Mann nach Beschädigung des Kaiserthrons in Thai-Hoa-Palast in psychiatrische Untersuchung eingewiesen
Die vietnamesische Polizei hat einen Mann festgenommen, der einen Kaiserthron beschädigte – eines der wertvollsten Kunstschätze des südostasiatischen Landes, wie die Denkmalschutzbehörden mitteilten.
Der 42-Jährige sei in eine abgesperrte Zone im Thai-Hoa-Palast in Zentralvietnam eingedrungen und habe den als Nationalschatz anerkannten Thron beschädigt.
Laut Behörden kletterte der Mann auf den Thron und brach ein Teil davon ab, bevor er vom Sicherheitspersonal überwältigt werden konnte.
Der prunkvolle rot-goldene Thron der Nguyen-Dynastie, der letzten Kaiserdynastie Vietnams, die bis 1945 etwa 140 Jahre lang herrschte, wird im Thai-Hoa-Palast in Hue aufbewahrt.
Der Mann hatte ein Eintrittsticket für den Palast gekauft und war offenbar in eine abgesperrte Zone gelangt. Anschließend stieg er angeblich auf den Kaiserthron in der Mitte des Palastes.
Da nur wenige Besucher anwesend waren, blieb der Vorfall zunächst unbemerkt, bis das Sicherheitspersonal eingriff.

Ein Besucher filmte den Vorfall und veröffentlichte das Video online, was große öffentliche Empörung auslöste.
Die Polizei von Hue leitete eine Untersuchung ein und nahm den Mann daraufhin in Gewahrsam.
Infolge dieses „äußerst seltenen und beispiellosen“ Vorfalls kündigten die Behörden an, dass der Thron in eine sichere Lagerstätte des Museums für Königliche Altertümer verbracht und im Thai-Hoa-Palast eine Replik für die öffentliche Besichtigung installiert wurde.
Laut einer offiziellen Stellungnahme schlich sich der Mann am Samstag gegen Mittag „in den Ausstellungsbereich der Nguyen-Dynastie, schrie und brach dann die linke vordere Armlehne“ des Throns. Es hieß, der Mann zeige „Anzeichen von Psychosen, schrie, redete Unsinn und konnte die Fragen der Ermittler nicht beantworten“.
Es wurden Experten und Kunsthandwerker hinzugezogen, um das Ausmaß des Schadens zu bewerten und einen geeigneten Restaurierungsplan zu empfehlen.
Die Sicherheit an dem Kulturerbe-Ort solle verstärkt werden, mit einem erneuten Fokus auf den Schutz nationaler Kulturgüter.
Die Behörden konnten den Mann aufgrund seines instabilen Geisteszustands nicht formal vernehmen. Eine psychiatrische Begutachtung wurde angeordnet und die Polizei arbeitet mit der Staatsanwaltschaft zusammen.
Der Mann war in den 1990er Jahren mit seiner Familie ausgewandert und Anfang dieses Monats nach Hue zurückgekehrt. Er wurde jedoch gezwungen, die Unterkunft bei seinen Verwandten, bei denen er seit seiner Rückkehr gewohnt hatte, zu verlassen und lebte anschließend auf der Straße.
Zuvor war ihm bereits eine zwangsweise Drogenrehabilitation auferlegt worden.