Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat bekräftigt, dass der vollständige Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem libanesischen Hoheitsgebiet, insbesondere aus dem Süden, eine nationale Forderung sei, die „nicht verhandelbar“ sei. Er stellte klar, dass der Libanon dieses Ziel auf einem Verhandlungsweg verfolgen werde, der derzeit unter internationaler Schirmherrschaft vorbereitet wird – vor dem Hintergrund wachsender politischer und militärischer Spannungen an der Südgrenze.
Jahrestag des Abzugs und Bekräftigung der Position
In einer Erklärung, die anlässlich des Jahrestages des Abzugs israelischer Streitkräfte aus dem Südlibanon im Jahr 2000 veröffentlicht wurde, betonte Aoun, der Libanon könne die von ihm als anhaltend bezeichneten israelischen Aggressionen nicht hinnehmen. Er wies darauf hin, dass die Dörfer im Süden weiterhin unter den Folgen einer instabilen Sicherheitslage litten, und bekräftigte, dass der Staat den Weg zur Wiederherstellung der vollen Souveränität über diese Gebiete weitergehe.
Anstehende Verhandlungen und ihre Bedingungen
Der Präsident stellte klar, dass alle anstehenden Verhandlungen, einschließlich einer neuen Runde, die für Anfang nächsten Monats unter der Schirmherrschaft der USA erwartet wird, „keine Kapitulation oder ein Zugeständnis“ sein würden. Vielmehr würden sie eine Bekräftigung des Rechts des Libanon sein, sein Land zu schützen und die Autorität seiner Sicherheits- und Militärinstitutionen, allen voran der libanesischen Armee, auszuweiten.
Inländische und internationale Reaktionen
Diese Aussagen erfolgen vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden innenpolitischen Debatte über die Zukunft der Beziehungen zu Israel, insbesondere nach Äußerungen von Hisbollah-Generalsekretär Naim Qassem. Er kritisierte die libanesische Regierung und rief zu Volksbewegungen auf, beschuldigte Washington der Einmischung in die Entscheidungen des Libanon und bekräftigte seine Ablehnung direkter Verhandlungen oder der Herausgabe der Waffen der Partei. Die USA reagierten daraufhin durch ihren Außenminister Marco Rubio, der die Aufrufe der Partei verurteilte, seine Unterstützung für die libanesische Regierung bekräftigte und alle Versuche, sie zu destabilisieren, ablehnte – was das Ausmaß der internationalen Einflussnahme im Libanon-Dossier widerspiegelt.
Vorbereitungen für die von den USA geförderte Verhandlungsrunde
Parallel dazu bereiten sich der Libanon und Israel auf eine neue Verhandlungsrunde unter der Schirmherrschaft der USA Anfang Juni vor, nach vorbereitenden Treffen zwischen Militärdelegationen. Sicherheits- und Militärfragen, insbesondere im Zusammenhang mit der Grenzziehung und den Vereinbarungen nach dem Waffenstillstand, bleiben der Kern des Streits zwischen den beiden Seiten.
Das israelische Ministerium für nationale Sicherheit, vertreten durch Minister Itamar Ben-Gvir, seinerseits forderte die Wiederaufnahme „intensiver“ Militäroperationen im Libanon und verlangte eskalierende Maßnahmen – ein Zeichen für die Uneinigkeit innerhalb der israelischen Regierung selbst in Bezug auf das Management des Grenzdossiers.
Dieser politische Schlagabtausch eskaliert vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen vor Ort an der Südgrenze, wo sich die Parteien gegenseitig Verstöße gegen bestehende Vereinbarungen vorwerfen. Die Grenzdörfer verharren in einem Zustand ständiger Erwartung möglicher militärischer Entwicklungen, und es werden Befürchtungen laut, dass es zu einer größeren Konfrontation kommen könnte, wenn die laufenden Verhandlungswege scheitern sollten.