Präsident Faustin Archange Touadéra hat rund zwei Monate nach seiner Amtseinführung für eine dritte Amtszeit die Bildung einer neuen Regierung bekannt gegeben. Laut afrikanischen Medien, die die Angelegenheit verfolgen, spiegelt dieser Schritt eher Kontinuität in der Struktur der Exekutive wider als einen grundlegenden Wandel.
Die neue Regierung umfasst 29 Minister, von denen nur zehn neu sind, während die übrigen Mitglieder des vorherigen Teams ihre Positionen behalten haben. Die Dominanz der Präsidentenpartei „Bewegung der Vereinten Herzen“ (Mouvement Cœurs Unis) bleibt ein prägendes Merkmal dieser Zusammensetzung.
Zu den prominentesten neuen Gesichtern gehört Evariste Ngamana, der das Ressort für Kommunikation und Medien übernommen hat. Zuvor war er während der jüngsten Wahlkämpfe als Sprecher von Präsident Touadéra tätig.
Die Beibehaltung von Premierminister Felix Moloua warf weitreichende Fragen auf. Er hatte am 13. Mai seinen Rücktritt eingereicht, doch Präsident Touadéra ernannte ihn zwei Tage später erneut, bevor die Regierung gebildet wurde. Dieser Prozess wurde von Africa Press, das sich auf afrikanische Angelegenheiten konzentriert, als „institutioneller Wandel unter dem Zeichen der Kontinuität“ beschrieben.

Umstrittener Zeitpunkt
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist ebenso bedeutsam wie die Zusammensetzung der Regierung. Sie erfolgte zu einem Zeitpunkt, als die endgültigen Ergebnisse für alle Sitze in der zweiten Runde der Parlamentswahlen noch nicht vorlagen. Nur 90 von 140 Sitzen im Parlament der Zentralafrikanischen Republik sind bestätigt.
Die Parlamentswahlen fanden inmitten einer weit verbreiteten Abwesenheit der Opposition statt, die sich entschieden hatte, sich sowohl an den Präsidentschafts- als auch an den Parlamentswahlen nicht zu beteiligen. Laut Jeune Afrique trug dies dazu bei, ihre Reihen zu spalten und ihre Fähigkeit zu schwächen, die politische Landschaft zu beeinflussen.
Präsident Touadéra gewann eine dritte Amtszeit mit 76,15 Prozent der Stimmen bei der Präsidentschaftswahl, vor seinen wichtigsten Rivalen Anicet Georges Dologuélé, der 14,66 Prozent erhielt, und Henri Marie Dondra mit 3,19 Prozent, so die offiziellen Ergebnisse. Er wurde am 30. März vereidigt, was die Regierungsbildung zu einem natürlichen institutionellen Schritt zur Stärkung der Exekutive machte.
Einige Oppositionsparteien hatten die Legitimität dieser dritten Amtszeit abgelehnt und gegen das protestiert, was sie als Verstoß gegen die verfassungsrechtlichen Grenzen der Amtszeiten bezeichneten. Laut Jeune Afrique erschwerte diese Haltung ihr Engagement im gesamten Wahlprozess.