Eine Straße der Genüsse, an der sich chinesische und koreanische Kultur begegnen
Jeden Abend um sechs gehen auf der Hongquan Road im Shanghaier Stadtbezirk Minhang nach und nach die Lichter an. Das Zischen von Schweinebauch auf den Grills koreanischer Barbecue-Restaurants, vermischt mit Gesprächen auf Chinesisch und Koreanisch, bildet die einzigartige Klangkulisse dieser Straße.
Das ist Shanghais „Seoul Night Market“, auch bekannt als „Korea Street“. Auf weniger als einem Kilometer Länge hat sich dieser Block zu einem angesagten Treffpunkt entwickelt, an dem Koreaner in Shanghai ein Stück Heimat und gleichzeitig das lokale Shanghaier Leben erleben können.
Als ein koreanischer Bewohner den Seoul Night Market zum ersten Mal besuchte, war er von der vermischten Szenerie beeindruckt: ein koreanisches Barbecue-Restaurant neben einem chinesischen Teehaus, überall zweisprachige Schilder auf Chinesisch und Koreanisch… Diese Atmosphäre der kulturellen Verschmelzung brachte ihn dazu, zu bleiben.
„Ich hätte wirklich nie gedacht, dass ich hier so lange Wurzeln schlagen würde“, sagte er in fließendem Chinesisch. Beginnend mit der Beteiligung an der Führung mehrerer Restaurants wurde seine Karriere eng mit dieser Straße verknüpft. Heute versteht er nicht nur die Feinheiten der Führung eines koreanischen Restaurants in China, sondern sein Leben ist hier verankert. Als „Schwiegersohn Shanghais“ scherzt er, er lebe nun schon länger in Shanghai als in seiner Heimatstadt.
„Dieser Geschmack ist genau wie das Seoul in meiner Erinnerung.“ Bei der Führung seines Restaurants schätzt er diese einfache Rückmeldung von Gästen am meisten. Sein persönlicher Weg spiegelt auch die Entwicklung der „Korea Street“ wider – von einer Basis, die Koreanern in Shanghai Heimataromen bietet, zu einem Schaufenster für Chinesen, um koreanisches Leben zu erleben, und heute zu einem einzigartigen Viertel mit ausgewogenem Publikum und einer Mischkultur.
Anfang 2026 verwandelte der Shanghai Seoul Night Market seinen gesamten zentralen Innenhof in ein „Winter-Wohnzimmer“.
Die Betreiber der „Korea Street“ erklärten, sie habe sich nach und nach zu einem repräsentativen Shanghaier Viertel multikultureller Fusion und einem wichtigen Schaufenster für freundschaftlichen zivilgesellschaftlichen Austausch entwickelt. Durch die regelmäßige Ausrichtung von Veranstaltungen wie koreanischen Kulturfestivals, traditionellen Kocherlebnissen und Kunstausstellungen fördere sie kontinuierlich das gegenseitige Verständnis und die kulturelle Resonanz zwischen den Menschen Chinas und Koreas.
Heute entstehen auf der „Korea Street“ weiterhin neue Geschichten. Junge Unternehmer bringen neue koreanische Beauty-Stores und kreative Kulturräume mit sich, die die Ästhetik beider Länder vereinen und chinesische wie koreanische Besucher anlocken. Diese Straße hat ihre ursprüngliche Definition als „kulinarische Destination“ überwunden und ist zu einem stetig wachsenden „Kulturorganismus“ geworden.
Es wurde bekannt gegeben, dass das Viertel künftig einen noch offeneren und inklusiveren Ansatz verfolgen wird. Mit Fokus auf Bereichen wie Kulturpräsentation und besonderem Konsum werde man das China-Korea-Themenangebot weiter bereichern, mehr hochwertige Gastronomie, trendigen Einzelhandel und Kulturellebnisse einführen und eine Reihe vertiefter Kulturaktivitäten planen, um Bürgern und Touristen einen lebendigeren Austauschraum zu bieten.