Besorgniserregende Nachrichten zeichnen sich für den für die Landwirtschaft und Wirtschaft des Landes entscheidenden Südwestmonsun ab.

Der Indische Wetterdienst hat in seiner aktuellen Vorhersage erklärt, dass der Monsun in diesem Jahr voraussichtlich insgesamt schwächer ausfallen wird als normal. Dies ist das erste Mal seit 2023, dass der Wetterdienst unterdurchschnittliche Niederschläge vorhersagt.

Den Angaben zufolge wird der Niederschlag von Juni bis September dieses Jahres voraussichtlich bei etwa 92 Prozent des langjährigen Durchschnitts (LPA) liegen. Der Dienst hat bei dieser Prognose einen Modellfehler von 5 Prozent eingeräumt.

Als Hauptgrund für die geringeren Niederschläge gelten die sich im Pazifik entwickelnden El-Niño-Bedingungen, die den indischen Monsun häufig beeinflussen.

Statistisch gesehen liegt der langjährige Durchschnitt für die viermonatige Monsunzeit bei 87 Zentimetern. Sollte die Prognose eintreffen, könnte die durchschnittliche Niederschlagsmenge landesweit auf rund 80,04 Zentimeter begrenzt sein.

Nach den Kriterien des Wetterdienstes werden Niederschläge zwischen 90 und 95 Prozent des langjährigen Mittels als unterdurchschnittlich eingestuft. Der Dienst hat angedeutet, dass in den meisten Teilen des Landes ein Niederschlagsdefizit herrschen wird, auch wenn die Lage im Nordosten, Nordwesten und auf der südlichen Halbinsel etwas besser ausfallen könnte.

Analysen zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für einen schwachen Monsun bei 35 Prozent und für einen unterdurchschnittlichen Monsun bei 31 Prozent.

Ein Lichtblick ist jedoch, dass geringere Niederschläge nicht zwangsläufig schlechte Ernten bedeuten. Wenn der zeitliche Verlauf und die Verteilung der Niederschläge stimmen, könnten die Auswirkungen auf die Produktion von Kharif-Kulturen minimiert werden.

Dennoch ist das Risiko für Hülsenfrüchte und Ölsaaten, die in nicht bewässerten Gebieten angebaut werden, gestiegen. Sollte die Produktion dieser Kulturen zurückgehen, drohen steigende Importrechnungen und ein Anstieg der Lebensmittelinflation, was sich auf das Wirtschaftswachstum des Landes auswirken könnte.

Derzeit sind 55 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Indiens bewässert, was hilft, dürreähnlichen Bedingungen entgegenzuwirken. Der Wetterdienst wird seine aktualisierte Prognose Ende Mai veröffentlichen, die dann auch Informationen über den genauen Beginn des Monsuns liefern wird.