Nationaler Tag des Mädchens: Der in Indien am 24. Januar begangene Nationale Tag des Mädchens ist längst mehr als nur ein Tag der Bewusstseinsbildung. Er erzählt die Geschichte eines Wandels, in dem Töchter ihre Träume verwirklichen. Indiens Töchter treten heute aus dem Schatten ihrer Häuser heraus und setzen Zeichen im Parlament, in Laboren, in Cockpits und in Startups.

Als Indiens Tochter Premierministerin wurde
Am 24. Januar 1966 schrieb Indira Gandhi Geschichte, als sie ihren Eid als Premierministerin ablegte. In Erinnerung an diesen historischen Moment erklärte die indische Regierung diesen Tag im Jahr 2008 zum Nationalen Tag des Mädchens. Die Botschaft war klar: Auch Indiens Töchter können führen.

Verbesserung des Geschlechterverhältnisses, Wandel der Denkweise
Das Geschlechterverhältnis, das einst auf 927 gefallen war, liegt laut der National Family Health Survey nun bei 1020. Diese Zahl deutet auf einen Wandel in der gesellschaftlichen Einstellung hin. Das Geschlechterverhältnis bei der Geburt liegt jedoch noch immer bei etwa 930, was eine anhaltende Herausforderung darstellt.

‚Beti Bachao, Beti Padhao‘ veränderte das Bild
Die 2015 gestartete Kampagne ‚Beti Bachao, Beti Padhao‘ (Rettet die Tochter, bildet die Tochter aus) geht nun in ihr elftes Jahr. In Bundesstaaten wie Haryana, wo die Situation der Mädchen einst Anlass zur Sorge gab, liegt das Geschlechterverhältnis inzwischen über 923. Durch das ‚Kanya Shiksha Pravesh Utsav‘ wurden über eine Lakh Mädchen wieder mit Schulen in Verbindung gebracht.

Die Tochter ist heute eine Investition, keine Last
Im Rahmen der Sukanya Samriddhi Yojana wurden über 4,53 Crore Konten eröffnet. Dieses Programm mit einem Zinssatz von 8,2 % gibt Eltern die Gewissheit, dass die Zukunft ihrer Tochter gesichert ist.

Vom Programmieren in den Cockpit
Die Tochter von heute ist nicht auf die Küche beschränkt. Sie programmiert, baut Roboter und vermisst als Pilotin den Himmel. Programme wie ‚Udaan‘ haben Mädchen aus ländlichen Gebieten den Weg ins Ingenieurwesen gezeigt. Während die Beteiligung in MINT-Fächern derzeit bei 18 % liegt, schließen Initiativen wie ‚AI for All‘ diese Lücke rapide.

Fokus auf Gesundheit: Der Kampf gegen Anämie
Fast 59 % der heranwachsenden Mädchen sind von Anämie betroffen. Vor diesem Hintergrund erreichen Ernährungsprogramme und Initiativen zur Menstruationshygiene Dorf für Dorf. Eisentabletten und Monatsbinden sind keine Quelle der Scham mehr, sondern ein Recht.

Gesetze schufen eine starke Schutzrüstung
Der POCSO Act und der Prohibition of Child Marriage Act haben die Sicherheit von Mädchen gestärkt. Die im November 2024 gestartete Kampagne ‚Bal Vivah Mukt Bharat‘ (Kinderheiratsfreies Indien) zielt darauf ab, diesen Missstand bis 2030 auszurotten. Der Oberste Gerichtshof hat ebenfalls klargestellt, dass eine Heirat unter 18 Jahren gegen die Würde eines Mädchens verstößt.

Geschichten des Wandels von Dorf zu Dorf
In Uttar Pradesh wird der Tag des Mädchens zusammen mit dem UP-Tag gefeiert, wobei Frauen aus Selbsthilfegruppen zu Vorbildern werden. Im Dorf Bhanhedi im Distrikt Deeg in Rajasthan brechen fußballspielende Mädchen mit Traditionen wie der Kinderheirat. Neben den staatlichen Bemühungen ist auch die Rolle von Sozialreformern und Organisationen entscheidend. Soziale Kampagnen gegen Mitgift und weibliche Fötizid haben den Wandel vertieft.

Nationaler Tag des Mädchens

Der Nationale Tag des Mädchens ist ein jährlicher Aktionstag in Indien, der jedes Jahr am 24. Januar begangen wird. Er wurde 2008 vom Ministerium für Frauen- und Kinderentwicklung ins Leben gerufen, um auf die Ungleichheiten aufmerksam zu machen, denen Mädchen ausgesetzt sind, und ihre Rechte, Bildung, Gesundheit und Ernährung zu fördern. Der Tag soll gesellschaftliche Einstellungen verändern und die Bedeutung der Stärkung von Mädchen für die Entwicklung der Nation hervorheben.

Beti Bachao, Beti Padhao

„Beti Bachao, Beti Padhao“ (Rettet die Tochter, bildet die Tochter aus) ist eine bedeutende soziale Kampagne der indischen Regierung, die 2015 gestartet wurde, um das sinkende Geschlechterverhältnis bei Kindern zu bekämpfen und die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern. Die Initiative konzentriert sich auf die Verhinderung geschlechtsselektiver Abtreibungen, den Schutz und das Überleben des Mädchens sowie die Sicherstellung ihrer Bildung und Teilhabe. Sie ist kein physischer Ort, sondern steht für eine bedeutende kulturelle Bewegung, die darauf abzielt, die gesellschaftliche Einstellung gegenüber Mädchen und Frauen in Indien zu verändern.

Sukanya Samriddhi Yojana

Die „Sukanya Samriddhi Yojana“ ist kein Ort, sondern ein soziales Sparprogramm, das 2015 von der indischen Regierung gestartet wurde. Es soll langfristige Ersparnisse für die zukünftigen Bildungs- und Heiratskosten eines Mädchens fördern und bietet attraktive Zinssätze und Steuervorteile.

POCSO Act

Der Protection of Children from Sexual Offences (POCSO) Act ist ein wegweisendes indisches Gesetz aus dem Jahr 2012. Es schafft einen robusten rechtlichen Rahmen speziell zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch, Belästigung und Pornografie. Das Gesetz ist historisch bedeutsam, da es kindgerechte Verfahren für Meldung, Beweissicherung und schnelle Gerichtsverfahren einführte und damit einen großen Wandel im rechtlichen Umgang mit solchen Verbrechen in Indien markiert.

Prohibition of Child Marriage Act

Der Prohibition of Child Marriage Act (PCMA) ist ein wichtiges indisches Gesetz von 2006, das die Heirat von Kindern, primär Mädchen unter 18 und Jungen unter 21, verhindern und verbieten soll. Es ersetzte den früheren Child Marriage Restraint Act von 1929, stärkte den Rechtsrahmen, indem es Kinderheiraten für anfechtbar erklärte, und führte Bestimmungen für Strafen und Opferschutz ein. Das Gesetz spiegelt die anhaltenden sozialen und legislativen Bemühungen in Indien wider, die tief verwurzelte Praxis der Kinderheirat zu bekämpfen und die Rechte von Kindern zu schützen.

Bal Vivah Mukt Bharat

„Bal Vivah Mukt Bharat“ (Kinderheiratsfreies Indien) ist eine landesweite soziale Kampagne und Bewegung in Indien, die darauf abzielt, die Praxis der Kinderheirat auszurotten. Ihre Geschichte ist in jahrzehntelanger Advocacy-Arbeit und Rechtsreformen verwurzelt, vor allem im Prohibition of Child Marriage Act (2006), der das gesetzliche Heiratsalter festlegt. Die Bewegung steht für die gemeinsamen Anstrengungen von Regierungsbehörden, NGOs und Gemeinden, diese Gesetze durchzusetzen und soziale Normen zum Schutz der Rechte und Zukunft von Kindern zu verändern.