Indonesien und Türkei führen erstes „2+2“-Treffen zu Sicherheit und Wirtschaft durch.
Indonesien verstärkt seine strategische diplomatische Architektur mit der Türkei durch die Einrichtung eines „2+2“-Treffenmechanismus (Außen- und Verteidigungsminister). Dieser Schritt ist eine direkte Folge der Ergebnisse des Hochrangigen Rates für strategische Zusammenarbeit zwischen dem indonesischen Präsidenten Prabowo Subianto und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.
Das erste 2+2-Treffen soll am 9. und 10. Januar 2026 in Ankara, Türkei, stattfinden.
Der 2+2-Mechanismus ist hoch exklusiv. Indonesien hat ein solches Format derzeit nur mit einer Handvoll Länder, darunter Australien, Japan, China und Frankreich.
Agenda für die strategische Zusammenarbeit
Der Schwerpunkt der Gespräche in diesem 2+2-Forum liegt auf einem breiten Spektrum bilateraler strategischer Kooperation, darunter:
Sicherheit und Verteidigungsindustrie: Stärkung der Zusammenarbeit im Verteidigungssektor.
Wirtschaft und Handel: Förderung einer Steigerung des Handelsvolumens und von Investitionen.
Entwicklung und Energie.
Die Gespräche werden auch breitere regionale Themen in Europa, Südostasien und dem Pazifikraum behandeln.
Multilaterale Konsolidierung und globale Themen
Zusätzlich zur bilateralen Agenda werden die beiden Länder das Treffen nutzen, um ihre Zusammenarbeit in multilateralen Foren zu festigen. Dazu gehört die Koordinierung ihrer Positionen in der G20, der ASEAN und den BRICS. Auch entscheidende globale Themen wie die Lage in Palästina und der Islamische Solidaritätsfonds (ISF) werden erörtert.
Außerdem wird der indonesische Außenminister eine offizielle Einladung von Präsident Prabowo Subianto an Präsident Erdoğan überreichen, am D-8-Gipfel (Developing Eight) teilzunehmen. Indonesien wird diesen Gipfel als Vorsitzender der D-8 am 15. April 2026 ausrichten.
G20
Die G20 ist kein physischer Ort, sondern ein internationales Forum der Regierungen und Zentralbankgouverneure von 19 Ländern und der Europäischen Union. Sie wurde 1999 als Reaktion auf Finanzkrisen gegründet, um globale wirtschaftliche Stabilität und Zusammenarbeit zu fördern. Ihre Mitglieder repräsentieren etwa 80 % der weltweiten Wirtschaftsleistung und zwei Drittel der Weltbevölkerung.
ASEAN
BRICS
BRICS ist kein physischer Ort, sondern ein bedeutendes internationales politisches und wirtschaftliches Bündnis. Es begann ursprünglich 2001 als „BRIC“, ein Akronym für die Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China, die 2009 formell eine diplomatische Gruppe bildeten. Südafrika trat 2010 bei, wodurch das Akronym zu BRICS erweitert wurde. Der Fokus liegt auf der Vertiefung der Zusammenarbeit und dem Einfluss auf die globale Governance.
D-8 (Developing Eight) Summit
Der D-8-Gipfel (Developing Eight) ist das periodische Treffen der Staats- und Regierungschefs von acht großen Entwicklungsländern mit muslimischer Mehrheit – Bangladesch, Ägypten, Indonesien, Iran, Malaysia, Nigeria, Pakistan und die Türkei. Er wurde 1997 mit dem Ziel gegründet, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern, den Handel zu verbessern und die Position der Mitgliedstaaten in der Weltwirtschaft zu stärken. Die Gipfel dienen als Plattform, um gemeinsame Initiativen zu Entwicklung, Handel und internationalen Themen zu diskutieren und zu koordinieren.
Islamic Solidarity Fund (ISF)
Der Islamische Solidaritätsfonds (ISF) ist eine Finanzinstitution, die 1974 von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) gegründet wurde, um die wirtschaftliche und soziale Entwicklung unter den Mitgliedstaaten und muslimischen Gemeinschaften weltweit zu fördern. Sein Hauptzweck ist die Bereitstellung von Nothilfe und die Unterstützung langfristiger Entwicklungsprojekte in Bereichen wie Bildung, Gesundheit und Infrastruktur, um die Solidarität und Zusammenarbeit innerhalb der islamischen Welt zu stärken.
Ankara
Ankara ist die Hauptstadt der Türkei in der zentralanatolischen Region. Während ihre Geschichte auf alte Zivilisationen wie die Hethiter zurückgeht, erlangte sie 1923 moderne Bedeutung, als Mustafa Kemal Atatürk sie zur Hauptstadt der neu gegründeten Republik Türkei erklärte und damit Istanbul ablöste. Heute ist sie ein bedeutendes politisches und administratives Zentrum, Heimat wichtiger Wahrzeichen wie dem Anıtkabir (Atatürks Mausoleum) und der alten Ankara-Zitadelle.
Türkei
Die Türkei ist eine transkontinentale Nation, die Europa und Asien verbindet, bekannt für ihre tiefen historischen Schichten als Kern des Byzantinischen und Osmanischen Reiches. Ihre Kulturlandschaft ist geprägt von ikonischen Stätten wie der Hagia Sophia in Istanbul, den antiken Ruinen von Ephesus und den einzigartigen geologischen Formationen Kappadokiens. Dieses reiche Erbe, das von der Antike bis zur 1923 gegründeten modernen Republik reicht, macht sie zu einem bedeutenden Kreuzungspunkt der Zivilisationen.
Indonesien
Indonesien ist ein südostasiatischer Inselstaat mit über 17.000 Inseln, dessen Geschichte von mächtigen hinduistisch-buddhistischen Königreichen wie Srivijaya und Majapahit geprägt ist, gefolgt von Jahrhunderten niederländischer Kolonialherrschaft. Es ist bekannt für seine immense kulturelle und biologische Vielfalt mit ikonischen Stätten wie dem hinduistischen Tempelkomplex Prambanan und dem buddhistischen Monument Borobudur, beide aus dem frühen Mittelalter. Das Land erklärte 1945 seine Unabhängigkeit und ist heute der weltweit größte mehrheitlich muslimische Staat.
Montag (02.12.2024) - Der stellvertretende Bürgerm...
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