Donald Trump – Narendra Modi: In Trumps erster Amtszeit waren die indisch-amerikanischen Beziehungen von Herzlichkeit geprägt, die jedoch in seiner zweiten Amtszeit Verbitterung wich. Ein Zollkonflikt errichtete eine hohe Mauer der Spannung zwischen beiden Ländern, wofür Trump selbst im eigenen Land Kritik einstecken musste. Doch nun hat Trump einen Sinneswandel vollzogen. Während wir längst „Ich liebe mein Indien“ sagen, erklärt nun Trump, der 12.000 Kilometer von Delhi entfernt in Washington sitzt: „Ich liebe Indien.“

Trumps veränderter Ton gegenüber Indien

Trump versichert den Indern, er sei der Weltführer, dem sie zu 100 Prozent vertrauen könnten. Erfahren Sie heute, warum Trump, der einst Pakistans terroristischen Armeechef Asim Munir seinen Lieblingsfeldmarschall nannte, plötzlich vor Liebe zu Indien überläuft. Was sagte er über Indien und seine Führung, das in Pakistan noch mehr diskutiert wird als in Indien? Wieso reist US-Außenminister Marco Rubio auf Trumps Anweisung nach Indien – und was ist sein Hauptanliegen? Und wie wird der Motor der indisch-amerikanischen Freundschaft, der ein Jahr lang holperig lief, nun im Leerlauf repariert? Auf welcher Autobahn will Trump diesen Motor nach der Reparatur fahren lassen? Erfahren Sie, wie Trump seine Zuneigung zu Indien vor der ganzen Welt bekundete.

Trump rief Gore an

Am Sonntag fand in Delhi die Feier zum 250. Unabhängigkeitstag Amerikas statt. Der US-Botschafter in Indien, Sergio Gore, wollte dort eine Rede halten. Unmittelbar davor trat er auf die Bühne und teilte mit, er habe einen Anruf von einem besonderen Gast erhalten, der in der Leitung sei. Der Anrufer war niemand anderes als Gores Chef, US-Präsident Donald Trump. In seiner kurzen Ansprache lobte Trump Indien und Premierminister Narendra Modi über alle Maßen. Er sagte den Indern, er liebe sie sehr, und bot an, bei Bedarf mit nur einem Anruf zur Hilfe bereit zu stehen.

Die USA reparieren die Beziehungen

Trump hatte zuvor Entscheidungen getroffen und Äußerungen gemacht, die nicht als günstig für die indisch-amerikanischen Beziehungen gelten konnten. Doch der Besuch von Außenminister Rubio in Indien, seine dortigen Aussagen und nun Trumps Ansprache deuten darauf hin, dass die USA versuchen, das im letzten Jahr Zerfallene zu reparieren. Zuerst soll das durch Zölle und Rhetorik entstandene Vertrauensdefizit geschlossen werden. Trumps Aussage über 100 Prozent Vertrauen weist in diese Richtung.

  • Ein Hauptgrund für Trumps Sinneswandel ist der Versuch, ein Handelsabkommen mit Indien schnell abzuschließen. 2025 betrug das bilaterale Handelsvolumen 150 Milliarden Dollar.
  • In dieser Zeit kauften die USA Waren im Wert von etwa 104 Milliarden Dollar aus Indien und verkauften indische Waren im Wert von 46 Milliarden Dollar.
  • Das US-Handelsdefizit lag somit bei rund 58 Milliarden Dollar. Durch das Abkommen wollen die USA dieses Defizit verringern.
  • Indien hat bei den Verhandlungen signalisiert, in den nächsten fünf Jahren Waren im Wert von rund 500 Milliarden Dollar aus den USA zu kaufen. Trump möchte dies als großen Erfolg präsentieren.
  • Der in Indien weilende US-Außenminister Rubio kündigte an, beide Länder könnten das Abkommen innerhalb weniger Wochen abschließen. Er bezeichnet es als vorteilhaft für beide Seiten.
  • Die Freundschaft mit Indien liegt auch im Interesse der US-Verteidigungsindustrie, denn Indien ist der zweitgrößte Waffenimporteur der Welt. Die USA wollen ihren Marktanteil halten.
  • Seit 2008 hat Indien Waffen im Wert von über 20 bis 25 Milliarden Dollar aus den USA gekauft.
  • Dazu gehören C-17- und C-130-Transportflugzeuge, Apache-Kampfhubschrauber, P-8I-Poseidon-Flugzeuge und Harpoon-Raketen.