Mitarbeiter der Einrichtung bieten am Morgen des 26. Blumen dar und beten am Gedenkmonument des Tsukui Yamayuri-en.

Am 26. Juli 2016 wurden in der Einrichtung Tsukui Yamayuri-en der Präfektur Kanagawa in Sagamiharas Stadtteil Midori 19 Menschen mit Behinderungen getötet und 26 weitere, darunter auch Personal, teils schwer verletzt. Anlässlich dieses Vorfalls erreichten die fortwährenden Blumenspenden von Anwohnern am 26. dieses Monats ihr 100. Mal. Seit Mai 2017 werden an jedem Monatsjahrestag ununterbrochen Blumen an der Gedenkstätte niedergelegt. Diese Geste hat Begegnungen mit Besuchern gefördert und die Gemeinschaft dazu gebracht, sich kontinuierlich mit dem Geschehen auseinanderzusetzen.

„Im Rückblick gab es viele Begegnungen und Gespräche. Auch wenn wir noch nicht mit voller Überzeugung sagen können, dass wir uns auf eine Gesellschaft zubewegen, in der so ein Vorfall nie wieder geschehen wird, so haben wir doch ein wenig an Zuversicht und Gewissheit gewonnen.“ Dies sagte einer der Sprecher der Gruppe am Morgen des 26. dieses Monats am Gedenkmonument vor dem Eingang der Einrichtung.

Die Gruppe hatte sich im März 2017 gebildet, als Anwohner mit unterschiedlichen Gedanken und Gefühlen nach dem Vorfall zusammenkamen. Derzeit besteht die Gruppe aus weniger als zehn Mitgliedern, hauptsächlich Bewohnern des ehemaligen Sagamiko-Gebiets, in dem die Einrichtung liegt. Getreu ihrem Motto „Nicht vergessen, nicht verblassen lassen, an die nächsten Generationen weitergeben“ haben sie monatliche Blumenspenden am Jahrestag abgehalten und jährliche Gedenkfeiern zur Erinnerung an die Opfer veranstaltet.

Eine ehemalige Mitarbeiterin, die 36 Jahre lang in der Einrichtung gearbeitet hatte, bis sie 2004 in den Ruhestand ging, denkt seit dem Vorfall ständig nach: Hat sie als jemand, der im Sozialbereich tätig war, genug getan? War ihr Engagement als Anwohnerin für die Einrichtung ausreichend? Hatte sie jemals den Wunsch, ihr eigenes Kind möge ohne Behinderungen zur Welt kommen? Die Fragen zur Gewalttat eines ehemaligen Mitarbeiters in der lokalen Gemeinschaft hörten nicht auf und trieben sie schließlich zum Handeln an.

Was war der Auslöser für die Aktivitäten der Blumenspenden?

Tsukui Yamayuri-en

Der Tsukui Yamayuri-en ist ein großer öffentlicher Park in der Präfektur Kanagawa, Japan, der für seine weitläufigen Felder mit Yamayuri (Lilium auratum), einer in Japan heimischen Lilienart, berühmt ist. Der Park wurde zum Schutz des natürlichen Lebensraums dieser Blumen und als Erholungsgebiet angelegt. Die Geschichte des Anbaus reicht mehrere Jahrzehnte zurück. Heute ist er ein beliebtes Ausflugsziel, besonders während der Sommerblüte, wenn Tausende von Lilien die Hänge bedecken.

Präfektureinrichtung Kanagawa Tsukui Yamayuri-en

Bei der Präfektureinrichtung Kanagawa Tsukui Yamayuri-en handelt es sich um eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen in Sagamihara, Kanagawa. Der Name lehnt sich an den bekannten Park an, bezieht sich hier aber auf eine soziale Einrichtung und nicht auf einen Blumenpark.

Sagamihara

Sagamihara ist eine moderne Stadt in der Präfektur Kanagawa, Japan, die in der Nachkriegszeit rasch zu einem wichtigen Industrie- und Militärstandort heranwuchs, an dem sich auch ein großer US-Militärstützpunkt (Camp Zama) befindet. Die Geschichte der Stadt reicht jedoch viel weiter zurück, archäologische Funde belegen Siedlungen bereits aus der japanischen Altsteinzeit.

Stadtbezirk Midori

Midori (wörtlich: „Grün“) ist einer der 18 Stadtbezirke von Yokohama, Japan. Historisch bestand das Gebiet aus kleinen Ortschaften und landwirtschaftlichen Flächen. Heute hat es sich zu einem wichtigen Wohn- und Geschäftsviertel entwickelt, das für seine vielen Parks und Grünflächen bekannt ist, was seinem Namen alle Ehre macht.

Gedenkmonument

Ein Gedenkmonument ist eine errichtete Struktur, um Menschen, Ereignisse oder Konzepte von historischer Bedeutung zu ehren und im Gedächtnis zu behalten. Oft werden solche Stätten erbaut, um an Opfer, wie beispielsweise in Kriegen, zu erinnern oder um große nationale Errungenschaften zu würdigen. Ihre Geschichte ist untrennbar mit dem kollektiven Gedächtnis und der Identität der Gemeinschaft verbunden, die sie errichtet.

Sagamiko

Sagamiko ist ein Gebiet in der Präfektur Kanagawa, Japan, das historisch für seine landwirtschaftliche Produktion und seine malerische Natur bekannt war. Heute ist es vor allem für den Sagamiko Pleasure Forest bekannt, einen großen Freizeitpark und Resort, der in den 1960er Jahren eröffnet wurde und Attraktionen wie einen Panorama-Aussichtsturm und saisonale Illuminationen bietet.