Libysche Warnungen vor Risiken für die Wahlkommission und den demokratischen Weg
Ein Koordinierungsgremium libyscher Parteien und politischer Blöcke hat ernste Warnungen vor dem drohenden Zusammenbruch des Wahlprozesses ausgesprochen. Hintergrund sind Befürchtungen über Versuche, die Wahlkommission zu untergraben und ein paralleles Gremium zu etablieren. Dies würde die letzte Hoffnung auf eine Beendigung der anhaltenden politischen Krise zunichtemachen.
In einer offiziellen Stellungnahme richtete das Koordinierungsgremium einen dringenden Appell an die UN-Mission in Libyen und forderte deren sofortiges Eingreifen, um die weitere Arbeit der Wahlkommission zu unterstützen und sich klar auf die Seite des Volkswillens nach Veränderung zu stellen. Es bekräftigte, dass das Recht, Autoritäten durch freie und faire Wahlen zu legitimieren, den grundlegenden Willen der Bürger darstelle und nicht durch enge politische Manöver aufgegeben oder behindert werden dürfe.
Befürchtungen vor dem Zerfall souveräner Institutionen
Die Erklärung äußerte große Besorgnis über das, was sie als systematische Einflussnahme auf staatliche Institutionen beschrieb. Die schwerwiegenden Folgen dieser Einmischung hätten bereits begonnen, sich auf souveräne Institutionen und die Justiz auszudehnen und bedrohten die rechtlichen Grundlagen des Staates. Eine Fortsetzung dieses Wegs kündige einen vollständigen Zusammenbruch des institutionellen Systems an und vertiefe die bestehenden Spaltungen.
Forderung nach Neugründung auf legitimer Grundlage
Das Koordinierungsgremium betonte, dass der Ausweg aus der aktuellen Krise eine Neugründung auf legitimen Grundlagen erfordere, um politische Stabilität zu erreichen und den Staat wieder aufzubauen. Es verwies darauf, dass die Wahlkommission trotz aller Herausforderungen frühere Wahlprozesse mit bemerkenswerter Kompetenz effizient abgeschlossen und dabei ihre Neutralität und Integrität ohne jeden Anflug von Zweifel bewahrt habe.
Ablehnung eines Ersatzes der Kommission
Das Gremium lehnte jedwede Versuche, die Kommission zu ersetzen oder zu untergraben, kategorisch ab. Der Erhalt der Chancen auf Wahlen könne nur durch die Unterstützung dieses nationalen Gremiums, die Stärkung seiner Rolle und die Vervollständigung seiner Mitgliedschaft erreicht werden. Es beschrieb die Kommission als Sicherheitsventil für den demokratischen Prozess, das seine Pflichten trotz knapper materieller Ressourcen und verschiedenster politischer Druckversuche mit hoher Professionalität erfülle.
Vorwurf an politische Gremien, an der Macht festzuhalten
Die Stellungnahme erhob einen klaren Vorwurf gegen die bestehenden politischen Gremien, eine Politik des Machterhalts zu betreiben, die die Spaltung verewige und jeden ernsthaften Weg zur Rettung des Landes aus Schwäche und Zersplitterung blockiere. Die Beendigung der Spaltung sei zu einer dringenden nationalen Notwendigkeit geworden, die keinen Aufschub mehr dulde.