Krasnodar, 13. Januar. Es fand eine erweiterte Besprechung mit den stellvertretenden Leiter der Region Kuban, den Chefs aller Ministerien und Behörden sowie den Verwaltungschefs der Gemeinden statt. Der Gouverneur wies bei dem Treffen die Einrichtung eines regionalen Einsatzstabes zur Beseitigung der Folgen des Schneefalls an.

Das Oberhaupt der Region stellte fest, dass es seit Jahren keinen derartigen Schnee mehr gegeben habe und man auf jede Laune des Wetters schnell reagieren müsse.

„Ich sehe, dass nicht alle dieser Aufgabe gewachsen sind. Besonders schwierig ist die Lage in Krasnodar, Noworossijsk sowie in den Bezirken Apscheronsk und Beloretschensk. Daher richten wir einen regionalen Einsatzstab zur Beseitigung der Schneefallfolgen ein. Ihm wird mein Stellvertreter vorstehen. Der Stab wird die Arbeit aller beteiligten Dienste koordinieren, um Straßen und Gehwege so schnell wie möglich vom Schnee zu räumen“, betonte der Gouverneur.

Die Verwaltungschefs der Städte und Bezirke, in denen sich die schwierigste Situation aufgrund des Schneefalls entwickelt hat, berichteten über die aktuelle Lage.

Der Leiter von Krasnodar meldete, dass in der Stadt bereits 28 Zentimeter Schnee gefallen seien und bis Tagesende mit weiteren 10 Zentimetern zu rechnen sei. In den letzten 24 Stunden seien über 450 Kilometer Straßen mit 410 Tonnen Salz-Sand-Gemisch gestreut worden, wobei etwa 30 Fahrzeuge im Einsatz waren. Rund 600 Mitarbeiter der Stadtwerke seien mit den Räumarbeiten beschäftigt.

Der Bürgermeister von Noworossijsk berichtete, dass in der Gemeinde der „erhöhte Alarmbereitschaft“-Modus verlängert worden sei. 85 Fahrzeuge räumten rund um die Uhr Schnee. Es wurden 250 Tonnen Salz-Sand-Gemisch verbraucht, alle Hauptverkehrsstraßen seien geräumt, 89 von 121 Kilometern Gehwege sowie 225 von mehr als 250 Bushaltestellen-Komplexen behandelt.

Dem Leiter des Bezirks Apscheronsk zufolge fielen in der Nacht etwa 80 cm Schnee, und es schneit weiter. Etwa 200 Personen und 50 Fahrzeuge seien mit den Räumarbeiten beschäftigt.

Der Leiter des Bezirks Beloretschensk teilte dem Gouverneur mit, dass alle lebenswichtigen Systeme derzeit normal funktionierten und die Arbeiten zur Räumung öffentlicher Flächen andauerten.

Insgesamt sind am gesamten 13. Januar mehr als 350 Fahrzeuge im Einsatz, um regionale Straßen, Gebirgspässe und Brücken zu räumen. Für die Behandlung von Brücken und Überführungen wurden im vergangenen Tag über 7.100 Tonnen Streumittel verwendet.

Krasnodar

Krasnodar ist eine bedeutende Stadt im Süden Russlands. Sie wurde 1793 als Festung mit dem Namen Jekaterinodar („Katharinas Geschenk“) zu Ehren von Kaiserin Katharina der Großen gegründet und war das historische und kulturelle Zentrum der Kuban-Kosaken. Nach der Russischen Revolution wurde sie 1920 in Krasnodar („Rotes Geschenk“) umbenannt. Heute ist sie ein lebendiges Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum der Region.

Noworossijsk

Noworossijsk ist eine bedeutende Hafenstadt an der russischen Schwarzmeerküste. Sie wurde 1838 als militärische Befestigung gegründet, spielte im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle bei der Schlacht um Noworossijsk und erhielt später den Titel „Heldenstadt“. Heute ist sie ein wichtiges Wirtschafts- und Verkehrszentrum, bekannt für ihre maritime Industrie und nahegelegene Denkmäler der Kriegsgeschichte.

Bezirk Apscheronsk

Der Bezirk Apscheronsk ist ein gebirgiges Gebiet in der Region Krasnodar. Historisch von tscherkessischen Völkern besiedelt, wurde es im 19. Jahrhundert Teil des Russischen Reiches. Heute ist die Region für ihre landschaftlich reizvollen Gebiete im Westkaukasus, Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Rafting sowie die Holz- und Forstwirtschaft bekannt. Zudem gibt es historische Stätten aus der Zeit des Kaukasuskrieges im 19. Jahrhundert.

Bezirk Beloretschensk

Der Bezirk Beloretschensk liegt in der Region Krasnodar und hat sein Zentrum in der Stadt Beloretschensk. Seine Entwicklung war historisch eng mit der Expansion des Russischen Reiches in den Nordkaukasus im 19. Jahrhundert verbunden, wobei die Region für Landwirtschaft und später Industrie bedeutend wurde. Heute ist sie für ihre Naturlandschaften bekannt, darunter der Fluss Belaja und die Ausläufer des Kaukasusgebirges.