Die Stadt Harar, Hauptstadt der Harari-Region im Osten Äthiopiens, hat kürzlich das Shawwal-Fest gefeiert. Dieses jährliche Ereignis findet nach dem sechstägigen Fasten des Shawwal statt und ist eine tief verwurzelte religiöse und kulturelle Tradition der lokalen Gemeinschaft.

Traditionelle Tänze in Harar

Die Feierlichkeiten umfassten vielfältige kulturelle Darbietungen, an denen Männer, Frauen und Jugendliche in traditioneller Harari-Kleidung teilnahmen. Musikaufführungen und Volkstänze fanden in der historischen Altstadt mit ihren Stadtmauern statt – ein Bild, das den Reichtum der kulturellen Identität und die Kontinuität des lokalen Erbes widerspiegelt.

Das Fest dauerte drei Tage und beinhaltete religiöse Rituale an mehreren historischen Stätten, darunter die Schreine von „Aw Shulum Ahmed“ und „Aw Akibra“, wo Gebete und religiöse Rezitationen abgehalten wurden und die spirituelle Dimension der Veranstaltung verkörperten.

Religiöse Zeremonie während des Shawwal-Fests

Im Jahr 2023 nahm die UNESCO das Festival in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf und würdigte damit seinen kulturellen Wert und seine Rolle für den Erhalt des lokalen Erbes.

Das Fest dient auch als Rahmen für die Weitergabe von Wissen und Traditionen zwischen den Generationen, trägt zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts bei und sichert die Nachhaltigkeit des kulturellen Erbes in der Stadt Harar.

Harar

Harar ist eine historische, von Mauern umgebene Stadt im Osten Äthiopiens, die zwischen dem 7. und 11. Jahrhundert gegründet wurde und zu einem bedeutenden islamischen Zentrum und Handelsknotenpunkt wurde. Bekannt als „Stadt der Heiligen“, ist sie berühmt für ihr einzigartiges architektonisches Erbe, darunter 82 Moscheen und 102 Schreine innerhalb ihrer Mauern, sowie für ihre Tradition, wilde Hyänen zu füttern. Als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt, wird Harar für seine eigenständige kulturelle Identität geschätzt, die afrikanische und islamische Einflüsse vereint.

Harari-Region

Die Harari-Region ist eine kleine, kulturell eigenständige Zone im Osten Äthiopiens, die sich auf die historische, ummauerte Altstadt von Harar Jugol konzentriert, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Im 7. Jahrhundert gegründet, wurde sie zu einem wichtigen islamischen Zentrum und einem entscheidenden Knotenpunkt für den Handel zwischen Afrika, dem Nahen Osten und Asien. Heute ist sie berühmt für ihr einzigartiges Volk der Harari, ihr dichtes Labyrinth aus Gassen mit traditionellen Häusern und ihre uralte Praxis, nachts Hyänen zu füttern.

Historische Stadtmauer

Eine historische Stadtmauer bezieht sich auf eine Art alter städtischer Siedlung, die weltweit verbreitet ist und bei der ein befestigter Perimeter zur Verteidigung und zur Kontrolle des Handels errichtet wurde. Diese Städte, wie etwa Carcassonne in Frankreich oder Dubrovnik in Kroatien, entstanden oft im Mittelalter oder früher, und ihre erhaltenen Mauern dienen heute als bedeutende Kulturdenkmäler. Sie bieten einen direkten physischen Einblick in vergangene Methoden der Stadtplanung, Kriegsführung und sozialen Organisation.

Schreine von Aw Shulum Ahmed

Die „Schreine von Aw Shulum Ahmed“ beziehen sich auf den heiligen Grabeskomplex von Sheikh Ahmed bin Idris al-Fasi (1760–1837), einem verehrten marokkanischen Sufi-Gelehrten und Gründer des Idrisi-Ordens. Der Ort in der Stadt Sabya in der Region Jizan im Südwesten Saudi-Arabiens wurde zu einem bedeutenden Zentrum islamischer Gelehrsamkeit.