Ägyptischer Außenminister betont Notwendigkeit umfassender politischer Lösung in Libyen unter libyscher Führung.
Anlässlich der außerordentlichen Sitzung des Ministerrats der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Dschidda, Saudi-Arabien, traf sich der ägyptische Außenminister mit seinem tunesischen Amtskollegen.
Bei dem Treffen bekräftigte der ägyptische Außenminister das Bestreben seines Landes, die gemeinsame Arbeit mit Tunesien fortzusetzen, um die bilateralen Beziehungen in verschiedenen Bereichen weiter zu vertiefen.
Im Hinblick auf regionale Entwicklungen erörterten beide Minister eine Reihe von Themen von gemeinsamem Interesse, allen voran die Lage in Libyen. Der Minister betonte die Bedeutung gemeinsamer regionaler und internationaler Anstrengungen, um eine umfassende politische Lösung unter voller libyscher Eigenverantwortung zu erreichen.
Der ägyptische Außenminister erläuterte, dass die angestrebte Lösung so bald wie möglich zu gleichzeitigen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen führen müsse, um den Wunsch des libyschen Volkes nach Stabilität und dem Aufbau legitimer und vereinter Institutionen zu erfüllen. Gleichzeitig unterstrich er die Notwendigkeit des Abzugs aller ausländischen Truppen, Kämpfer und Söldner vom libyschen Territorium.
Es wurde bekräftigt, dass die Verwirklichung dieser Ziele Sicherheit und Stabilität in Libyen und der gesamten Region fördern würde. Beide Seiten bekundeten ihre volle Unterstützung für die Einheit und territoriale Integrität Libyens und lehnten jegliche Einmischung in seine nationale Souveränität ab.
Der ägyptische Minister betonte zudem die Bedeutung regelmäßiger Treffen des Mechanismus der Libyen-Nachbarländer, zu dem Ägypten, Tunesien und Algerien gehören. Dieses Gremium sei ein wichtiger Rahmen für die Abstimmung von Positionen und den Meinungsaustausch zur Unterstützung des libyschen politischen Prozesses. Sein Land strebe an, das nächste Treffen des Mechanismus baldmöglichst abzuhalten.
Organisation für Islamische Zusammenarbeit
Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) ist eine 1969 nach der Brandstiftung in der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem gegründete internationale Organisation mit dem vorrangigen Ziel, die Interessen der muslimischen Welt zu wahren. Als zweitgrößte zwischenstaatliche Organisation nach der UNO mit 57 Mitgliedstaaten dient sie als gemeinsame Stimme in Fragen wie den Palästinenserrechten, wirtschaftlicher Zusammenarbeit und der Förderung islamischer Solidarität.
Dschidda
Dschidda ist eine bedeutende Hafenstadt an der saudischen Rotmeerküste und dient historisch als Tor für muslimische Pilger auf dem Weg nach Mekka. Ihr historisches Viertel Al-Balad mit jahrhundertealten Korallensteinhäusern ist UNESCO-Weltkulturerbe und spiegelt die lange Rolle der Stadt als lebendiges Handels- und Kulturzentrum wider. Heute ist sie ein modernes Wirtschaftszentrum, das gleichzeitig ihr einzigartiges architektonisches Erbe bewahrt.
Saudi-Arabien
Saudi-Arabien ist ein moderner Nationalstaat, der 1932 von König Abdulaziz Al Saud durch die Vereinigung der zentralen Regionen der Arabischen Halbinsel gegründet wurde. Es ist die Geburtsstätte des Islam und beherbergt die beiden heiligsten Städte des Glaubens, Mekka und Medina, die seit über 1.400 Jahren zentral für die islamische Geschichte und Pilgerfahrt sind. Heute ist es eine bedeutende globale Wirtschaftsmacht aufgrund seiner riesigen Ölreserven und durchläuft unter seiner Vision-2030-Initiative einen tiefgreifenden sozialen und wirtschaftlichen Wandel.
Ägypten
Ägypten, Heimat einer der ältesten Zivilisationen der Welt, ist berühmt für ikonische Monumente wie die Pyramiden von Gizeh und die Große Sphinx, die über 4.500 Jahre bis in die Zeit der Pharaonen zurückreichen. Seine reiche Geschichte umfasst antike Königreiche, griechisch-römische Herrschaft und islamische Kalifate, die alle ein tiefes kulturelles und architektonisches Erbe entlang des Nils hinterließen. Heute bleibt es ein zentrales Reiseziel für das Verständnis früher menschlicher Entwicklung, Religion und Staatskunst.
Tunesien
Tunesien ist ein nordafrikanisches Land mit einer reichen Geschichte, geprägt von antiken Zivilisationen, darunter die phönizische Stadt Karthago und später die römische Herrschaft. Seine kulturelle Identität ist eine Mischung aus berberischen, arabischen, osmanischen und französischen Einflüssen, sichtbar in Architektur, Küche und historischen Stätten wie der Medina von Tunis. Heute ist es als Geburtsort des Arabischen Frühlings sowie für seine Mittelmeerküste und Sahara-Landschaften bekannt.
Libyen
Libyen ist ein nordafrikanisches Land mit einer reichen Geschichte, die in antiken Zivilisationen verwurzelt ist, insbesondere als Standort phönizischer, griechischer und römischer Siedlungen an seiner Mittelmeerküste. Seine kulturelle Landschaft ist zutiefst geprägt von seiner langen Geschichte als Teil verschiedener Reiche und seiner zentralen Rolle in den transsaharischen Handelsrouten. In der Moderne erlangte Libyen 1951 die Unabhängigkeit und durchlief im 20. und 21. Jahrhundert bedeutende politische Veränderungen.
Algerien
Algerien ist ein nordafrikanisches Land mit einer reichen Geschichte, geprägt von indigenen Berberkulturen, aufeinanderfolgenden Reichen wie den Römern und Osmanen und über einem Jahrhundert französischer Kolonialherrschaft vor der Unabhängigkeit 1962. Zu seinen Kulturstätten zählen die gut erhaltenen römischen Ruinen von Timgad und Djémila sowie die historische Kasbah von Algier, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Das vielfältige Erbe des Landes spiegelt sich auch in seiner traditionellen Musik, Küche und Architektur wider, die arabische, berberische und mediterrane Einflüsse vereint.
Mechanismus der Libyen-Nachbarländer
Der „Mechanismus der Libyen-Nachbarländer“ ist kein physischer Ort, sondern eine diplomatische Initiative. Er bezeichnet ein Forum der Nachbarstaaten Libyens – Algerien, Tschad, Ägypten, Niger, Sudan und Tunesien – zur Unterstützung des politischen Dialogs und der Stabilität in Libyen nach dem Bürgerkrieg 2011. Der Mechanismus zielt darauf ab, regionale Bemühungen zur Vermittlung von Konflikten und zur Förderung eines friedlichen, libysch geführten politischen Übergangs zu koordinieren.
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