Der ägyptische Erdöl- und Erdgassektor verzeichnet eine deutliche Belebung. Die Gasförderung steigt erstmals seit vier Jahren wieder an. Dies ist Teil der staatlichen Bemühungen, die Energieversorgung zu sichern, die Wertschöpfung aus natürlichen Ressourcen zu maximieren und ein attraktives Investitionsumfeld im Bereich der Erdöl- und Mineralienvorkommen zu schaffen.
Diese Entwicklung fällt mit dem Erfolg des Staates zusammen, die Energierechnung für Importe um mehr als 3,4 Milliarden US-Dollar zu senken. Dies spiegelt die direkten Auswirkungen der gestiegenen inländischen Produktion sowie die Inbetriebnahme neuer Bohrlöcher und Entdeckungen wider.
Wie hat Erdgas zur Senkung der Energieimportrechnung beigetragen?
In diesem Zusammenhang wurde bereits bekannt gegeben, dass die ägyptische Erdgasproduktion bis Ende September 2025 etwa 4,2 Milliarden Kubikfuß pro Tag erreichte. Das Ministerium bestätigte das Ziel, die Produktion im Rahmen eines Fünfjahresplans auf etwa 6,6 Milliarden Kubikfuß pro Tag zu steigern. Dies soll die Nachhaltigkeit der Energieversorgung unterstützen und die Fähigkeit des Staates stärken, den Bedarf des Elektrizitäts- und Industriesektors zu decken.
Im vergangenen Jahr wurden 430 neue Bohrlöcher in das Produktionssystem aufgenommen. Sie fördern etwa 1,2 Milliarden Kubikfuß Erdgas sowie fast 200.000 Barrel Rohöl und Kondensate in das nationale Netz. Dies trug direkt zur Verringerung der Importabhängigkeit bei.
Auf der Seite der strategischen Felder gewann das riesige Zohr-Feld wieder an Schwung. Die Bohrungen wurden wieder aufgenommen und neue Bohrlöcher gingen in Produktion. Das Feld spielt weiterhin eine zentrale Rolle im ägyptischen Energiesystem und deckt derzeit etwa 25 % der gesamten inländischen Erdgasproduktion ab.
Ebenfalls angekündigt wurde die erfolgreiche Bohrung der Explorationsbohrung North Basant-1 im onshore-Nildelta. Erste Ergebnisse zeigen Gasreserven zwischen 15 und 25 Milliarden Kubikfuß, was die Aussichten für eine Ausweitung der Gasförderung aus Onshore-Gebieten verbessert.
In der Westlichen Wüste laufen Vorbereitungen, um die Erdgasproduktion durch die Anbindung von drei neuen Bohrlöchern an die Konzessionsgebiete um etwa 40 Millionen Kubikfuß pro Tag zu steigern. Das Unternehmen mit den größten Onshore-Konzessionsgebieten in Ägypten verzeichnete unterdessen ein bemerkenswertes Quartalswachstum bei der Gasproduktion und übertraf seinen Durchschnitt von 444 Millionen Kubikfuß pro Tag aus dem Jahr 2024. Dies wurde durch eine Reihe neuer, überdurchschnittlich ertragreicher Bohrlöcher sowie durch Verbesserungen im Gaspreissystem auf dem ägyptischen Markt ermöglicht.
Das Jahr 2025 brachte einen bedeutenden Entdeckungsboom: Es wurden 82 neue Öl- und Gasfunde bekannt gegeben – 60 Rohöl- und 22 Erdgasentdeckungen. 67 davon sind bereits in Produktion gegangen und tragen zur Stützung der Reserven und zur Steigerung der Förderraten bei. Gleichzeitig kündigten große internationale Unternehmen Investitionspläne in Höhe von schätzungsweise 17 Milliarden US-Dollar für die nächsten vier Jahre an. Angeführt werden diese Investitionen von einem italienischen Unternehmen mit bis zu 8 Milliarden US-Dollar, gefolgt von einem britischen Unternehmen mit etwa 5 Milliarden US-Dollar und einem Unternehmen mit Sitz in den VAE mit Investitionen von 3,7 Milliarden US-Dollar. Dies spiegelt das wachsende Vertrauen in das Investitionsklima des ägyptischen Energiesektors wider.
Der Erdölsektor konnte den vollständigen Erdgasbedarf der Kraftwerke und der Industrie für die nächsten fünf Jahre sichern. Dies wird durch eine moderne Infrastruktur unterstützt, darunter Flüssigerdgas-Importanlagen mit einer Kapazität von bis zu 2,7 Milliarden Kubikfuß pro Tag, die die Versorgungsstabilität in Spitzenzeiten gewährleisten.
Insgesamt bestätigen diese Indikatoren, dass Ägyptens Gassektor eine Phase der starken Erholung durchläuft. Dies trägt zur Verbesserung der Energiesicherheit, zur Verringerung der Importlast und zur Stützung der Volkswirtschaft mittel- bis langfristig bei.