Frauenreservierungsgesetz 2026: Hat die BJP trotz der Niederlage gewonnen?
Der von der Regierung im Lok Sabha eingebrachte Verfassungszusatz (131. Änderung) zur Frauenreservierung ist gescheitert. 298 Abgeordnete stimmten dafür, 230 dagegen. Für die erforderliche Zweidrittelmehrheit von rund 352 Stimmen reichte es nicht. Damit ist das Gesetz im Unterhaus gescheitert.
Die Opposition jubelt, während die Regierungsseite fassungslos reagiert. Das Gesetz sollte das Nari-Shakti-Vandan-Gesetz von 2023 umsetzen und die Zahl der Lok-Sabha-Sitze von 543 auf 816 erhöhen. Die BJP stellte es als sofortigen Schritt für 33 % Frauenreservierung dar, die Opposition als „Verschwörung zur Änderung der Wahlkarte“. Nach dem Scheitern startet die BJP eine nationale Kampagne mit der Strategie, die Opposition als „Feindin der Frauen“ darzustellen.
Experten sehen darin eine Chanakya-Taktik des „Sieges in der Niederlage“. Das emotionale Thema Frauenreservierung liegt nun in den Händen der BJP. Besonders in Westbengalen könnte dies der Partei nutzen. Die Opposition hingegen bezeichnet das Gesetz als Falle der Wahlkreiseinteilung und als Angriff auf die Demokratie.
Diese Haltung könnte sich für die Opposition als Bumerang erweisen. Die Frauenreservierung betrifft die Hälfte der Bevölkerung. Die BJP wird das Scheitern als „Modis Garantie“ propagieren und argumentieren, dass die Opposition den Frauen ihre Rechte verwehrt habe. Besonders Frauen auf dem Land und junge Wählerinnen könnten verärgert reagieren. Während die Opposition das Gesetz als regionales Ungleichgewicht darstellte, könnte es auf nationaler Ebene ein Anti-Frauen-Image erzeugen. In Nordindien, Zentralindien und den östlichen Bundesstaaten könnte die Frauen-Wählerbasis der Opposition Schaden nehmen.