Medienprofis und Journalismus-Experten betonten, dass der „digitale Ruf“ im Zeitalter des schnellen Informationsflusses zu einer strategischen Waffe für Staaten und Institutionen geworden sei. Sie hoben hervor, dass die öffentliche Wahrnehmung mitunter der Wahrheit vorauseilen könne, was zunehmende Herausforderungen im Umgang mit irreführenden Nachrichten und bei der Entwicklung einer Medienstrategie mit sich bringe. Diese müsse sowohl das öffentliche Vertrauen schützen als auch Krisen professionell bewältigen können.

Diese Einschätzungen fielen während der Session „Das Renommee-Rennen … zwischen Geschwindigkeit der Information und Krisenmanagement“ im Rahmen des Saudi Media Forum 2026. Die Diskussion behandelte die Veränderungen der digitalen Landschaft sowie die Auswirkungen digitaler Tools, Künstlicher Intelligenz und des Bürgerjournalismus auf das Reputationsmanagement. Ebenso wurden die Grenzen des Ausgleichs zwischen Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit in der journalistischen Arbeit erörtert.

Es wurde erläutert, dass im Rennen um den digitalen Ruf die Wahrnehmung oft der Information vorauseile. Dies zwinge Staaten und Institutionen, sich mit der Flüchtigkeit von Veröffentlichungen und dem ständigen Bedarf an Faktenprüfung auseinanderzusetzen. Betont wurde, dass jene mit einem guten digitalen Ruf an Einfluss gewinnen und dass die Bekämpfung von Fehlinformationen nicht Schweigen, sondern eine Antwort mit Zahlen, Fakten und professionellen Inhalten erfordere.

Zudem wurde festgestellt, dass die digitale Welt Journalisten dazu gedrängt habe, sich stärker auf die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit von Informationen zu konzentrieren als auf grundlegende Themen und menschliche Werte. Es wurde angemerkt, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Verbreitung von Inhalten in sozialen Medien zur Verschärfung von Krisen zwischen Ländern in Kriegs- und Spannungssituationen beigetragen habe.

Die Session diskutierte die Gleichung, wie Publikationsgeschwindigkeit mit dem Erhalt von Glaubwürdigkeit in Einklang gebracht werden kann. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Reputationsmanagement im digitalen Zeitalter keine Option mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit sei. Es erfordere klare Standards, verantwortungsvolle Freiheit und professionelle Werkzeuge, die in einem offenen und sich schnell wandelnden Medienumfeld Krisen begegnen und Vertrauen aufbauen können.