Neu-Delhi. Die Ankündigung der bislang höchsten Mittelzuweisung für den Verteidigungssektor im Haushalt 2026 macht deutlich, dass Indien entschlossen ist, seine militärische Einsatzbereitschaft, Grenzsicherheit und strategischen Fähigkeiten auf ein neues Niveau zu heben. Angesichts der sich wandelnden globalen Lage, regionaler Sicherheitsherausforderungen und des Bedarfs an modernen Kriegstechnologien hat die Regierung dem Verteidigungssektor Priorität eingeräumt. Dieser Haushalt wird nicht nur als Signal für höhere Ausgaben gesehen, sondern als Teil einer Strategie für eine umfassende Modernisierung der Militärstruktur und zur Beschleunigung der einheimischen Verteidigungsproduktion.

Die Finanzministerin legte den Haushalt 2026 am Sonntag vor. In einer 85-minütigen Rede im Parlament erwähnte sie den höchsten Verteidigungshaushalt aller Zeiten, Steuererleichterungen, Bahnprojekte und drei neue AIIMS für Ayurveda, machte jedoch keine größeren Ankündigungen für den einfachen Bürger.

Im ersten Haushalt nach der Operation Sindoor wurde das Verteidigungsbudget des Landes von 6,81 Billionen Rupien auf 7,84 Billionen Rupien erhöht. Dies entspricht einer Steigerung des gesamten Verteidigungshaushalts um 15,2 %. Die Ausgaben für Waffenbeschaffung und Militärmodernisierung werden bei 2,19 Billionen Rupien liegen, verglichen mit 1,80 Billionen Rupien im Vorjahr. Das ist ein direkter Anstieg der Kapitalausgaben um 22 %.

In diesem Jahr finden Wahlen in Westbengalen, Tamil Nadu, Kerala, Assam und Puducherry statt. Die Rede enthielt keine größeren Ankündigungen, die diese Bundesstaaten direkt betreffen, doch Tamil Nadu und Bengalen erhielten das Geschenk einer Hochgeschwindigkeitszugstrecke.

Der wichtigste Aspekt ist die Militärische Modernisierung. Der Schwerpunkt liegt auf Waffen der nächsten Generation, Raketensystemen, Drohnentechnologie, Überwachungsausrüstung und Cybersicherheitsrahmen für Heer, Luftwaffe und Marine. Investitionen in die Stärkung von Luftverteidigungssystemen, Kampfjet-Upgrades, U-Boot-Projekte und Grenzüberwachungstechnologie werden Indiens strategische Stärke erhöhen.

Ein weiterer großer Fokus liegt auf der Grenzsicherheit. Die Investitionen in Infrastruktur, Straßen, Tunnel, fortschrittliche Überwachungssysteme und logistische Unterstützung an den nördlichen und westlichen Grenzen wurden erhöht. Dies wird die Truppenstationierung und schnelle Reaktionsfähigkeit in Grenzregionen verbessern. Spezialausrüstung und -technologie sollen die Einsatzfähigkeit in bergigem und schwierigem Gelände erhöhen.

Ein großer Teil des Verteidigungshaushalts wird in die Förderung von „Make in India“ und Eigenständigkeit fließen. Die einheimische Verteidigungsindustrie, die Beteiligung privater Unternehmen, Start-ups und Verteidigungsforschungsinstitute werden ermutigt. Die Betonung auf einheimischen Raketen, Artilleriesystemen, Kampfflugzeugen, Hubschraubern und Drohnenfertigung wird als großer Schritt zur Verringerung der Importabhängigkeit gesehen. Dies wird auch Beschäftigung, technologische Entwicklung und Exportpotenzial steigern.

Erhöhte Investitionen in Verteidigungsforschung und -technologie sind ebenfalls ein Schlüsselmerkmal dieses Haushalts. Der Fokus auf künstliche Intelligenz, Cyberkriegsführung, weltraumgestützte Überwachung, elektronische Kriegsführung und autonome Waffensysteme wird Indien auf zukünftige Kriegsszenarien vorbereiten. Projekte der DRDO und anderer Forschungsagenturen dürften an Schwung gewinnen.

Die Soldatenfürsorge ist ebenfalls ein bedeutender Teil dieses Haushalts. Die Mittel für Veteranenrenten, Gesundheitseinrichtungen, Wohnraum und Familienfürsorgeprogramme wurden ebenfalls erhöht. Dies stärkt die Moral der Streitkräfte, die die wahre Stärke jeder Armee ist.

Allerdings wirft ein großer Verteidigungshaushalt stets Debatten über die wirtschaftliche Balance auf. Experten glauben, dass ein Gleichgewicht zwischen Sicherheitsbedürfnissen und Entwicklungsprioritäten wesentlich ist, doch im aktuellen geopolitischen Umfeld ist ein starkes Verteidigungsgerüst für die nationale Sicherheit unverzichtbar geworden.