Das Wirtschaftsministerium der scheidenden Einheitsregierung hat einen als „unbegründet“ bezeichneten Preisanstieg für Tierfutter auf dem lokalen Markt gemeldet – und das trotz eines klaren Überangebots. Das Ministerium warnt vor monopolistischen Praktiken und gezielter Angebotskontrolle, die sich negativ auf Viehzüchter und Geflügelhalter auswirken.

Laut einer offiziellen Mitteilung des Ministeriums liegt der jährliche lokale Bedarf an Tierfutter bei höchstens zwei Millionen Tonnen. Die Mengen, für die Importgenehmigungen erteilt wurden, übersteigen jedoch 3,4 Millionen Tonnen, was auf einen tatsächlichen Marktüberschuss hindeutet. Trotzdem sei der Preis für manche Futtersorten auf rund 300 Dinar pro Doppelzentner gestiegen, was die festgelegten Höchstpreise für Landwirte und Erzeuger überschreitet.

Das Wirtschaftsministerium erläuterte, dass es im Jahr 2025 Genehmigungen für die Lieferung von Tierfutter im Wert von rund 910 Millionen US-Dollar erteilt habe. Dieses Importvolumen hätte eigentlich zu stabilen oder sogar sinkenden Preisen führen müssen, nicht zu unbegründeten Erhöhungen, die die Viehwirtschaft belasten.

Die genehmigte Höchstpreisliste für Viehzüchter und Geflügelhalter sah folgende Preise pro Doppelzentner vor: Normales Schaffutter bei 210 Dinar, Mastschaffutter bei 225 Dinar, Legehennenfutter bei 245 Dinar, Junghennenfutter bei 225 Dinar, Milchkuhfutter bei 215 Dinar und Mastkälberfutter bei 210 Dinar. Der Preis für geschrotete Gerste wurde auf 180 Dinar festgesetzt.

Das Ministerium betonte, dass diese Preise eine verbindliche Richtlinie darstellen, um die Einhaltung angemessener Gewinnspannen durch die Unternehmen zu überprüfen. Ein Überschreiten sei nur mit nachweislicher Begründung zulässig. Unternehmen, die Dokumentenakkreditive zum offiziellen Wechselkurs erhalten hätten, seien verpflichtet, sich an die genehmigten Verkaufspreise, die festgelegten Vertriebskanäle und die Versorgungsgebiete im lokalen Markt zu halten. Zudem müssten sie Waren in Mengen liefern, die der Höhe der Akkreditive entsprechen.

Das Wirtschaftsministerium drohte damit, die Akten nicht konformer Unternehmen den zuständigen Aufsichtsbehörden zu übergeben, um rechtliche Schritte wegen Spekulation und künstlicher Verknappung des Warenangebots einzuleiten.

Es warnte außerdem, dass der Nachweis einer tatsächlichen Futtermittelknappheit auf dem Markt zu einer Anzeige nach den Wirtschaftsstrafgesetzen führen würde – einschließlich Vorwürfen des illegalen Devisenhandels und des Missbrauchs offizieller Dokumente. In solchen Fällen würde auch die Zentralbank Libyens benachrichtigt, um künftige Devisengenehmigungen für das betroffene Unternehmen zu stoppen.