Bevor ich nach Vietnam kam, wusste ich nur aus Statistiken in der Presse und akademischen Studien, dass es ein schnell wachsendes Land ist.
Der Eindruck von Vietnams Entwicklung wurde lebendig, als ich das S-förmige Land betrat und sah, dass Vietnam bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit im Kontext beispielloser globaler Schwankungen bewiesen hat.
Gespräche mit vietnamesischen Studierenden vermittelten mir das Gefühl, dass sie nicht nur als passive Nutznießer der Entwicklung aufwachsen, sondern auch als aktive Gestalter von Innovation und Wachstum. Und genau deshalb bin ich noch optimistischer, wenn ich an Vietnams Zukunft denke.
Im Inland ist die Politik allgemein von Stabilität und reformorientierter Regierungsführung geprägt.
Das Land bewahrt politische Stabilität, verfolgt organisatorische Reformen zur Steigerung der Regierungseffizienz durch administrative Straffung und institutionelle Stärkung, während auch der rechtliche Rahmen für die digitale Transformation und Technologieentwicklung verfeinert wird.
Wirtschaftlich verzeichnete Vietnam im Zeitraum 2021-2025 trotz ungünstiger globaler Bedingungen ein relativ stabiles Wachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen BIP-Wachstumsrate von etwa 6,2 %.
Für 2025 wird Vietnams BIP auf etwa 514 Milliarden US-Dollar geschätzt, mit einem Wachstum von 8,02 %. Das Pro-Kopf-BIP stieg auf etwa 5.026 US-Dollar, womit Vietnam die Schwelle zu den einkommensstarken Ländern mit mittlerem Einkommen überschritten hat.
Die Handelsergebnisse sind besonders bemerkenswert: Der gesamte Handelsumsatz erreichte 2025 einen Rekordwert von 930 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 18,2 % im Vergleich zum Vorjahr.
Aus Sicht der Wirtschaftsakteure wird das Wachstum hauptsächlich vom ausländischen Investitionssektor getrieben, der etwa 77 % des gesamten Exportwerts ausmacht. Dies zeigt Vietnams tiefe und breite Integration in globale Wertschöpfungsketten.
Allerdings stützt sich Vietnams Wachstumsmodell immer noch stark auf exportorientierte Fertigung und ausländische Unternehmen.
Das Produktivitätswachstum bleibt begrenzt und der Übergang zu einem wissens- und innovationsbasierten Wachstum verläuft langsamer als erwartet.
Die Spillover-Effekte ausländischer Direktinvestitionen auf inländische Unternehmen sind noch bescheiden, was institutionelle Beschränkungen in den Bereichen Kompetenzentwicklung, technologische Kapazitäten und Zulieferindustrien widerspiegelt.
Vietnam hat kürzlich bedeutende Fortschritte bei der Armutsbekämpfung und menschlichen Entwicklung erzielt. Die mehrdimensionale Armutsquote sank stark von 4,4 % im Jahr 2021 auf etwa 1,3 % im Jahr 2025, begleitet von einem verbesserten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Wohnraum und Basisdienstleistungen.
Der Index für menschliche Entwicklung (HDI) stieg auf 0,766, womit Vietnam in die Gruppe der „hoch entwickelten“ Länder aufrückte, während die Krankenversicherungsabdeckung auf etwa 95 % der Bevölkerung ausgeweitet wurde.
Trotz vieler großer Errungenschaften steht Vietnam weiterhin vor mehreren Herausforderungen, darunter regionale und Einkommensunterschiede, Jugendarbeitslosigkeit, sinkende Geburtenraten und eine zunehmend alternde Bevölkerung.
In die Zukunft blickend wird erwartet, dass der 14. Nationale Parteitag strategische Richtlinien für eine nachhaltige, umfassende und hochwertige Entwicklung des Landes festlegen wird.
Basierend auf dem, was ich im Laufe der Zeit über Vietnam beobachtet und verfolgt habe, glaube ich, dass dieser Kongress nicht nur an der präsentierten Vision, sondern auch an der Wirksamkeit gemessen wird, langfristige Ziele für 2030 und 2045 in glaubwürdige institutionelle Reformen und einen breiten gesellschaftlichen Konsens zu übersetzen.
Es wird ein Artikel mit dem Titel „Wirtschaftsdiplomatie wandelt sich stark für die wohlhabende Entwicklung der Nation“ präsentiert.