Die Auswahl eines Endlagers für hochradioaktiven Abfall wird derzeit diskutiert. Am 13. wird Bürgermeister Masaaki Shibuya von Ogasawara auf einer Informationsveranstaltung für Einwohner seine Position darlegen. Dies folgt auf eine Anfrage der nationalen Regierung, eine Literaturstudie zu Minamitorishima (South Bird Island) durchzuführen. Im Fokus steht, ob seine Erklärungen eine Entscheidung über die Annahme dieser Studie beinhalten werden.
Die Regierung schlug der Gemeinde die Literaturstudie zu Minamitorishima bereits am 3. März vor, noch vor einer formellen Benennung oder Beschlussfassung durch das Gemeindeparlament. Regierung und beteiligte Stellen führten daraufhin zwei Informationsveranstaltungen durch: am 14. März auf Chichijima und am 21. März auf Hahajima. Insgesamt nahmen 308 Personen teil, was etwa 10 % der Gemeindebevölkerung entspricht. Die Bewohner äußerten Fragen und Bedenken zur Studie und einer möglichen Endlagerung, darunter auch Nachfragen zu Gegenmaßnahmen. Berichten zufolge wurden auch Fragen zum Zusammenhang mit der Erschließung seltener Erden am Meeresboden um Minamitorishima gestellt.
Die für den 13. April geplante Versammlung ist eine „Erklärungsveranstaltung des Bürgermeisters“. Die Gemeinde kündigte die Veranstaltung am 1. April an und erläuterte auf ihrer Website und in ihrem Bürgermagazin: „Aufgrund der von den Einwohnern erhaltenen Meinungen und verschiedener Stimmen von außerhalb der Gemeinde haben wir beschlossen, einen Rahmen zu schaffen, in dem der Bürgermeister seine Ansichten direkt an die Bewohner übermitteln kann.“
Die Veranstaltung findet auf Hahajima ab Mittag und auf Chichijima ab 19 Uhr statt. Sie soll nicht öffentlich für die Presse zugänglich sein.
Ein Endlager auf Minamitorishima? Die Antworten der nationalen Regierung auf die Bedenken der Bewohner
Minamitorishima liegt etwa 1.950 km vom Zentrum Tokios und ungefähr 1.200 km von Chichijima in den Ogasawara-Inseln entfernt. Die Insel befindet sich weit jenseits des seismisch aktiven Festlands auf der Pazifischen Platte und wird daher seit Langem von einigen als Standort ohne Erdbeben- oder Vulkanaktivität angesehen. Die gesamte Insel ist staatliches Eigentum und hat keine allgemeine Wohnbevölkerung.
Allerdings beträgt die Fläche der Insel nur 1,5 Quadratkilometer…