Der Trend, sich auf dem Abschluss-Shirt zu verewigen, kehrt an vielen Schulen zurück. Manche sehen darin eine unvergessliche Erinnerung an die Jugend, andere halten es für pure Verschwendung.
In den letzten Maitagen wimmelt es auf vielen Schulhöfen nur so von Uniform-Shirts, die zum Signieren herumgereicht werden. Manche Schüler schreiben Glückwünsche für die anstehenden Prüfungen, andere zeichnen die Gesichter ihrer Freunde, und wieder andere hinterlassen nur eine kurze Nachricht: „Vergesst euch nicht, okay?“
Dieses vertraute Bild aus der Schulzeit sorgt in den sozialen Medien weiterhin für hitzige Diskussionen.
Von ein paar Namenszügen bis zu Chibi-Zeichnungen auf dem Shirt
Ein Nutzer fragte online: „Signieren sich Schüler heutzutage eigentlich noch auf ihren Abschluss-Shirts?“ Innerhalb weniger Stunden sammelte der Beitrag tausende Kommentare von mehreren Generationen. Viele waren überrascht, dass diese scheinbar altmodische Angewohnheit so viele Erinnerungen weckte.
Eine Person erzählte, dass sie 2003 ihren Abschluss gemacht hat, aber immer noch ein weißes Hemd voller Unterschriften im Schrank aufbewahrt. Die Tinte ist verblasst, die Handschrift ist nicht mehr klar zu erkennen – aber allein der Anblick dieser gekritzelten Zeilen lässt die Erinnerungen an die Freunde von damals lebendig werden.
Für die Generationen der 80er und 90er Jahre war das Signieren der Shirts nach der Abschlussfeier fast schon ein Muss. Die Schüler trugen ihre Uniformen und liefen über den Schulhof, um sich Unterschriften, Wünsche oder Telefonnummern von Freunden zu holen. In der Zeit vor sozialen Medien oder Smartphones waren ein paar handgeschriebene Zeilen manchmal die einzige Möglichkeit, Erinnerungen zu bewahren.
Diese Gewohnheit besteht bis heute fort, nur die Form hat sich geändert. Während früher hauptsächlich Namen und Nachrichten geschrieben wurden, verzieren viele junge Leute ihre Shirts heute mit allen möglichen Farben und Motiven. Auf den Shirts finden sich Gesichter, Klassennamen, Jahrgänge oder Insider-Witze, die nur enge Freunde verstehen.
Viele Schüler planen sogar im Voraus, skizzieren Entwürfe und verwenden dann spezielle Marker, um die Designs auf die Shirts zu bringen. Manche arbeiten mehrere Tage daran. Diese Shirts sind nicht perfekt – sie haben krumme Handschriften, Farben, die über die Linien verlaufen, oder unbeholfene Zeichnungen. Aber genau deshalb spiegeln sie die unbeschwerten, chaotischen und dennoch emotionalen Schuljahre wider.
Nguyen Ngoc Duy Nam (16 Jahre alt, Ho-Chi-Minh-Stadt) sagte, dass nach dem letzten Schultag kaum noch ein freier Platz auf seinem Shirt war. „Ich traue mich nicht, es zu waschen, weil ich Angst habe, dass die Unterschriften verblassen. Es gibt ein paar Leute, die ich wahrscheinlich nie wiedersehen werde“, so Duy Nam.
In der modernen Zeit wird alles digital gespeichert, aber handgezeichnete Striche vermitteln ein ganz anderes Gefühl. Man kann es falten, im Schrank verstauen und Jahre später immer noch in den Händen halten.
„Handys können tausende Fotos speichern, aber die handgeschriebenen Zeilen der Freunde anzusehen, fühlt sich trotzdem ganz anders an“, teilte ein ehemaliger Schüler in den sozialen Medien mit.
Jugenderinnerung oder Verschwendung im digitalen Zeitalter?
Doch nicht jeder betrachtet das Signieren auf Uniformen mit Nostalgie. In den sozialen Medien wird oft argumentiert, dass Schuluniformen Kleidungsstücke sind, die zur Bildungsumgebung gehören, und sauber und respektvoll gehalten werden sollten.
Einige Eltern sagen, dass sie es bereuen, weil die aktuellen Uniformen ziemlich teuer sind, insbesondere an Privatschulen. Manche Familien möchten sie nach dem Abschluss für jüngere Geschwister aufheben oder wiederverwenden.
Viele sind auch besorgt, dass der Trend zum Signieren von Shirts ins Lächerliche gezogen wird. Gelegentlich wird berichtet, dass die Uniformen so überladen sind, dass sie eher wie Kunstprojekte aussehen.