Im Rahmen der ägyptischen Vision 2030 und der nationalen Strategie für Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung verfolgt das Ministerium einen modernen Ansatz zur Etablierung einer neuen Generation spezialisierter Universitäten. Diese Universitäten sollen Bildung und Arbeitsmarkt verknüpfen, nachhaltige Entwicklung fördern sowie Innovation und angewandte Forschung stärken. Dieser Schritt reagiert auf die schnellen Veränderungen auf dem globalen Arbeitsmarkt und den Bedarf an qualifizierten Fachkräften in bestimmten Bereichen, die der nationalen Wirtschaft und Großprojekten dienen.
Spezialisierte Universitäten stellen einen Grundpfeiler für die Entwicklung der Hochschulbildung dar, entsprechend den Vorgaben der politischen Führung. Ziel ist die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte mit digitalen Kompetenzen und präzisen Spezialisierungen durch flexible, projektbasierte Studiengänge. Dies soll Innovation und Nachhaltigkeit fördern sowie effektive Partnerschaften mit der Industrie und internationalen Universitäten aufbauen. Das übergeordnete Ziel ist es, den Anforderungen der Fünften Industriellen Revolution gerecht zu werden, Hochtechnologie-Industrien im Land anzusiedeln, Investitionen anzuziehen, Beschäftigungsmöglichkeiten zu erhöhen und die wissenschaftliche Forschung so zu unterstützen, dass ihre Ergebnisse in Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden, welche die nationale Wirtschaft stärken und nachhaltige Entwicklung vorantreiben.
Hochschulminister: Studienstart an Verkehrs- und Lebensmittel-Universitäten im nächsten akademischen Jahr
Im nächsten akademischen Jahr beginnen die Studien an den Universitäten für Verkehr sowie für Lebensmittel. Die Verkehrsuniversität ist die erste ihrer Art im Nahen Osten und in Afrika für Verkehrs- und Logistikwissenschaften. Sie umfasst drei Hauptfakultäten (Ingenieurwesen, Verkehrstechnologie und Verkehrswirtschaft), die integriert zusammenarbeiten, um Fachkräfte für die Planung, den Betrieb und das Management moderner Verkehrsprojekte auszubilden.
Die Lebensmittel-Universität hingegen besteht aus fünf spezialisierten Fakultäten für Intelligente Landwirtschaft, Tierproduktion, Wasserressourcen-Management, Lebensmittelverarbeitungstechnologie und Landtechnik. Ergänzt wird sie durch ein Forschungszentrum und einen Gründungsinkubator in Partnerschaft mit der japanischen Universität Hiroshima. Damit entsteht eine integrierte akademische Plattform, die Wassermanagement und Ernährungssicherheit verknüpft und Forschungs-, Trainings- sowie Aufklärungsprogramme für nationale Projekte anbietet, um die Produktivität und die gesellschaftliche Teilhabe zu steigern.
Diese Entwicklungen folgen auf eine Reihe von Koordinierungstreffen des Ministeriums, unter anderem mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten für Industrieentwicklung und Minister für Industrie und Verkehr, einem deutschen Experten der Fakultät für Verkehrswissenschaften der TU Dresden (ausländischer Partner der Internationalen Verkehrsuniversität) sowie dem Minister für Landwirtschaft und Landgewinnung. Es wurde vereinbart, intensive Besprechungen zwischen Fachleuten des Hochschulministeriums und der beteiligten Ministerien abzuhalten, um die Gründungsverfahren für die beiden Universitäten abzuschließen.
Die Philosophie hinter den spezialisierten Universitäten zielt darauf ab, die Ressourcen und Kapazitäten der Partner-Ministerien optimal zu nutzen, bestehende Einrichtungen weiterzuentwickeln oder zu integrierten Bildungseinrichtungen zusammenzuführen. Dabei wird auf die Expertise von Professoren und Forschern an Universitäten und Forschungszentren sowie auf Partnerschaften mit renommierten internationalen Universitäten zurückgegriffen. Dies gewährleistet die internationale Vergleichbarkeit der Studiengänge und bietet eine integrierte Ausbildung, die akademische Qualifikation mit hochwertiger praktischer Ausbildung verbindet. Die Studienordnungen werden unter Beteiligung von Experten ägyptischer Universitäten, Partner-Ministerien und internationalen Partnern erstellt. Das Studium an diesen Universitäten basiert wesentlich auf projektbasierter praktischer Ausbildung in den zuständigen Behörden und Ministerien, was den Absolventen wertvolle angewandte Erfahrung vermittelt.
Das Ministerium setzt die intensiven Gespräche mit nationalen und internationalen Partnern fort, um Fachausschüsse zu bilden, Umsetzungskonzepte zu entwickeln und Studiengänge gemäß nationaler und internationaler Standards zu genehmigen. Damit soll der Erfolg des Modells der spezialisierten Universitäten und die Erreichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele sichergestellt werden. Sobald die Arbeiten der Fachausschüsse in den beteiligten Ministerien in Abstimmung mit den Ausschüssen des Hochschulministeriums abgeschlossen sind, werden die Studienmodelle und Zulassungsmechanismen für diese Universitäten bekannt gegeben.