Lombok – Der Vorsitzende des Rates der Indonesischen Anwaltsbewegung (DePA-RI) betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungsbehörden (APH) nach dem Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuches (KUHP) und der neuen Strafprozessordnung (KUHAP).
In einer Erklärung hieß es, aus seiner Sicht sei diese Synergie der Schlüssel, um sicherzustellen, dass das Strafjustizsystem im Einklang mit dem Mandat der Verfassung von 1945 harmonisch, effektiv, mit Rechtssicherheit und gerecht funktioniere.
Diese Aussage traf der DePA-RI-Vorsitzende während der Vereidigung neuer Rechtsanwälte in Lombok, West Nusa Tenggara (NTB). Bei dieser Gelegenheit wurde er vom Vorsitzenden des Regionalen Führungsrats von DePA-RI NTB, dem Sekretär des Regionalen Führungsrats NTB und mehreren weiteren erfahrenen Anwälten begleitet.
Er riet den Anwälten weiterhin, keine Zweifel mehr an der Rechtsgrundlage (Artikel 149 der neuen Strafprozessordnung) zu haben, dass ihre Stellung als Strafverfolgungsbeamte und ihre Arbeit bei der Verteidigung und Unterstützung ihrer Mandanten nicht verfolgt werden können.
Sie können weder straf- noch zivilrechtlich und weder vor Gericht noch außergerichtlich belangt werden. Genau hier unterstrich er die Bedeutung von Synergie und Harmonie unter den Strafverfolgungsbehörden (APH).
Es wurde dargelegt, dass zur Erreichung dieser Synergie und Ausrichtung mehrere Vorschläge unterbreitet wurden. Erstens müsse jeder APH-Akteur die gleiche Wahrnehmung, Perspektive und Zielsetzung dieses Rechtsstaatsystems teilen.
Zweitens müsse jeder APH-Akteur ein gemeinsames Verständnis der zu schützenden Menschenrechte eines Verdächtigen oder Angeklagten haben. Drittens müssten alle APH-Akteure auch das gleiche Verständnis des neuen Strafzumessungsparadigmas in Indonesien teilen.
Beispielhaft genannt wurden korrektive Gerechtigkeit, restorative Gerechtigkeit, rehabilitative Ansätze und alternative Strafen (Geldstrafen und gemeinnützige Arbeit). Freiheitsstrafen sollten nur als *ultimum remedium* und als letztes rechtliches Mittel eingesetzt werden.
Viertens müssten alle APH-Akteure auch eine Synergie zwischen den „vier Säulen der Strafverfolgung“ – Polizei, Staatsanwaltschaft, Richter und Anwälte – aufbauen, sodass in allen Phasen der Ermittlung, Untersuchung oder Anklageerhebung strikt das ordentliche Verfahren eingehalten werde.
Fünftens bedürfe es auch einer gemeinsamen Vorbereitung oder übergreifenden Schulung dieser „vier Säulen der Strafverfolgung“, damit die APH-Akteure eine ausgewogene Handlungsfähigkeit besitzen.
Ferner sollte, wenn möglich, ein gemeinsames „Leitfadenbuch“ oder „technisches Handbuch“ für die Strafverfolgung erstellt werden, um materielle Gerechtigkeit, Menschenrechtsschutz, humane und effektive Strafzumessung sowie Rechtssicherheit und Fairness zu erreichen.
Nach Ansicht des DePA-RI-Vorsitzenden ist auch eine gute Kommunikation unter den APH-Akteuren unerlässlich, um das ordentliche Verfahren sowie ein freies und unparteiisches Gericht zu wahren.
Mit einer solchen Synergie, so fuhr er fort, werde auch ein gutes Investitionsklima geschaffen, das rechtliche Abläufe in Indonesien relativ vorhersehbar mache.
Bislang seien viele Investoren aufgrund der schwer vorhersehbaren Rechtslage oder Gerichtsverfahren in Indonesien zögerlich gewesen oder hätten das Land sogar verlassen, um in Nachbarländern zu investieren.