte für den Heiligen „Sailani Baba“, zu der alljährlich eine Prozession stattfinde. Die Genehmigung für diese Prozession sei regelmäßig bei der Polizei beantragt worden. Die Behauptung, die Stätte sei erst vor einer Woche erbaut worden, sei daher irreführend.
Hinduistische Organisationen hatten den Bau hingegen als Landbesetzung („Land Dschihad“) auf Regierungsgelände bezeichnet und ein sofortiges Einschreiten gefordert. Unter diesem Druck rückte ein Team der Forstbehörde in der Nacht zum Dienstag aus und entfernte die Gebetsstätte. Beamte der Behörde bestätigten, dass die Struktur illegal auf Forstland errichtet worden sei, was die Räumung rechtfertige.
Vorwürfe der muslimischen Seite: „Keine Aktion der Forstbehörde“
Die muslimische Seite wirft vor, dass die Zerstörung nicht von der Forstbehörde, sondern von Mitgliedern hinduistischer Organisationen durchgeführt worden sei. Sie fordern eine Bestrafung der Verantwortlichen, da die Tat religiöse Gefühle verletze. Die Forstbehörde hingegen erklärte, der gesamte Einsatz sei auf ihre Anweisung und in ihrem Beisein erfolgt.
Vorwurf der Ungleichbehandlung: Tempel ebenfalls illegal?
Einige Vertreter der muslimischen Gemeinschaft räumten zwar ein, dass die Gebetsstätte illegal errichtet wurde, verweisen jedoch auf einen Tempel im selben Gebiet, der ebenfalls illegal sei. Sie fordern Gleichbehandlung: Wenn die Behörde gegen illegale Bauten vorgehe, müsse dies für alle gleichermaßen gelten. Der Abriss ist zwischenzeitlich abgeschlossen, doch die Stimmung im Viertel bleibt angespannt. Die Verwaltung beobachtet die Lage genau.