„Seht mal, das Ding dort auf dem Baum, das wie ein kleines Haus aussieht – das ist die ‚voll eingerichtete Wohnung‘, die wir für die Vögel gebaut haben.“ Am Vorabend des „Internationalen Tages der Vögel“ erklärten Freiwillige am Eingang des Nationalen Feuchtgebietsparks Fanwan-See in Qianjiang, Provinz Hubei, den Kindern einen hoch oben angebrachten Nistkasten. Nicht weit davon ruhten mehrere Graureiher in den neu errichteten sicheren Nestern, putzten gelegentlich ihr Gefieder oder schlugen sanft mit den Flügeln, ein Bild der Zufriedenheit.
Der Frühling ist zurück, das Gras sprießt und die Vögel ziehen. Jahr für Jahr verabschieden sich zu dieser Zeit Millionen Zugvögel von den Gewässern und Landschaften Hubéis, um ihre Reise nach Norden fortzusetzen. Als eine zentrale Station auf globalen Zugvogelrouten zieht das dichte Netz aus Feuchtgebieten und Wasserwegen in Hubei seltene und bedrohte Arten wie den Orientalischen Weißstorch, die Baerente und den Löffler an, die hier rasten, Nahrung suchen und sogar brüten.
Doch das weitverzweigte Netz der Stromleitungen, die als „Lebensadern“ für Wirtschaft und Gesellschaft dienen, überlagert sich räumlich mit den Flugrouten der Vögel. Wie lässt sich ein harmonisches Miteinander von Vögeln und Stromnetz erreichen?
Der Bau sicherer Nistplätze, die Installation von Vogelschutzvorrichtungen an Masten und der ganzjährige Einsatz von Freiwilligengruppen in den Bereichen Patrouille, Aufklärung und Rettung sind Teil der Antwort. Vom physischen Schutz bis zu grundlegenden Leitlinien liefern die Mitarbeiter des Stromnetzes in Hubei ihren eigenen Beitrag zum Vogelschutz.
Seit Dezember 2021 setzt die State Grid Hubei Electric Power Company in Qianjiang das Projekt „Lebenslinie für Zugvögel“ um. „Wir holten Experten, um unser Personal vor Ort in Vogelkunde und Schutzmaßnahmen zu schulen, errichteten über 20 sichere Nisthilfen in den Bäumen rund um den See im Feuchtgebietspark und organisieren regelmäßig Aktionen wie Vorträge, Vogelbeobachtungen und Nistkastenbau, um mehr Menschen für den Vogelschutz zu gewinnen“, erläutert der Projektleiter.
Der Wandel von einem einzigen Wort – weg von der „Vergrämung“ hin zum „Schutz“ der Vögel – spiegelt einen grundlegenden Mentalitätswandel wider: Statt passiv abzuwehren, ist es besser, Vögeln aktiv sichere Lebensräume anzubieten.
An der ±500-kV-Linfeng-Leitung in Shenji, Kreis Shayang, Jingmen, installieren Wartungstechniker gerade Vogelschutzplatten an den Masten. Diese Platten aus hochfesten Epoxidharz-Isolierplatten sind äußerst isolierend und korrosionsbeständig. Sie werden am Querträger über den Isolatorenketten oder an Mastenecken befestigt und verhindern wirksam, dass Vogelkot die elektrischen Anlagen verschmutzt oder Vögel direkt mit unter Spannung stehenden Leitungen in Kontakt kommen. Basierend auf der Mastverteilung und den Fluggewohnheiten der Vögel plant das Unternehmen, bis zum 30. Juni über 2.000 solcher Platten an Masten der Ultrahochspannungsleitungen zu installieren. Eine kleine Platte wird so zu einer schonenden „Pufferzone“ zwischen Vogel und Strom.
Auf der 433 Hektar großen Wasserfläche des Demonstrationsgebiets zur Wiederherstellung des Lebensraums der Baerente in Qijiawan, Huangpi, Wuhan, schaukeln spezielle künstliche Nistplattformen sanft auf den Wellen. Die Baerente wird oft als „Panda der Vogelwelt“ bezeichnet. Ihr größtes Hindernis bei der Brut sind steigende Wasserstände in der Regenzeit, die die Nester überfluten und zerstören.
„Um dieses Problem zu lösen, haben wir gemeinsam mit dem Institut für Hydrobiologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, der Wuhan Bird Watching Society, dem Stromversorger und anderen Partnern ein hochwassersicheres ‚schwimmendes Kreißzimmer‘ entwickelt“, erklärt ein Mitarbeiter des Wuhaner Feuchtgebietsschutzzentrums.
Die künstlichen Nistplattformen haben eine schwimmende Brettkonstruktion, die mit Bambusstangen im Wasser verankert ist, sodass das Nest mit dem Wasserstand steigen und fallen kann. Die Plattformoberfläche ist mit Schlamm bedeckt und mit Wasserpflanzen wie Wasserbambus und Kalmus bepflanzt. Dies bietet der Baerente nicht nur Schutz, sondern auch praktisches Nistmaterial. Bevor die Regenzeit begann, wurden in Qijiawan und am Baoxie-See fast hundert dieser „schwimmenden Kreißzimmer“ platziert, die still auf ihre „hochrangigen Gäste“ warten.
Die Geschichte geht weiter, vom wissenschaftlichen Vogelschutz zur beständigen Bewachung.
Die Geschichte des Vogelschutz-Freiwilligenteams der State Grid Huangshi Power Supply Company begann vor zehn Jahren – in jenem Frühjahr entdeckten der Leitungsprüfer Zheng Qingsong und seine Kollegen bei Wartungsarbeiten an Mast Nr. 57 der 220-kV-Saini-I-&-II-Leitung in Haikou, Yangxin, Huangshi, drei Jungvögel. Experten identifizierten sie als Orientalische Weißstörche, eine national geschützte Art der ersten Kategorie. Kurzerhand bauten sie für die Jungvögel ein sicheres Kunstnest auf der Mastspitze. Seitdem