Das Dorf Huaxi in Shizhu, Chongqing, hat zum achten Mal in Folge eine Gewinnausschüttung seiner kollektiven Genossenschaft abgehalten. 1.259 Mitglieder der dörflichen Gemeinschaftsorganisation versammelten sich, um sich über 160.000 Yuan (ca. 20.000 Euro) zu teilen. Seit der ersten Ausschüttung im Jahr 2019 schüttet Huaxi nun bereits im achten Jahr kollektive Gewinne aus – die Gesamtsumme liegt bei über einer Million Yuan (ca. 125.000 Euro). Das einstige tiefe Armutsdorf hat sich zu einem Vorzeigemodell der ländlichen Wiederbelebung entwickelt. Statt wie früher nur auf traditionelle Einzelkulturen zu setzen, baut Huaxi heute vier tragende Säulen der Landwirtschaft auf: Weißfuchs-Keulenlilie (Polygonatum sibiricum), Papaya, knackige Pfirsiche und chinesische Honigbienenhaltung. Die kollektive Wirtschaft wächst beständig, sodass die Dorfbewohner direkt und spürbar an den Früchten der ländlichen Entwicklung teilhaben.


Während des kulturellen Rahmenprogramms der Ausschüttungsfeier führen die Einheimischen gemeinsam den traditionellen Tujia-Handwedeltanz auf.




Am Auszahlungsort stellen sich die Dorfbewohner mit ihren „Anteilszertifikaten“ an, um ihre Dividende zu erhalten.



Huaxi – das „reichste Dorf Chinas“

Huaxi in der Provinz Jiangsu gilt als das „reichste Dorf Chinas“. Unter der Führung von Wu Renbao entwickelte es sich ab den 1960er Jahren von einer armen Bauerngemeinschaft zu einem Modell kollektiver Industrialisierung. Heute ist Huaxi bekannt für seine modernen Hochhäuser, seinen hohen Lebensstandard und als Symbol ländlicher Industrialisierung und Prosperität im modernen China.

Shizhu – Heimat der Tujia-Minderheit

Shizhu, offiziell der Autonome Kreis Shizhu der Tujia, liegt in der regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing. Die Region ist ein bedeutendes Siedlungsgebiet der ethnischen Minderheit der Tujia mit reichem kulturellen Erbe: traditionelle Pfahlbauten, der Handwedeltanz und Brokatweberei. Die Geschichte des Kreises ist eng mit der alten Ba-Kultur und historischen Salztransportrouten verbunden.

Chongqing – Megacity am Zusammenfluss der Ströme

Chongqing im Südwesten Chinas diente im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg (1937–1945) als provisorische Hauptstadt. Heute ist die ausgedehnte Megacity ein wirtschaftliches Zentrum, bekannt für ihre dramatische Bergkulisse am Zusammenfluss von Jangtse und Jialing, die scharfe Sichuan-Küche und als Tor zur Drei-Schluchten-Region.

Tujia-Handwedeltanz

Der Tujia-Handwedeltanz ist ein traditioneller Ritual- und Volkstanz der Tujia, vor allem in den Provinzen Hunan und Hubei verbreitet. Ursprünglich als Opferzeremonie für Ahnen und Götter aufgeführt, reicht er über 2.500 Jahre zurück und drückt Bitten um gute Ernten und Schutz aus. Heute ist er ein lebendiger kultureller Ausdruck mit synchronen, schwingenden Hand- und Armbewegungen, der vor allem bei Festen getanzt wird.