Misrata, 18. Januar 2026 – Die Misrata Freihandelszone gab die Unterzeichnung einer strategischen öffentlich-privaten Partnerschaft mit dem katarischen Unternehmen Maha Capital Partners (MCP) und Terminal Investment Limited (TIL) bekannt. TIL ist die Investitions- und Betriebstochter der MSC Group, der weltweit größten Containerreederei. Ziel der Partnerschaft ist die Entwicklung, Modernisierung und der Ausbau des Hafens der Misrata Freihandelszone. Er soll zu einem bedeutenden Logistik-Gateway im Mittelmeer und einem regionalen Umschlagzentrum werden.

Die Freihandelszone erklärte in einer Pressemitteilung, dass diese Vereinbarung die größte strukturelle Investition außerhalb des Ölsektors in Libyen seit 2011 darstellt. Sie markiere einen Wendepunkt beim Wiederaufbau der Infrastruktur und bei der besseren Einbindung des Landes in regionale und globale Lieferketten.

Laut der Mitteilung zielt die Partnerschaft darauf ab, die Hafenkapazität durch ein stufenweises Entwicklungsprogramm schrittweise auf 4 Millionen Standardcontainer (TEU) pro Jahr zu steigern. Dieses Programm umfasst:

  • Eine umfassende Modernisierung der Betriebssysteme, Anlagen, Kaianlagen und Lagerflächen.
  • Die Einführung moderner digitaler Terminal-Betriebssysteme (TOS) zur Effizienzsteigerung und Verkürzung der Umschlagzeiten.
  • Den Ausbau der Infrastruktur für die Abfertigung von Mega-Containerschiffen.
  • Die direkte Anbindung des Hafens an die Freihandelszone und das umliegende Industrie- und Logistiknetz.
  • Die Anwendung der höchsten internationalen Standards in den Bereichen Sicherheit, Schutz und ökologische Nachhaltigkeit.

Ersten Schätzungen zufolge wird das Projekt 2.000 direkte Arbeitsplätze beim Betrieb der bestehenden Containerterminals und des Tiefwasserterminals schaffen. In den Bereichen Transport, Dienstleistungen, Industrie und Lieferkette werden über 40.000 indirekte Arbeitsplätze erwartet. Das Gesamtinvestitionsvolumen der strategischen Partnerschaft soll sich auf 2,7 Milliarden US-Dollar belaufen. Diese Zahlen dürften Libyens Rolle als regionales Logistikzentrum festigen, das Europa mit Nordafrika und dem afrikanischen Kontinent verbindet.

In der Erklärung wurde hervorgehoben, dass TIL/MSC ein globales Schifffahrtsnetzwerk mit Verbindungen zu über 500 Häfen sowie umfangreiche Betriebserfahrung im Management der größten Containerterminals in Europa, Asien, Afrika und Amerika einbringt. Dies soll große Reedereien anziehen und stabile Frachtaufkommen sichern. Maha Capital Partners steuert langfristige Investitionen und institutionelle Expertise bei der Finanzierung großer Infrastrukturprojekte in Schwellenländern bei, mit Fokus auf gute Unternehmensführung, Nachhaltigkeit und maximale Wirtschaftswirkung.

Während der Unterzeichnungszeremonie wurde betont, dass das Projekt eine strategische Investition in Libyens wirtschaftliche Zukunft sei. Es setze das Land auf die Landkarte der bedeutenden Mittelmeerhäfen, unterstütze die Einkommensdiversifizierung, schaffe zehntausende Jobs und stärke das Vertrauen internationaler Investoren in die Stabilität und Attraktivität des libyschen Marktes.

Das Projekt wird in drei Hauptphasen umgesetzt:

  1. Sofortige Verbesserung der Betriebseffizienz durch Modernisierung von Anlagen und Systemen.
  2. Tiefgreifender Ausbau der Kais und Becken für Mega-Schiffe und zur Kapazitätssteigerung.
  3. Eine langfristige Phase für Nachhaltigkeit und Wachstum, um den Hafen als regionales Umschlagzentrum zu etablieren.

Es wurde außerdem unterstrichen, dass diese Partnerschaft den Willen zeige, moderne, weltweit wettbewerbsfähige Infrastruktur zu schaffen. Diese soll neue Industrien fördern, lokale Arbeitsplätze bieten und Libyens Position innerhalb regionaler und internationaler Lieferketten stärken. Die Misrata Freihandelszone wurde als Tor für Investitionen und Wachstum gegründet – dieser Schritt sei ein entscheidender Bewegungs hin zur Verwirklichung dieser Vision.

Die Misrata Freihandelszone erstreckt sich über 2.576 Hektar, mit Erweiterungsplänen auf bis zu 20.000 Hektar. Sie verwaltet einen Hafen, der derzeit 60–65 % des libyschen Containerhandels abwickelt und damit das wichtigste maritime Tor des Landes ist.

Diese Partnerschaft wird den Hafen der Misrata Freihandelszone von einem bedeutenden nationalen Hafen in eine mediterrane Logistikplattform verwandeln. Diese soll im Stande sein, den Transitverkehr zu bedienen, Industrien zu unterstützen, Investitionen anzuziehen und Libyens Position als Drehscheibe zwischen Europa, Afrika und dem Nahen Osten zu stärken.

Weiteres Symbolbild zur Partnerschaft

Misrata Freihandelszone

Die Misrata Freihandelszone ist ein bedeutendes Industrie- und Handelszentrum an Libyens Mittelmeerküste. Sie wurde in den frühen 2000er Jahren gegründet, um ausländische Investitionen anzuziehen und den Handel zu fördern. Historisch profitiert sie von Misratas langjähriger Rolle als wichtige Hafenstadt. Trotz erheblicher Störungen während des libyschen Bürgerkriegs 2011 blieb sie ein wichtiger Wirtschaftsmotor für die Region.

Hafen der Misrata Freihandelszone

Der Hafen der Misrata Freihandelszone ist ein wichtiges Handels- und Industriezentrum an Libyens Mittelmeerküste. Er wurde in den späten 1990er Jahren als Teil einer größeren Wirtschaftszone eingerichtet. Der Hafen von Misrata ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Handelsplatz. Die moderne Freihandelszone wurde entwickelt, um nach den UN-Embargos der 1990er Jahre ausländische Investitionen anzulocken und Nicht-Öl-Exporte zu steigern. Heute dient er als vitales Logistik-Tor für Libyen mit Containerterminals, Industriegebieten sowie zollfreien Lager- und Produktionseinrichtungen.