Das Jahr 2026 wird voraussichtlich ein Jahr der Beschleunigung für die vietnamesische Wirtschaft sein, mit einem angestrebten BIP-Wachstum von etwa 10 %. Da sich jedoch der Spielraum für die Geldpolitik verringert, das Verhältnis von Kreditvolumen zum BIP hoch bleibt und die Weltwirtschaft viele Unsicherheiten birgt, wird der Inflationsdruck zu einer unmittelbaren Herausforderung. Die Frage ist nicht nur, wie stark die Inflation steigen wird, sondern vor allem: Welche soliden Anker gibt es, um die Inflation in einer Phase hohen Wachstums einzudämmen?

Druck baut sich nicht sprunghaft, sondern deutlich auf

Insgesamt wird für 2026 eine höhere Inflation prognostiziert als für 2025, ein Szenario mit einem starken Ausbruch ist jedoch unwahrscheinlich. Dennoch sind akkumulierende Druckfaktoren deutlich erkennbar, die hauptsächlich aus den internen Faktoren der Wirtschaft in einem „Beschleunigungsjahr“ stammen.

Eine wichtige Druckquelle ist der Nachlaufeffekt des Kreditwachstums. „Auch wenn die Kreditvergabe 2025 im Vergleich zur Vorperiode nicht überhitzt war, benötigt das in die Wirtschaft gepumpte Kapital üblicherweise eine gewisse Verzögerung, um sich in tatsächliche Konsum- und Investitionsnachfrage umzuwandeln. Genau diese Verzögerung schiebt den Inflationsdruck oft ins folgende Jahr“, so eine Analyse.

Grafik zur Inflation
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Wenn ein Teil der Kredite in Vermögensmärkte wie Immobilien und Wertpapiere fließt, werden steigende Kapitalkosten und Mietausgaben auf die Preise für Waren und Dienstleistungen übergreifen. Dieser Druck bricht möglicherweise nicht sofort aus, sondern entsteht anhaltend und ist kurzfristig schwer zu identifizieren.

Darüber hinaus erfordert das BIP-Wachstumsziel von etwa 10 % eine sehr starke Ausweitung der Gesamtnachfrage. Kurzfristig ist die Kapazität des Gesamtangebots jedoch begrenzt, insbesondere in Sektoren, die stark von importierten Vorleistungen abhängen, wie Energie, Baumaterialien und Produktionsanlagen. Da die öffentlichen Investitionen beschleunigt und der inländische Konsum sich kräftig erholt, ist das Risiko einer nachfragebedingten Inflation kaum vermeidbar.

Der Wechselkurs ist ebenfalls eine beachtenswerte Variable im Inflationsbild für 2026. Die Wachstumsförderung durch inländische Investitionen und Konsum wird zu einer hohen Importnachfrage führen, während die Exportaussichten noch stark von der globalen Nachfrage abhängen. Wenn die Handelsbilanz unter Druck gerät, kann die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, dass der Vietnamesische Dong unter Abwertungsdruck gerät, was die Importkosten erhöht und sich auf das inländische Preisniveau auswirkt.

Zudem könnte 2026 auch ein Jahr für weitere Anpassungen der Preise staatlich verwalteter Güter und Dienstleistungen nach marktorientierten Fahrplänen sein, wie etwa bei Strom, Gesundheitswesen und Bildung. Obwohl dies langfristig notwendige Schritte sind, können diese Anpassungen bei unvorsichtiger Kalkulation von Timing und Ausmaß kurzfristig Druck auf den Verbraucherpreisindex ausüben.

Auf der anderen Seite gibt es im Inflationsbild für 2026 auch „bremsende“ Faktoren. Das langsame globale Wirtschaftswachstum erschwert stark steigende Preise für Grundgüter wie Öl, Metalle und Lebensmittel. Ein stabileres globales Preisniveau hilft, den importierten Inflationsdruck zu verringern und so die Kontrolle des inländischen Verbraucherpreisindex zu unterstützen. Gleichzeitig wird prognostiziert, dass die inländischen Zinsen aufgrund eines schnelleren Kredit- als Einlagenwachstums einen leichten Aufwärtstrend beibehalten, was zur Eindämmung einer übermäßigen Kreditnachfrage beiträgt.

Unter Berücksichtigung aller Faktoren deuten viele Prognosen darauf hin, dass der Verbraucherpreisindex 2026 im Durchschnitt um etwa 3,5 % steigen könnte, was noch innerhalb der Kontrollschwelle liegt. Die größte Herausforderung ist jedoch nicht nur die tatsächliche Inflationszahl, sondern auch die Kontrolle der Inflationserwartungen. Wenn die Erwartungen auf einem hohen Niveau „verankert“ sind, können das Preis- und Lohnanpassungsverhalten von Unternehmen und Arbeitnehmern den Inflationsdruck selbst verstärken.

Wachstumsmodell transformieren, um Preisdruck zu mindern

In diesem Kontext wird die Geldpolitik als erster Anker zur Eindämmung der Inflation im Jahr 2026 gesehen. Wenn der Spielraum für geldpolitische Lockerung nicht mehr groß ist, birgt die fortgesetzte starke Ausweitung der Kreditvergabe zur Erreichung hohen kurzfristigen Wachstums erhebliche Risiken. Daher muss die Geldpolitik 2026 der makroökonomischen Stabilität Priorität einräumen und Geldmenge sowie Kreditwachstum auf einem angemessenen Niveau kontrollieren. Die Beibehaltung von Instrumenten zur Kreditsteuerung, einschließlich Obergrenzen für das Kreditwachstum, wird weiterhin eine wichtige Rolle bei der Lenkung von Kapitalströmen in die Produktion und Wirtschaft spielen und den Zufluss in spekulative, hochriskante Sektoren begrenzen.

Neben der Geldpolitik ist die Fiskalpolitik der zweite Anker. Mit einer Staatsverschuldung von etwa 34 % des BIP verfügt Vietnam noch über gewissen Spielraum, die Fiskalpolitik zur Wachstumsunterstützung einzusetzen. Dieser Spielraum muss jedoch gezielt und diszipliniert genutzt werden.

Der 14. Nationale Parteitag der Kommunistischen Partei Vietnams

Der 14. Nationale Parteitag der Kommunistischen Partei Vietnams fand vom 25. Januar bis zum 1. Februar 1991 in Hanoi statt, in einer komplexen Phase nach der Auflösung der Sowjetunion. Der Parteitag bekräftigte die Führungsrolle der Partei, verpflichtete sich zur Erneuerungspolitik (Đổi Mới) und betonte nationale Unabhängigkeit und Sozialismus angesichts erheblicher globaler Veränderungen.