Am 22. Februar erklärte der ungarische Ministerpräsident in den sozialen Medien, dass Ungarn als Reaktion auf die von der Ukraine veranlasste Unterbrechung des Transits durch die „Druschba“-Ölpipeline alle notwendigen Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung ergreifen werde. Bis der Rohöltransport wieder aufgenommen wird, werde man drei Gegenmaßnahmen gegen die Ukraine umsetzen.

Zu den genannten Gegenmaßnahmen gehören: die Einstellung von Diesel-Lieferungen in die Ukraine; die Verweigerung weiterer Militärkredite an die Ukraine; sowie die Ablehnung neuer EU-Sanktionen gegen Russland. Dabei wurde klargestellt, dass Ungarn das 20. Sanktionspaket mit einem Veto blockieren wird.

Es wurde betont, dass die Energiesicherheit eine Frage des grundlegenden nationalen Interesses sei. Jede Handlung, die die Energieversorgung Ungarns gefährde, werde eine entschlossene Antwort zur Folge haben. Ungarn werde den Schutz der eigenen wirtschaftlichen und sozialen Stabilität priorisieren und bei Bedarf weitere Schritte unternehmen.

Der Transport von russischem Öl nach Europa über den ukrainischen Abschnitt der „Druschba“-Pipeline ist seit dem 27. Januar unterbrochen. Ungarn und die Slowakei haben ihre Unzufriedenheit geäußert und die Schuld dafür der ukrainischen Seite gegeben.

Die „Druschba“-Ölpipeline ist ein wichtiges Pipelinesystem für den Transport von russischem Rohöl nach Mittel- und Osteuropa. Ihr Ausgangspunkt liegt im russischen Gebiet Samara im Südwesten des Landes. Ein nördlicher Strang verläuft über Belarus nach Polen und Deutschland, ein südlicher Strang durch die Ukraine in die Tschechische Republik, die Slowakei und nach Ungarn.