Am 11. April fand im Pekinger Stadtbezirk Fengtai die nationale Konferenz zur klinischen Anwendung und Translation von Gehirn-Computer-Schnittstellen statt. Auf der Konferenz wurde bekannt gegeben, dass das Pekinger Tiantan-Krankenhaus am 13. April die erste landesweit öffentliche, lehrgangsbegleitende Live-Übertragung einer Implantations-Operation mit „North Brain One“, einer implantierbaren Gehirn-Computer-Schnittstelle, durchführen wird.
Diese Live-Übertragung bildet den Kern der praktischen Ausbildung im „Klinischen Adapter-Fertigkeitstraining für Gehirn-Computer-Schnittstellen“ der Konferenz. Sie markiert einen bedeutenden Meilenstein für die in China eigenentwickelte Hochtechnologie der Gehirn-Computer-Schnittstellen auf ihrem Weg aus dem Labor in die breite klinische Anwendung.
„North Brain One“ ist ein komplett in China eigenentwickeltes System der neuen Generation für implantierbare Gehirn-Computer-Schnittstellen. Es hat Durchbrüche in der gesamten technologischen Kette erzielt – von flexiblen Hochdichte-Elektroden über miniaturisierte implantierbare Geräte bis hin zu Deep-Learning-Decodieralgorithmen. Seine Kernvorteile sind bedeutend: Es nutzt ein minimalinvasives, semi-invasives Design für die epidurale Implantation. Diese Methode erfordert weder die Eröffnung der Dura mater noch den Kontakt mit Hirngewebe, sondern nur ein kleines Schädelknochenfenster, was das chirurgische Trauma und Komplikationsrisiken erheblich verringert und eine international anerkannte optimale Balance zwischen Sicherheit und Signalgenauigkeit erreicht. Das System verfügt über ein 128-Kanal-Synchronerfassungssystem mit 30 kHz Hochfrequenzabtastung, was die Erfassung von Nervensignalen auf Millisekundenebene ermöglicht. Die Latenzzeit bei der Decodierung von Bewegungsabsichten beträgt weniger als 100 Millisekunden und unterstützt die Steuerung feinmotorischer Bewegungen sowie die Decodierung der chinesischen Sprache. Das implantierbare Gerät ist nur münzgroß, unterstützt drahtlose Übertragung und drahtloses Laden, hat keine perkutanen Kabel, reduziert so effektiv das Infektionsrisiko und kann den langfristigen Bedarf von Patienten für Rehabilitation zu Hause und den täglichen Gebrauch erfüllen.
Die Live-Übertragung der Operation wird 4K+-mikroskopische Bildgebung und multimodale Bildfusionstechnologie nutzen. Sie wird den gesamten chirurgischen Prozess klar darstellen, einschließlich der präoperativen präzisen Positionierung, der Vorbereitung des minimalinvasiven Knochenfensters, der präzisen Platzierung der Elektroden, der intraoperativen Echtzeit-Verifizierung der Nervensignale und des Closed-Loop-System-Abstimmens. Dies bietet den teilnehmenden klinischen Ärzten ein standardisiertes, normatives Lehrmodell.
Der parallel stattfindende Kurs „Klinisches Adapter-Fertigkeitstraining für Gehirn-Computer-Schnittstellen“ bietet systematische Unterweisung in sieben Modulen: Politikinterpretation, theoretische Grundlagen, technische Anwendung, Stationsaufbau, Krankheitsdiagnose und -behandlung, Prozessstandardisierung und technische Praxis. Nach Abschluss aller Kurse und Bestehen der Prüfung erhalten die Teilnehmer ein offiziell ausgestelltes Fertigkeitszertifikat, was zur Ausbildung spezialisierter klinischer Fachkräfte für Gehirn-Computer-Schnittstellen in China beiträgt.
Gestützt auf die Plattformvorteile des Nationalen Zentrums für Neurologische Erkrankungen hat das Tiantan-Krankenhaus ein umfassendes klinisches Validierungssystem etabliert, das „chirurgische Implantation – intraoperative Verifizierung – postoperative Rehabilitation – Langzeit-Nachsorge“ umfasst, und sich so zu einem weltweit führenden Zentrum für die klinische Translation von Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickelt. Derzeit hat das Tiantan-Krankenhaus die erste klinische Translationsstation für Gehirn-Computer-Schnittstellen des Landes eingerichtet, eine entsprechende Assessment-Ambulanz eröffnet und leitet mehrere große nationale klinische Studien, wodurch eine solide Grundlage für die klinische Anwendung der Technologie geschaffen wurde.